DFB-Pokal Die Kunst des Schützen beim Elfmeter: „Mal Glück, mal Kainz“

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Der kuriose, als irregulär gewertete Elfmeter von Kölns Profi Kainz löste aber vor allem Mitleid und Verständnis aus.
19.01.2022, 13:16
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Köln (dpa) - Florian Kainz hatte nach seinem kuriosen Millionen-Fehlschuss vom Elfmeterpunkt gleich ein ungutes Gefühl.

„Ich habe gemerkt, dass ich ausgerutscht bin mit dem Standfuß. Es hat komisch ausgeschaut, wie der Ball ins Tor geflogen ist“, beschrieb der Flügelspieler des 1. FC Köln die kuriose Szene nach dem letzten Schuss im Elfmeterschießen zum vermeintlichen 4:4-Ausgleich im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den Hamburger SV.

Doch Schiedsrichter Daniel Schlager hatte die nicht erlaubten Doppelberührung des Schützen bemerkt, den Treffer nicht gewertet und für Jubelstürme auf der Bank des Hamburger SV gesorgt. FC-Trainer Steffen Baumgart war perplex: „Im Elfmeterschießen mit zwei Kontakten auszuscheiden, habe ich auch noch nicht erlebt.“

Nicht allen Beteiligten war die Sachlage klar. „Der Schütze darf den Ball erst wieder spielen, nachdem dieser von einem anderen Spieler berührt wurde“, heißt es im Regelwerk, und Referee Schlager erklärte die Konsequenz. „Im Spiel hätte es indirekten Freistoß gegeben, im Elfmeterschießen ist der Elfer eben verwirkt. Es war eine bittere Situation, es kommt vielleicht einmal in 500 Elfmetern vor“, erklärte der Unparteiische beim TV-Sender Sport1.

Kuriose Szenen beim Ausführen eines Elfmeters gab es natürlich schon häufiger. Immer noch legendär ist der Pokal-K.o. des FC Bayern München vor sieben Jahren gegen Borussia Dortmund, als Philipp Lahm und Xabi Alonso beim Elfmeterschießen ausrutschten und auch Mario Götze und Manuel Neuer patzten. Nur: Diesmal landete der Ball trotzdem im Tor.

Sogar die Hamburger, die in der Verlängerung nach der 1:0-Führung durch Robert Glatzel (92. Minute) schon wie der sichere Sieger aussahen, hatten Mitleid mit dem österreichischen Fehlschützen der Kölner. „So gewinnst du nicht alle Tage. Es tut mir leid für den Burschen, aber ich freue mich natürlich für uns“, sagte Sebastian Schonlau, der den entscheidenden Elfmeter zum 4:3 für den HSV zuvor verwandeln konnte. Auch Trainer Tim Walter konnte sich gut die Gefühlslage der Kölner versetzen. „Das ist halt einfach Pech, das habe ich auch noch nie erlebt“, sagte der Coach.

Es war nicht der Abend für den 1. FC Köln, der nicht nur eine große sportliche Chance vergab, sondern auch auf eine Millioneneinnahme verzichten muss. Dabei schien das Glück zunächst doch noch auf die Seite der Gastgeber zurückzukommen, als Anthony Modeste mit der allerletzten Aktion in der Verlängerung mit seinem verwandelten Foulelfmeter (120. +2) noch den Einzug ins Elfmeterschießen sicherte. Dort war es dann die allerletzte Aktion, die das Schicksal der Kölner besiegelte. FC-Kapitän Jonas Hector merkte selbstkritisch an: „Im Elfmeterschießen hatten wir auch die Chance zu gewinnen.“.

Über fehlenden Spott in den sozialen Netzwerken konnten sich die Kölner später nicht beklagen. So befand das Online Fußball-Magazin FUMS in einem Tweet: „Mal hat man Glück, mal hat man Kainz“.

© dpa-infocom, dpa:220119-99-768144/2

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