Hannover Drei Bunjaku-Tore stürzen Heckings Ex-Club in Not

Hannover. Drei Chancen, drei Schüsse, drei Tore - die Treffsicherheit von Stürmer Albert Bunjaku hält den 1. FC Nürnberg im Bundesliga-Abstiegskampf am Leben.
31.01.2010, 14:21
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Hannover. Drei Chancen, drei Schüsse, drei Tore - die Treffsicherheit von Stürmer Albert Bunjaku hält den 1. FC Nürnberg im Bundesliga-Abstiegskampf am Leben.

Trainer Dieter Hecking war nach dem 3:1 (1:0) im Kellerduell bei Hannover 96 «heilfroh» über seinen ersten Sieg, mit dem der Rückstand auf Platz 16 auf einen Punkt zusammenschmolz. Er verkniff sich jede Bemerkung über die desolate Situation bei seinem Ex-Verein, wo sein Freund und Trainer-Kollege Mirko Slomka die unaufhaltsame Talfahrt nicht stoppen kann. «Ich habe genug mit Nürnberg zu tun, da muss ich nicht etwas über 96 sagen», erklärte Hecking, der bis August 2009 Trainer in Hannover war.

Neun der 16 Club-Treffer - stolze 56,25 Prozent - gehen auf das Konto des Schweizer Nationalspielers Bunjaku. Das macht ihn für Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld zu einem WM-Kandidaten. Der Dreierpack am Samstag (30. Minute/64./69.) war für den Eidgenossen Neuland. «Ich habe noch niemals drei Tore in einem Spiel erzielt, auch nicht in der F-Jugend. Bis zur C-Jugend war ich Verteidiger», kommentierte der 26-Jährige seinen effizienten Auftritt, den er mit zwei Beinschüssen gegen 96-Keeper Florian Fromlowitz krönte. «Ich habe mich extra bei Albert bedankt. Das war mein schönstes Geschenk», sagte Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer. An seinem 31. Geburtstag konnte er das Gegentor von Jiri Stajner (65.) leicht verschmerzen.

Das «System Hecking», mit dem der Coach zwei Jahre in Hannover Erfolg hatte, trägt in Nürnberg erste Früchte. «Der Trainer hat die richtigen Schlüsse gezogen. Wir haben den Anschluss an die anderen Teams hergestellt. Das hatten uns viele nicht zugetraut», lobte Schäfer die Arbeit des neuen Trainers. «Wir wollten aus einem kompakten Verband nach vorne spielen. Das ist uns hervorragend gelungen», analysierte Hecking. In Ex-Torjäger Marek Mintal, der zweimal als Vorlagengeber überzeugte, berief er einen vermeintlichen Reservisten in die Startelf. Die Zugänge Breno, Andreas Ottl und Mickael Tavares geben dem Team die nötige Stabilität.

«Wir sind dran, doch gegen Stuttgart kommt ein richtig hartes Brett auf uns zu», blickte Hecking auf die nächste Partie. Bei seinem früheren Arbeitgeber sieht die Zukunft nach neun sieglosen Partien düster aus. «Ich spüre schon Angst und Resignation. Es ist bitter, wie wir auftreten», gab 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke zu. Seine Versuche, neue Spieler an Land zu ziehen, wirkten zuletzt ähnlich hilflos wie der Auftritt der völlig verunsicherten 96-Profis. «Nach einem Rückstand sackt die Mannschaft in sich zusammen», stellte Trainer Slomka nach seiner missglückten Heimpremiere fest.

96 wird aber nicht mit Spieler-Rauswürfen auf die Talfahrt von neun sieglosen Spielen reagieren. Das versicherte Trainer Mirko Slomka nach dem Sonntag-Training. «Wir haben einen kleinen Kader an qualitativ hochwertigen Spielern. Den müssen wir zusammenhalten», sagte Slomka. Zuvor hatte er Entscheidungen angekündigt, die «wehtun» werden. Die 96-Profis werden aber in den nächsten Tagen während des Trainings unter besonderer Beobachtung stehen. «Wenn ich merke, dass sich jemand aus der Gruppe entfernt und sein eigenes Ding macht, dann werde ich fuchsteufelswild und werde sofort regieren», sagte Slomka. «Es gibt diese Tendenzen», fügte er hinzu.

Der Trainer, 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke und Clubchef Martin Kind legten zudem den Finanzrahmen für mögliche Spielertransfers fest. Der Tabellen-16. kann noch bis Montagmittag neue Profis verpflichten, um die Qualität des Kaders zu verbessern, «Transfers dürfen keine Alibi-Veranstaltung sein», sagte Kind. (dpa)

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