Deutschland Ein «Leader» fehlt: U-21-Junioren droht EM-Aus

Magdeburg . Die EM-Teilnahme ist für die deutschen U 21- Junioren in weite Ferne gerückt, weil die besten Nachwuchsspieler schon so gut sind.
03.03.2010, 11:30
Lesedauer: 2 Min
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Magdeburg . Die EM-Teilnahme ist für die deutschen U 21- Junioren in weite Ferne gerückt, weil die besten Nachwuchsspieler schon so gut sind.

Ohne die individuelle Klasse der in die A-Nationalmannschaft berufenen Mesut Özil, Toni Kroos und Marko Marin haben die Nachwuchsfußballer des DFB in der Qualifikation zur EM- Endrunde 2011 schon zu viele Punkte liegen lassen. So auch beim enttäuschenden 2:2 (1:1) am Dienstagabend in Magdeburg. Nur mit drei Siegen aus den restlichen drei Spielen in Island (13 Punkte), beim souveränen Tabellenführer Tschechien (15) und gegen Nordirland (4) kann der Titelverteidiger (8) jetzt noch auf einen Platz unter den besten vier Gruppenzweiten spekulieren.

«Wir sind wahnsinnig enttäuscht. Die Grundvoraussetzung ist jetzt sehr schlecht», sagte DFB-Trainer Rainer Adrion, der auch die Personalproblematik nicht verschweigt. «Man steht immer vor der Frage, ist es wichtiger ein EM-Qualifikationsspiel zu bestreiten oder eben junge Talente an die A-Mannschaft heranzuführen. Jetzt haben wir Kroos und Thomas Müller nach oben abgegeben, zuletzt Jerome Boateng. Diese Ziele sind erreicht. Aber es ärgert mich, dass wir gleichzeitig harte Rückschläge in der Qualifikation hinnehmen müssen und es uns nicht gelingt die Spiele zu gewinnen», sagte der DFB-Coach.

Denn eines hat Adrion auch am Dienstag gegen die guten, aber keineswegs überragenden Isländer erkannt. «Irgendwo fehlt unserer Mannschaft etwas». Ein Leader, ein Spieler, der dem Team mit seiner individuellen Klasse in entscheidenden Situationen hilft, ist nicht in Sicht.

Zweimal lag die DFB-Elf durch die Treffer der beiden Stuttgarter Timo Gebhart (10. Minute) und Julian Schieber (50.) vorn, ehe die Gäste durch Kolbeinn Sigthorsson (13.) und Bjarni Vidarsson (77.) noch zum 2:2 kamen. Gebhart hatte zudem in der Schlussphase noch zwei 100-prozentige Tormöglichkeiten, doch Pfosten und Gegner standen im Weg. Zuvor vergaben Sydney Sam und Richard Sukuta-Pasu weitere Chancen. Zu allem Überfluss patzte der ansonsten stärkste Mannschaftsteil - die Innenverteidigung - auch noch bei den Gegentreffern.

«Wir haben zwei richtig doofe Tore kassiert», befand Bayern-Profi Holger Badstuber, der beim 2:2 unaufmerksam war. Ebenso wie Kapitän Benedikt Höwedes hält Badstuber die Personaldiskussion für überflüssig. «Wir haben trotzdem genug Qualität», meinte der Abwehrspieler. «Müller und Kroos haben ihre Chance verdient. Wir haben einen gut besetzten Kader», sagte der Schalker Höwedes. DFB- Vizepräsident Hans-Georg Moldenhauer nahm das Team in die Verantwortung: «Natürlich gibt es Probleme, wenn nicht der ganze Kader zur Verfügung steht. Aber damit muss die Mannschaft fertig werden».

Dreimal hat sie dazu im August und September noch Gelegenheit, jeder weitere Fehltritt bedeutet das vorzeitige Scheitern. «Der Glaube ist noch da. Wir werden nichts unversucht lassen, bis es endgültig vorbei ist», sagte Höwedes. Auch Adrion zeigte sich kämpferisch: «Wir geben die Hoffnung nicht auf. Wenn wir alle Spiele gewinnen, haben wir 17 Punkte. Die haben in der Qualifikation zur letzten EM-Endrunde gereicht, um zu den besten Gruppenzweiten zu zählen»,sagte der DFB-Trainer. (dpa)

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