Polen EM-Spielorte stehen: Polen und Ukraine atmen auf

Kiew. Erleichterung in Polen und der Ukraine, definitiv keine EM-Spiele 2012 in Deutschland: Mit dem Grünen Licht für die acht Endrunden-Spielorte sind auch Gerüchte über angebliche Notpläne für Berlin oder Leipzig verstummt.
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Kiew. Erleichterung in Polen und der Ukraine, definitiv keine EM-Spiele 2012 in Deutschland: Mit dem Grünen Licht für die acht Endrunden-Spielorte sind auch Gerüchte über angebliche Notpläne für Berlin oder Leipzig verstummt.

«Es gab nie eine offizielle Anfrage. Wir sind dadurch bestätigt worden, dass wir uns nie an den Spekulationen beteiligt haben», betonte Generalsekretär Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hatte in Minsk bestätigt, dass am 8. Juni 2012 in Warschau das Eröffnungsspiel steigt und am 1. Juli in Kiew das Finale. Gespielt wird außerdem in Posen, Danzig und Breslau sowie in Donezk, Lwiw und Charkow. Auch der Spielplan ist nun verabschiedet.

«Ein solcher Beschluss war vor sechs Monaten keinesfalls sicher, die Ukraine hat viel drangesetzt, dieses Ziel zu erreichen», sagte der ukrainische Sportminister Rawil Safiullin. Verbandspräsident Grigori Surkis lobte vor allem Michel Platini: «Dank der Geduld und Weisheit des UEFA-Präsidenten ist die Ukraine nun tatsächlich Gastgeber der EURO 2012», schwärmt der 61-Jährige. «Wir hatten während der Vorbereitungen zwar Schwierigkeiten, aber auch gute und verständnisvolle Partner.»

Auch der polnische Direktor des Turniers, Adam Olkowicz, zeigte sich zufrieden. «Wir freuen uns, dass das ursprüngliche Konzept mit vier polnischen und vier ukrainischen Spielorten beibehalten worden ist», sagte Olkowicz. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder auch Gerüchte gegeben, dass Polen mehr Stadien zur Verfügung stellen solle, um bei Problemen in der Ukraine einzuspringen.

Markijan Lubkiwski vom ukrainischen EURO-Komitee mahnte, vor allem die Bauarbeiten seien längst nicht abgeschlossen. Lubkiwski verwies dabei auf die Lage in Charkow. Dort hatten starker Regen und die alltägliche Rushhour am vergangenen Donnerstag den Verkehr vor dem Europa-League-Spiel zwischen Metallist Charkow und dem PSV Eindhoven zusammenbrechen lassen.

«So etwas darf sich nicht wiederholen», warnte Lubkiwski. «Wir müssen den Ausbau der Zufahrtswege beschleunigen und die Inbetriebnahme eines modernen EDV-Systems zum Verkehrsmanagement vorantreiben.» Dieses Mal habe es Charkow getroffen. «Aber solche Probleme gibt es auch in den anderen Städten», mahnte Lubkiwski.

In Polen hatte die Oberste Kontrollkammer vor einiger Zeit vor den Verzögerungen beim Ausbau der Infrastruktur gewarnt. Beim Straßenbau und der Modernisierung von Flughäfen und Bahnhöfen gebe es Probleme. Die Regierung wies den Bericht als nicht aktuell zurück. 85 Prozent der Investitionen würden planmäßig laufen, ein Risiko bestehe nur für elf Prozent der Projekte, sagte Sportminister Adam Giersz.

Sportfunktionäre und Fans sind vor allem auf das neue Nationalstadion in Warschau stolz. Die Bauarbeiten liegen im Plan, die große Eröffnungsfeier ist für Ende August oder Anfang September 2011 geplant. Das Stadion in Posen war bereits im September eröffnet worden, in Breslau und Danzig laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren.

Inzwischen haben die Orte, wo sich die Quartiere für EM-Teilnehmer befinden sollen, mit der Werbung begonnen. Als besonders willkommener Gast gilt die deutsche Nationalelf. Die Spieler von Joachim Löw will unter anderem Opalenica bei Posen im Westen des Landes zu Gast haben. Erste Kontakte soll es bereits gegeben haben. Auch Kolobrzeg (Kolberg) an der Ostsee möchte die Deutschen anlocken. (dpa)

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