Bundesliga Enke-Erbe Fromlowitz verunsichert

Hannover. Florian Fromlowitz hat ein schweres Erbe angetreten. Nach dem Selbstmord von Robert Enke ist er bei Hannover 96 zur Nummer eins aufgestiegen, doch er steht hinter einer desaströsen Defensive.
15.02.2010, 14:22
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Hannover. Florian Fromlowitz hat ein schweres Erbe angetreten. Nach dem Selbstmord von Robert Enke ist er bei Hannover 96 zur Nummer eins aufgestiegen, doch er steht hinter einer desaströsen Defensive.

Und dabei wird der 23 Jahre alte Keeper selber immer unsicherer. Gerade ihm könnten die Psychologen Andreas Marlovits und Michael Grunwald helfen, die der Fußball-Bundesligist nach dem jüngsten 1:5-Debakel gegen Werder Bremen präsentierte.

Fromlowitz kassierte im Nord-Duell seine Gegentreffer 23 bis 27 in zehn Spielen. Dennoch sollen der U-21-Nationalspieler und sein 96-Kollege Konstantin Rausch auf der Werder-Wunschliste für die nächste Saison stehen. «Wir haben keinerlei Interesse an diesen beiden Spielern», erklärte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs zu entsprechenden Meldungen. Die Unruhe beim niedersächsischen Nachbarclub ist aber nach elf sieglosen Partien und dem Absturz auf Platz 16 auch ohne dieses Dementi riesengroß.

Nach seinen Patzern im Werder-Spiel droht dem jungen Keeper bei Borussia Dortmund eine Pause. Spielt er oder spielt er nicht? «Diese Frage gilt für die gesamte Mannschaft, nicht nur für Florian Fromlowitz», sagte Trainer Mirko Slomka. Der dritte 96-Coach in dieser Saison versuchte, seinen Torwart in Schutz zu nehmen. «Florian Fromlowitz hat auch schon richtige gute Spiele gemacht für uns und viele Punkte gewonnen für Hannover 96.» Die Alternative wäre der im Dezember geholte Routinier Uwe Gospodarek.

Dass das Vertrauen in den Enke-Nachfolger im Club nicht sonderlich groß ist, war bei dem Versuch zu ahnen, Gerhard Tremmel von Energie Cottbus im Januar zu verpflichten. Was möglicherweise zu einer weiteren Verunsicherung bei Fromlowitz geführt hat. Slomka wehrte sich gegen diese Interpretation. «Das ist doch klar, dass man jetzt irgendetwas sucht, auch im Umfeld, dass man so eine Leistung erklären kann.»

Dass der gescheiterte Transfer auch anders interpretiert werden kann, zeigten die Aussagen von Jan Schlaudraff. «Dass die Sache mit Gerhard Tremmel vielleicht nicht ganz so glücklich war, das wissen alle Beteiligten», sagte der 96-Profi in überraschender Offenheit dem Internet-Anbieter «Liga total».

Offiziell hatte der Verein mehrfach erklärt, dass er nicht aktiv auf Torwartsuche war. «Tremmel ist an uns herangetragen worden», versicherte etwa Manager Jörg Schmadtke. Doch Aussagen von Tremmels Berater in verschiedenen Medien lassen eher darauf schließen, dass Hannover 96 gezielt nach einem neuen Torwart gefahndet hat.

Slomka mag Fragen nach einem Zusammenhang nicht. Er erklärte zum gescheiterten Tremmel-Transfer: «Das Thema hängt zu hoch, ich glaube nicht, dass sich Florian durch so eine Kleinigkeit durcheinanderbringen lässt.» (dpa)

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