München «Feierbiest» van Gaal führt Bayern zum 22. Titel

München. Ausgelassener Meisterjubel in München - die Triple-Jäger des FC Bayern haben den ersten von drei möglichen Titeln eingefahren. In der Kabine spritzte der Champagner, neben den Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß bekam auch Louis van Gaal eine prickelnde Dusche ab.
01.05.2010, 19:45
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München. Ausgelassener Meisterjubel in München - die Triple-Jäger des FC Bayern haben den ersten von drei möglichen Titeln eingefahren. In der Kabine spritzte der Champagner, neben den Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß bekam auch Louis van Gaal eine prickelnde Dusche ab.

Nach dem ungefährdeten 3:1 (2:0)-Sieg gegen den abstiegsbedrohten VfL Bochum und der im Stadion frenetisch bejubelten Schützenhilfe von Werder Bremen gegen Schalke 04 ging bei den Bayern die Post ab. Auch wenn es die Meisterschale erst am 8. Mai nach dem Bundesliga-Saisonfinale in Berlin geben wird.

«Wir haben das wichtigste Ziel von unserem Verein erreicht», kommentierte ein strahlender und bestens gelaunter van Gaal. Der 58-Jährige gab grünes Licht für eine spontane Meister-Party: «Ich habe gesagt, dass wir jeden Titel feiern werden. Ich bin ein Feierbiest», sagte der erste holländische Meister-Trainer in Deutschland lachend. «Wir haben uns beim Feiern keine Grenzen gesetzt», verkündete Thomas Müller, der mit seinem ersten Dreierpack in der Bundesliga die Münchner zum 22. Meistertitel schoss.

Die Schale kann der Spitzenreiter bei drei Punkten und 17 Toren Vorsprung auf Schalke selbst mit einer Niederlage am letzten Spieltag beim Absteiger Hertha BSC nicht mehr verspielen. «Oh, wie ist das schön», sangen die 69 000 euphorisierten Zuschauer in der Allianz Arena, nach dem Abpfiff tanzten die Spieler jubelnd über den Rasen.

«Da brennt nichts mehr an. Wir haben mit der Meisterschaft das Ziel erreicht, das wir unbedingt erreichen wollten», kommentierte Vorstandschef Rummenigge. Jetzt wollen alle noch mehr. «Die Mannschaft ist heiß. Alles ist möglich», sagte Rummenigge mit Blick auf das DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen am 15. Mai in Berlin und das Champions-League-Endspiel gegen Inter Mailand am 22. Mai in Madrid. «Wir können noch mehr gewinnen», sagte «Feierbiest» van Gaal.

Im 50. Pflichtspiel unter dem Erfolgstrainer, der im Herbst 2009 bei acht Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze heftig gewackelt hatte, war Jung-Nationalspieler Müller mit seinen Saisontoren elf bis 13 (20./22./69. Minute) der Mann des Tages. «Die ersten 25 Minuten waren hervorragend, unser bester Fußball in der Allianz Arena mit unglaublichen Toren», schwärmte van Gaal. Für Bochum traf Christian Fuchs mit einem platzierten Freistoß (85.).

Interimstrainer Dariusz Wosz konnte beim VfL auf Anhieb kein Wunder vollbringen. «Aber wir haben uns nicht abschlachten lassen», betonte er. Im Heimspiel gegen Hannover 96 kommt es am 34. Spieltag für die auf einen direkten Abstiegsplatz abgestürzten Bochumer zu einem echten Endspiel. «Wir müssen Hannover schlagen, egal wie», sagte Wosz beschwörend.

Der Ex-Nationalspieler hatte beim VfL zwei Tage nach der Entlassung von Heiko Herrlich Mut bewiesen, baute die Startelf auf vier Positionen um und bot in Stanislav Sestak und Zlatko Dedic zwei Stürmer auf. Umsonst: Wie ein ICE rollte die Bayern-Offensive an, Ivica Olic (5./6.) und Müller (5.) hatten die ersten Chancen.

Bei seinem frühen Doppelschlag traf Müller erst mit der Brust und dann nach einer Volley-Kombination über Philipp Lahm und Franck Ribéry mit dem Kopf. Nach der Zirkus-Nummer nahmen die Bayern ein wenig Gas raus. In dieser Phase kamen auch die Bochumer zu Chancen durch Paul Freier (28.), Milos Maric (33.) und Sestak (39.). Der Bayern-Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können: Müller traf noch den Pfosten (54.), der eingewechselte Mario Gomez hatte Pech mit einem Pfostenschuss (81.).

All diese Szenen gingen aber fast unter in dem gewaltigen Jubel über die Bremer Tore in Gelsenkirchen. Er habe es «erwartet», dass Schalke gegen Bremen patzen würde, sagte van Gaal, der stolz hinzufügte: «Es haben nicht viele Trainer das Glück, in drei Ländern Europas Meister zu werden.» In Holland, Spanien und nun Deutschland. (dpa)

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