Bundesliga Fürth-Coach Leitl „sehr angefressen“ nach Negativrekord

Die SpVgg Greuther Fürth blendet den Blick auf die Tabelle aus. Das ist für den meilenweit abgeschlagenen Aufsteiger sicher auch besser so.
28.11.2021, 10:48
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Fürth (dpa) - Nach dem brutalen Niederlagenrekord seiner Fürther kritisierte Stefan Leitl mit kratziger Stimme schonungslos seine überforderte Viererkette.

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht bundesligatauglich, wenn du so viele Gegentore bekommst“, konstatierte der verärgerte Trainer der SpVgg Greuther Fürth nach dem defensiv blamablen 3:6 (1:2) gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Es war die elfte Niederlage des Aufsteigers am Stück - das ist innerhalb einer Saison noch keinem anderen Verein widerfahren.

Leitls von Ausfällen durchsiebte Viererabwehr ist in der aktuellen Zusammensetzung für den schier hoffnungslosen Kampf um den Klassenerhalt einfach nicht geeignet. „Ich bin schon sehr angefressen“, räumte der gesundheitlich leicht angeschlagene Coach auf der Pressekonferenz ein. „Wenn du dich gerade in der Abwehrkette so präsentierst, reicht es einfach nicht.“

Trainer fehlt das Verständnis

Drei Treffer geschossen - und dennoch in einem wilden Wettschießen keinen Punkt geholt. Dafür fehlte Leitl nach einem ungestümen 100. Pflichtspiel als Fürther Trainer das Verständnis. Eine Erklärung für die phasenweise stümperhafte Abwehrarbeit hatte er aber auch nicht. „Einen Ansatz habe ich jetzt keinen“, gestand Leitl, der Torwart Marius Funk aus seiner Kritik ausnahm.

Den 44-Jährigen treibt die Hoffnung. Die verletzt fehlenden Innenverteidiger Nick Viergever, Gideon Jung und Justin Hoogma sollen schnell zurückkehren. Bei den Fürthern ist es schließlich auch eine Qualitätsfrage. „Leider hatten wir einige Spieler nicht auf sehr gutem Niveau“, klagte Leitl. Und bei einigen davon liege es wiederum wohl auch an der „mentalen Kapazität“, denn die Bundesliga erfordert im Vergleich zur 2. Bundesliga permanente Aufmerksamkeit.

„Die Bundesliga ist nochmal ein anderes Niveau“, befand auch Timothy Tillman, der „harte Zeiten für uns alle“ einräumte. Nach Jamie Lewelings Führungstor in der 22. Minute hatte der Offensivspieler die dicke Chance zum 2:0, schoss aber nur an den linken Pfosten (32.). Im Gegenzug traf Ihlas Bebou (32., 62., 80.) erstmals zum Ausgleich, Georginio Rutter (40., 57.) gelang ein Doppelpack.

„Wir müssen schauen, dass wir die nächsten Wochen bis zum Winter das Beste rausholen und dann in der Rückrunde angreifen“, meinte Tillman, der in der zweiten Hälfte (46.) ebenso traf wie Kapitän Branimir Hrgota (67.). Ihr Fürther Teamkollege Marco Meyerhöfer (66.) zielte zwischenzeitlich noch ins eigene Tor.

39 Gegentore in der bisherigen Saison

Wo soll diese Saison nur enden für die SpVgg Greuther Fürth? Ein Punkt nach 13 Spieltagen, schon 39 Gegentore kassiert. Wenn man das auf die gesamte Saison hochrechnet, landet man bei... ach, so eine Prognose lässt man lieber. „Aktuell brauchen wir uns nicht mit der Tabelle zu beschäftigen, weil uns das auch nicht weiterbringt“, sagte Leitl. „Wir müssen punkten.“

Die Fürther wollen Zähler. Auf eines kann das bemitleidenswerte Team aber gut verzichten. „Wenn man Mitleid bekommt, ist es das Schmerzhafteste“, sagte Tillman, „weil du merkst, dass du es eigentlich kannst, es aber einfach nicht klappt.“

© dpa-infocom, dpa:211128-99-173041/2

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