Hamburg Funkels Frust: Alles gegen Hertha «verschworen»

Hamburg. Als nach seinem verpatzten Jubiläum auch noch die Kunde von Hannovers Sieg die Runde machte, war Friedhelm Funkel endgültig bedient. «Gegen uns hat sich heute alles verschworen», klagte Funkel nach seinem 450. Spiel und der 200. Niederlage als Bundesliga-Coach.
07.03.2010, 13:50
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Hamburg. Als nach seinem verpatzten Jubiläum auch noch die Kunde von Hannovers Sieg die Runde machte, war Friedhelm Funkel endgültig bedient. «Gegen uns hat sich heute alles verschworen», klagte Funkel nach seinem 450. Spiel und der 200. Niederlage als Bundesliga-Coach.

Wohl selten war der 56-jährige Fußball-Lehrer so gefrustet wie nach Herthas unglücklichem 0:1 (0:1) beim Hamburger SV. Seine Berliner hatten gerackert, gekämpft und alles versucht - doch am Ende gab es für das Schlusslicht wieder nichts zu holen. Stattdessen durfte sein Kollege Bruno Labbadia mit knappen Worten das positive Fazit aus Hamburger Sicht ziehen: «Es heißt: Mund abputzen, drei Punkte mitnehmen und es ist schön, auf die Tabelle zu gucken.»

Denn trotz einer schwachen Leistung (Funkel: «Ich glaube, der HSV weiß überhaupt nicht, warum er das Spiel gewonnen hat») baute der Tabellenvierte dank des Treffers von Marcell Jansen (40. Minute) im Kampf um die internationalen Plätze den Vorsprung auf Bremen auf vier Punkte aus. Die Berliner indes schmerzt der Blick auf das Tableau: Schon seit 20 Spieltagen haben sie die Rote Laterne inne, nach Hannovers 2:1 in Freiburg ist der Abstand zum rettenden 15. Rang wieder auf fünf Zähler angewachsen. Die Analyse von Hertha-Kapitän Arne Friedrich macht ebenfalls kaum Hoffnung: «Insgesamt ist es zu wenig, auch wenn wir alles versuchen.» Zumindest Funkel gab sich am folgenden Tag wieder kämpferisch: «Ich habe keine Angst vor den nächsten neun Spielen.»

Immerhin kann Funkel trotz des Dauertiefs in Ruhe weiterarbeiten. Nachdem ihm die Clubspitze zuvor das Vertrauen ausgesprochen hatte, sei die Frage nach seiner Zukunft «absolut unnötig», beschied der Coach einem Journalisten. Auch Friedrich und Manager Michael Preetz versicherten übereinstimmend: «Wir beenden die Saison mit Friedhelm Funkel.» Doch wenn die Hertha am 8. Mai nicht als Absteiger feststehen will, muss schon in der kommenden zum «Sechs-Punkte-Spiel» ausgerufenen Partie gegen den 1. FC Nürnberg eine Serie gestartet werden. «Die Zeit läuft gegen uns. Wir wissen, dass wir punkten müssen», sagte Mittelfeld-Kämpfer Florian Kringe.

Das gilt auch für den HSV, soll es auch in der kommenden Saison europäische Festspiel-Abende in Hamburg geben. Der im zweiten Durchgang eingewechselte Stürmerstar Ruud van Nistelrooy, der in der Schlussminute zweimal an Hertha-Keeper Jaroslav Drobny scheiterte, hat trotz des enteilten Spitzentrios sogar noch die Champions League im Blick. «Wir müssen die neun Spiele so weitermachen und versuchen, die alle zu gewinnen. Und dann sehen wir am Ende, ob das geklappt hat oder nicht», sagte der königsklassen-verwöhnte Niederländer.

Doch alle demonstrativ zur Schau gestellte Zuversicht konnte wohl auch den neuen Sportdirektor Urs Siegenthaler, der sich unter die 53 905 Zuschauer gemischt hatte, nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem HSV die Leichtigkeit des Siegens abhandengekommen ist. So lange aber die Resultate wieder stimmen, will Labbadia nicht allzu hart mit seiner Elf ins Gericht gehen. Zumal bereits am 9 März das schwere Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League gegen den RSC Anderlecht ansteht. Labbadia: «Wir haben gegen Berlin die erhoffte Serie gestartet - gegen die Belgier wollen wir nun nachlegen und den Grundstein für das Rückspiel eine Woche später legen.» (dpa)

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