Bremen-Liga Brinkumer SV zeigt zu wenig

Das Team von Trainer Mike Gabel kassierte beim 0:1 gegen den OSC Bremerhaven die erste Niederlage in dieser Saison. Der BSV-Coach blieb gefasst, ärgerte sich aber dennoch über den Auftritt seines Teams.
12.09.2021, 17:59
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Von Karsten Bödeker

„Wir sind nicht gut genug, um mit weniger als 100 Prozent über die Runden zu kommen.“ Diese klare Aussage macht Mike Gabel, Trainer des Fußball-Bremen-Ligisten Brinkumer SV nach der 0:1 (0:1)-Niederlage beim OSC Bremerhaven. Zuvor hatte sein Team vor allem in der ersten Hälfte vieles vermissen lassen. Für Alarmglocken sei es noch zu früh und eine Niederlage ist selbst für einen Titelaspiranten nach fünf Spieltagen kein Beinbruch. Dennoch ist die Situation an der Spitze in dieser Liga so eng, dass es am Ende auf jeden Punkt ankommen wird. Besonders ärgerlich war, dass der Hauptkonkurrent Bremer SV eine Stunde zuvor auch nur ein Remis geholt hatte, Brinkum diesen Patzer aber nicht nur nicht ausnutzen konnte, sondern im negativen Sinne noch einen draufsetzte.

Gabel blieb gefasst, machte in einem Nebensatz aber deutlich: „Wenn das noch einmal passiert, werde ich ärgerlich. Das war ein uninspirierter, pomadiger Auftritt, ohne dass einfachste taktischen Vorgaben umgesetzt wurden. Der OSC hat es gewollt und uns gezeigt, wie es geht.“ Die Bremerhavener, die mit vier Punkten äußerst mäßig gestartet waren, gingen engagiert in die Zweikämpfe. Als Brinkum in Hälfte zwei besser und sicherer spielte, gelang es dem OSC, den BSV weitestgehend und vor allem weit vom eigenen Tor entfernt zu halten. „Wir sind kaum in den Strafraum gekommen“, so Gabel. Mohamad Taha gegen Keeper Jan Klaus Fauseweh (83.) sowie Dennis Janssen mit einem Schuss am Tor vorbei (90.+5) vergaben zwei Gelegenheiten. Janssen hätte durchaus noch Zeit gehabt, den Ball in Ruhe zu stoppen und zu kontrollieren. „Wir waren zu umständlich vorm Tor“, beobachtete Gabel. Der Coach haderte mit einer Situation nach gut einer Stunde: Omar Kujabi wurde gefoult, doch statt Elfmeter gab es Abstoß (65.). „Das war spielentscheidend“, war sich Gabel sicher. Ebenso entscheidend war, was die Brinkumer vor allem vor der Pause eben nicht zeigten: Es mangelte an Engagement, ein lockerer Aufgalopp reichte nicht. Die Spitzen Yagmur Horata, Kujabi und der bis dato neunfache Torschütze Ramien Safi hingen in der Luft. „Wir sind mit vier Siegen und 25 Toren angereist und spielen wie ein total verunsichertes Team“, bemängelte Gabel.

Ob es eine Frage der falschen Einstellung seiner Mannen nach dem zu leicht verlaufenen Saisonstart war, wollte Gabel nicht mutmaßen. Der OSC presste konsequent. „Wir lassen uns den Schneid abkaufen und sind nur hinterher gelaufen“, monierte nicht nur Gabel. Nach einem von Ali Hazimeh verursachten Freistoß köpfte Justin Sauermilch nach weitem Freistoß das Tor des Tages (14.).

In Hälfte zwei spielte Brinkum deutlich engagierter, zwang den OSC zu Fehlern, zeigte ein besseres Aufbauspiel, meistens aber nur bis zum Sechzehner. Der Sieg der Gastgeber sei deshalb folgerichtig, bestätigte Mike Gabel am Ende.

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