Nürnberg Gute Laune beim Sieglos-«Club»: Kurve nach oben

Nürnberg. Dieter Hecking macht den Gute-Laune-Onkel, Andreas Wolf spricht von Aufschwung. Beim 1. FC Nürnberg ist die Fußball-Welt trotz sechs sieglosen Bundesligaspielen in Ordnung.
24.01.2010, 14:40
Lesedauer: 2 Min
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Nürnberg. Dieter Hecking macht den Gute-Laune-Onkel, Andreas Wolf spricht von Aufschwung. Beim 1. FC Nürnberg ist die Fußball-Welt trotz sechs sieglosen Bundesligaspielen in Ordnung.

«Die Kurve geht nach oben», gab Kapitän Wolf nach dem mageren 1:1 gegen Eintracht Frankfurt zum Besten. Die schwarze Serie von fünf Pleiten ist vorbei, der vorletzten Tabellenplatz und die Abstiegsgefahr aber bleiben. Hecking gab nach seinem zähen Heimdebüt als neuer «Club»-Trainer zu, dass ein Heimpunkt zu wenig sei im Kampf um den Klassenverbleib, und blickte neidisch hinüber zu seinem Kollegen Michael Skibbe. Seine Frankfurter schnuppern nach sechs Spielen ohne Niederlage an den lukrativen Europapokalplätzen.

«Wir müssen auf dem Boden bleiben», warnte Benjamin Köhler aber vor internationalen Träumereien. Per Kopf hatte der kleine Eintracht- Flitzer in der 40. Minute Nürnbergs Führung durch Christian Eiglers (27.) Kopfballtreffer ausgeglichen und damit bereits den Endstand einer unspektakulären Begegnung hergestellt. Auch Tor-Vorbereiter Patrick Ochs will von Europa noch nichts wissen: «Wir wollen oben dran bleiben, aber erst wollen wir unser Ziel, das sind 46 Punkte, erreichen. Dann sehen wir weiter».

Nach vorne schauen die Nürnberger auch und schöpfen vor dem Kellerderby gegen Heckings ehemaligen Club Hannover 96 aus zwei Spielen Hoffnung, die nicht gewonnen wurden. Nach dem 0:1 vor einer Woche auf Schalke sprach Hecking von einem «Mutmacher», appellierte unter der Woche an den fränkischen Fußball-Stolz («Verdammt noch mal, wir sind doch wer in Deutschland») und verbreitete nach dem mageren Remis gegen Frankfurt mit Durchhalteparolen gute Stimmung.

«Anders geht es eben nicht. Es ist noch ein weiter Weg, aber es gibt keinen Grund, in Depressionen zu verfallen. Wenn wir weiter an unsere Fähigkeiten glauben, können wir dieses Ziel erreichen», richtete Hecking aufmunternde Worte an seine Mannschaft, die durch Eigler nach 477 Minuten ohne Treffer immerhin wieder ins Schwarze getroffen hatte.

Der Torschütze war fast der einzige Nürnberger, der die Situation des Altmeisters richtig einschätzte:» «Wenn man zu Hause nur einen Punkt holt, kommt man da unten nicht raus». Einig waren sich alle «Cluberer», dass in Hannover mehr Entschlossenheit und Aggressivität nötig ist. «Wir müssen das Glück erzwingen und unsere Stärken forcieren», forderten Wolf, der wegen der fünften Karte gesperrt ist, und der vom FC Bayern ausgeliehene Andreas Ottl.

Der FCN spielt nicht mehr den fatalen Hurra-Stil von Ex-Trainer Michael Oenning, verliert bei aller Disziplin aber das Ziel des Fußballspiels aus den Augen. Im Mittelfeld fehlt eine ordnende Hand, im Angriff ein «Knipser». Ein Roy Makaay, der sich jüngst den Franken angeboten hat, würde dem FCN gut tun. Doch Sportdirektor Martin Bader will den früheren Bayern-Stürmer nicht und holte stattdessen in Mickael Tavares vom Hamburger SV einen weiteren Mittelfeldspieler. Der 27-Jährige wurde bis Saisonende ausgeliehen. (dpa)

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