Bundesliga Hannover 96: Affront gegen Fromlowitz

Hannover. Die Transferpolitik von Hannover 96 bleibt auch nach dem Ende der Wechselfrist umstritten. Nicht die Verpflichtung der Leihgaben Elson vom Ligarivalen VfB Stuttgart und Arouna Koné vom FC Sevilla, sondern der letztlich geplatzte Transfer von Torhüter Gerhard Tremmel erhitzte die Gemüter.
02.02.2010, 14:11
Lesedauer: 2 Min
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Hannover. Die Transferpolitik von Hannover 96 bleibt auch nach dem Ende der Wechselfrist umstritten. Nicht die Verpflichtung der Leihgaben Elson vom Ligarivalen VfB Stuttgart und Arouna Koné vom FC Sevilla, sondern der letztlich geplatzte Transfer von Torhüter Gerhard Tremmel erhitzte die Gemüter.

Für viele Fans des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten war das ein Affront gegen Keeper Florian Fromlowitz, der nach dem Freitod von Robert Enke das schwere Erbe im 96-Tor angetreten hat. Von einem Misstrauensbeweis gegen den U 21-Europameister wollten Trainer Mirko Slomka und Sportdirektor Jörg Schmadtke aber nichts wissen.

«Tremmel ist an uns herangetragen worden. Wir haben das geprüft, aber es war nicht realisierbar», sagte Schmadtke zu der Überlegung, den Keeper des Zweitligisten Energie Cottbus zurück nach Hannover zu holen. «Wir sind in einer brisanten Situation. Da wäre es verwerflich, wenn wir uns nicht mit allen Mannschaftsteilen beschäftigen würden. Das ist unsere Pflicht», argumentierte Slomka. «Das hat nichts mit Fromlowitz zu tun. Das Thema hängt zu hoch, ich glaube nicht, dass sich Florian durch so eine Kleinigkeit durcheinanderbringen lässt», fügte der neue 96-Coach hinzu.

Fromlowitz, der zwar nicht die Ruhe, Umsicht und Sicherheit seines Vorgängers Enke ausstrahlt, in den vergangenen Wochen aber auch nicht schlechter als die anderen verunsicherten 96-Profis spielte, wurde von den Torwart-Überlegungen im Verein überrascht. «Ich war nicht informiert. Das hat mich nicht zu interessieren, ich muss auf mich schauen», kommentierte der 23-Jährige die viel diskutierte Personalie. Er soll in Hoffenheim wieder im Tor stehen, Alternative wäre der im Dezember geholte Routinier Uwe Gospodarek. «Ich gehe davon aus, dass Florian spielt», sagte Slomka.

Das gilt auch für die beiden Offensivkräfte Elson und Koné, die im Schneetreiben ihr erstes Training absolvierten. Der Brasilianer Elson, der in kurzer Hose auflief, gab sich kämpferisch. «Ich werde mich drei Monate auf Hannover 96 konzentrieren. Das ist meine Chance», sagte der Freistoßspezialist. Der Ivorer Koné freute sich, in Hannover auf seine Landsleute Didier Ya Konan und Constant Djakpa zu treffen. «Das erleichtert mir die Integration», teilte der Angreifer über den Dolmetscher und Ex-96-Profi Valerien Ismael mit.

«Wir haben die Qualität des Kaders durch die Zugänge verbessert», sagte Sportdirektor Schmadtke. Allerdings müssen die Niedersachsen bei ihrem Versuch, den Negativtrend von neun sieglosen Partien zu stoppen, in den nächsten zwei Wochen auf Hanno Balitsch verzichten. Der defensive Mittelfeldspieler fällt wegen einer Knieoperation aus. (dpa)

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