Frauen Harter Weg bis zur WM - Entwarnung für Garefrekes

Wolfsburg. Das Potenzial ist groß, der Konkurrenzkampf hart und der Weg bis zum Start der «Gold-Mission» bei der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land lang und arbeitsintensiv.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Wolfsburg. Das Potenzial ist groß, der Konkurrenzkampf hart und der Weg bis zum Start der «Gold-Mission» bei der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land lang und arbeitsintensiv.

«Da wird noch eine Menge Schweiß den Mittellandkanal hinunterfließen», sagte Stürmerin Martina Müller mit Blick auf die kommenden acht Monate und das harte Ausleseverfahren bis zum WM-Auftakt am 26. Juni 2011 in Berlin. «Die Konkurrenz ist groß, da muss man sich immer wieder neu beweisen», betonte auch Fatmire Bajramaj nach dem 2:1 (1:1) der deutschen Frauen gegen Australien in Wolfsburg.

Mit ihrem Siegtreffer in der 71. Minute bewahrte die für den VfL Wolfsburg spielende Lokalmatadorin Müller die DFB-Elf in der Volkswagen Arena vor einem Rückschlag im vorletzten Länderspiel des Jahres und empfahl sich für einen Platz im WM-Kader. «Sie war sehr agil. Ich gönne es Martina, dass ihr das entscheidende Tor vor eigenem Publikum gelungen ist», lobte Bundestrainerin Silvia Neid die 30-Jährige. Ein vielversprechendes Debüt gab neben U 20-Weltmeisterin Dzsenifer Marozsan auch Mülles Clubkameradin Verena Faißt. «Sie hat mir sehr gut gefallen über die linke Seite», sagte Neid zum Auftritt der vielseitigen Abwehrspielerin.

Anders als die VfL-Spielerinnen bewies das Publikum in Wolfsburg noch keine WM-Reife. Nur 7229 Fans verfolgten in der WM-Arena die Partie gegen den Asienmeister. Weniger Zuschauer bei einem Heim- Länderspiel des Welt- und Europameisters kamen zuletzt vor mehr als drei Jahren in Gera (4793). Selbst Neid konnte ihre Enttäuschung kaum verbergen. «Vielleicht lag es hier in Wolfsburg an Früh- und Spätschicht. Aber wir können die Leute ja nicht ins Stadion prügeln.»

Zwar bot die DFB-Elf keine Gala, dennoch war Neid mit dem Test «sehr zufrieden». Nach dem Rückstand durch Samantha Kerr (28.), die die für Stammkeeperin Nadine Angerer aufgebotene Ursula Holl mit einem Heber überlistete, rappelte sich das Team um Birgit Prinz auf und kam durch Inka Grings (36.) und Müller zum Erfolg. «Alle haben ein gutes Spiel gemacht, auch wenn nicht alles geklappt hat», meinte Neid, die vor allem die Einstellung und Einsatz im Training lobte. «Alle haben das Ziel, bei der WM dabei zu sein. Es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten.»

Bis zum Start der unmittelbaren WM-Vorbereitung am 11. April 2011 geht das Casting weiter. Die Bundesliga-Saison endet schon am 13. März, nach dem Pokalfinale am 26. März in Köln haben auch die letzten Kandidatinnen Urlaub. Die sechs geplanten WM-Lehrgänge will Neid mit 22 Feldspielerinnen und vier Torhüterinnen angehen. Nur 18 plus drei schaffen dann den Sprung in das Aufgebot des Titelverteidigers, der bis zum WM-Start vier Testspiele geplant hat.

Die größte Baustelle bleibt die Abwehr. In der Innenverteidigung hinterließen Saskia Bartusiak und Lena Goeßling nicht den sichersten Eindruck. Neid hofft auf die rechtzeitige Genesung der schmerzlich vermissten Duisburgerin Annike Krahn, die sich nach ihrem im August erlittenen Kreuzbandriss in der Reha befindet. «Bei ihr muss ich erst mal abwarten, wann sie wieder trainieren kann», sagte Neid.

Immerhin blieben ihr weitere personelle Rückschläge erspart. Die Verletzungen von Kerstin Garefrekes und Sonja Fuss entpuppten sich als nicht so gravierend. Garefrekes erlitt eine Prellung des linken Knies und des Innenbandes. Fuss muss mit einer Sprunggelenkprellung und einer Zerrung des Innenbandes pausieren. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+