Bundesliga Hertha-Coach Funkel trotzig: Verschenken nichts

Berlin. Friedhelm Funkel will von Abstieg, Abschied und Abgang noch immer nichts wissen. Der glücklose Chefcoach des abgeschlagenen Tabellen-Schlusslichts Hertha BSC verspricht stattdessen Bayer Leverkusen und der Liga einen Kampf bis zur letzten Sekunde.
29.04.2010, 14:40
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Berlin. Friedhelm Funkel will von Abstieg, Abschied und Abgang noch immer nichts wissen. Der glücklose Chefcoach des abgeschlagenen Tabellen-Schlusslichts Hertha BSC verspricht stattdessen Bayer Leverkusen und der Liga einen Kampf bis zur letzten Sekunde.

Die mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer schier aussichtslose Lage des Hauptstadt-Clubs zwei Runden vor Saisonende ändert für das 56-jährige Trainer-Urgestein daran nichts: «Auch die kleinste Möglichkeit kannst du nicht einfach verschenken. Wir wollen zumindest dieses Spiel erstmal gewinnen», erklärte Funkel vor dem Gastspiel des Berliner Fußball-Bundesligisten in Leverkusen, wo Bayer um seine Champions-League-Chance kämpfen wird.

Immer und immer wieder hatte sich Funkel in der für Hertha katastrophalen Saison dagegen gewehrt, von einer letzten Chance oder einem Endspiel um den Klassenerhalt zu sprechen. Nun aber bleibt dem Berufsoptimisten, dessen Vertrag in Berlin mit dem Abstieg auslaufen würde, nichts anderes übrig. «Jetzt haben wir wirklich ein Endspiel vor der Brust», sagte Funkel, der um den Einsatz der angeschlagenen Gojko Kacar, Cicero und Fabian Lustenberger bangen muss. Die Langzeit-Verletzten Florian Kringe und Roman Hubnik fehlen ohnehin; Lewan Kobiaschwili ist gelb-gesperrt.

Hertha kämpft um die Mini-Mini-Chance auf das Wunder, Bayer 04 will unbedingt wieder auf Tabellenplatz drei und damit die Qualifikation für die europäische Königsklasse. Funkel wittert in dieser Konstellation einen möglichen Vorteil für sein Team: «Ich weiß nicht, ob die Leverkusener mit Mann und Maus angreifen. Aber mit Sicherheit werden sie offensiv aufgestellt und eingestellt sein. Das wird uns Räume eröffnen.» Zudem seien die starken Auswärts-Auftritte der Berliner in der Rückrunde auch an Bayer-Coach Jupp Heynckes nicht vorbeigegangen: «Jupp hat auch Respekt vor Hertha BSC», sagte Funkel.

Andererseits ist in Berlin das Thema 2. Liga längst allgegenwärtig und raubt möglicherweise wichtige Konzentration auf die erhoffte wundersame Rettung gegen Leverkusen und dann Bayern München zum Saison-Halali. «Wir haben ja schon gesagt, dass wir schon länger zweigleisig planen. Das machen wir aber hinter den Kulissen und nicht vor den Augen der Öffentlichkeit», erklärte Michael Preetz, der die Mission sofortiger Wiederaufstieg leiten soll, obwohl der Manager-Novize in seinem ersten Jahr in der Verantwortung nicht von einem Teil der Schuld am Hertha-Fiasko befreit werden kann.

Die Profis werden schon jetzt täglich mit der Frage konfrontiert, wie es bei ihnen weitergeht. Insgesamt zwölf Verträge laufen aus: Die anderen Kontrakte gelten nur für die 1. Liga und müssten verlängert werden, um beispielsweise für Kapitän Arne Friedrich eine Ablöse kassieren zu können. Hertha hält dafür die Optionen.

Einige Spieler wie Kobiaschwili (von Schalke geliehen), Marc Stein (könnte Samstag in die Startelf rücken), Christoph Janker, Waleri Domowtschijski und Artur Wichniarek haben bereits angedeutet, dass sie in Liga zwei für Hertha weiterspielen würden. Im speziellen Fall Wichniarek, dessen Rückholaktion zu einer großen Enttäuschung wurde, könnte das aber ein falsches Signal für den Neubeginn sein. Gleiches trifft wohl auf den durchaus zweitliga- und aufstiegserfahrenen Funkel zu, der sich selbst die Weiterbeschäftigung vorstellen könnte. (dpa)

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