Berlin Hertha im Abseits - Funkel: Schon vier Punkte weg

Berlin. Das Entsetzen hatte sich kaum gelegt, da rechneten Trainer und Manager vor, wie viele Punkte Hertha BSC wegen vermeintlicher Schiedsrichter-Fehler im Abstiegskampf schon verlor. Die Berliner fühlten sich nach dem 0:0 gegen Borussia Dortmund ins Bundesliga-Abseits gestellt.
28.03.2010, 12:52
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Berlin. Das Entsetzen hatte sich kaum gelegt, da rechneten Trainer und Manager vor, wie viele Punkte Hertha BSC wegen vermeintlicher Schiedsrichter-Fehler im Abstiegskampf schon verlor. Die Berliner fühlten sich nach dem 0:0 gegen Borussia Dortmund ins Bundesliga-Abseits gestellt.

Das nicht gegebene Siegtor von Theofanis Gekas ließ die Verzweiflung beim Tabellen-Letzten weiter wachsen. Sport-Geschäftsführer Michael Preetz fand es extrem, wie sich Abseits-Entscheidungen gegen die um Anschluss ringenden Berliner summiert hätten und sprach von einem «Hauptstadt-Problem». Trainer Friedhelm Funkel erinnerte dabei an das 1:2 in Bremen und das späte 1:2 gegen Nürnberg. Nun noch der aberkannte Kopfballtreffer von Gekas, der den ersten Heimsieg seit 231 Tagen bedeutet hätte: «Das ist sehr, sehr bitter. Das sind vier Punkte, die uns fehlen», sagte Funkel. Genau jene vier Zähler trennen Hertha von Hannover 96.

Preetz hörte in einer stillen Ecke zu und stützte sein Gesicht in die gefalteten Hände. «Gegen Nürnberg verloren, weil die Fahne unten blieb, diesmal zwei Punkte verloren, weil sie oben ist», fasste der Ex-Torjäger seine Sicht zusammen und sprach von einem klaren Tor von Gekas. Aber: Der Grieche stand in der 79. Minute bereits beim langen Zuspiel in seine Richtung im Abseits, ehe er die verunglückte Rückgabe von Felipe Santana ins Dortmunder Tor köpfte.

Den Frust der Herthaner stützte DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel. «Nachdem ich die Fernsehbilder gesehen habe, würde ich sagen, dass es kein Abseits war», sagte Strigel am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Für Strigel habe Gekas zwar im Abseits gestanden, aber nicht ins Spielgeschehen eingegriffen. «Damit handelt es sich um eine nicht strafbare Abseitsstellung.»

Bei der dann verunglückten Kopfball-Rückgabe des Dortmunders Felipe Santana habe der Schiedsrichter Lutz Wagner zwischen einer «gezielten Aktion und einem unkontrollierten Abpraller» entscheiden müssen. «Für mich hat der Dortmunder Spieler den Ball gezielt zurückgeköpft. Dadurch ist eine neue Spielsituation entstanden und damit war das Tor korrekt», sagte Strigel.

«Hundertprozentig abseits», urteilte hingegen der als Fernseh- Experte geschulte BVB-Trainer Jürgen Klopp - und zwar nicht, weil der Tabellen-Vierte nach einer mäßigen Leistung davon profitiert habe, wie Klopp beteuerte. Das Problem sei die unterschiedliche Auslegung bei aktivem und passivem Abseits. «Jetzt geht der Mist los mit der fließenden Situation. Das Problem ist, dass wir alle schon in Situationen gelitten haben, wo Tore gegeben wurden», sagte Klopp. Auch Funkel klagte, es werde unterschiedlich gepfiffen. Hertha- Kapitän Arne Friedrich, dessen Verteidiger-Kollege Roman Hubnik sich am Knie verletzte, meinte indes: «Wir haben versäumt, die Tore zu machen. Wir können uns nicht beim Schiedsrichter beklagen.»

Sechs Tage nach der 5:1-Gala in Wolfsburg untermauerte das Schlusslicht, dass es sich längst nicht aufgegeben hat. Nur der schwache Hertha-Abschluss bewahrte die Dortmunder Europapokal- Anwärter vor 10 000 eigenen Fans vor der ersten Pleite nach drei Siegen. Immerhin gelang den Berlinern zwei Wochen nach der Horror- Partie gegen Nürnberg und vor dem Teil-Ausschluss der Zuschauer am 10. April gegen Stuttgart die Versöhnung mit den eigenen Fans.

Vor der mit einigen Extra-Absperrungen und Zusatzordnern gesicherten Ost-Kurve dankten die Spieler kurz für die Anfeuerung durch die Saisonrekord-Kulisse von 60 441 Anhängern. Funkel fand die Unterstützung unglaublich. Die Stimmung blieb trotz der verlorenen Punkte auch deshalb positiv, weil Nuri Sahin in der Nachspielzeit die größte Dortmunder Chance des Spiels vergab. (dpa)

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