Berlin Hertha wieder nur 0:0: Defensive «reicht nicht»

Berlin . Mit der zweiten Nullnummer nacheinander rückt für Hertha BSC das Gespenst 2. Liga immer näher. Nach dem 0:0 zu Hause gegen Mönchengladbach kam der abgeschlagene Tabellenletzte auch gegen den VfL Bochum über ein torloses Remis nicht hinaus.
30.01.2010, 19:10
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Berlin . Mit der zweiten Nullnummer nacheinander rückt für Hertha BSC das Gespenst 2. Liga immer näher. Nach dem 0:0 zu Hause gegen Mönchengladbach kam der abgeschlagene Tabellenletzte auch gegen den VfL Bochum über ein torloses Remis nicht hinaus.

Damit sind die Berliner in der Fußball-Bundesliga im Olympiastadion nun schon seit 175 Tagen ohne Sieg, der letzte und einzige «Dreier» hier datiert vom 8. August des Vorjahres. «Für den Klassenerhalt müssen wir Spiele gewinnen. Es reicht nicht, defensiv stabil zu stehen», erklärte Hertha-Trainer Friedhelm Funkel. Kapitän Arne Friedrich wurde noch deutlicher: «Das war eine absolute Enttäuschung. In der ersten Hälfte haben wir überhaupt keine Chance gehabt. Nach vorne waren wir heute einfach zu schwach.»

Hertha bleibt trotz am Ende verzweifelter Bemühungen mit elf Punkten am Tabellenende kleben, das rettende Ufer ist nach 20 Spielen mindestens sieben Punkte entfernt. Bochum (21 Zähler) hat nach dem vierten Spiel nacheinander ohne Niederlage zumindest erst einmal den Anschluss zum unteren Mittelfeld gefunden. Chefcoach Heiko Herrlich zeigte sich «zufrieden mit dem Auftritt und dem Punktgewinn insgesamt». Seit fast 19 Jahren aber wartet der Revierclub nun auf einen Sieg in Berlin. Paul Freier war einfach nur «verärgert, dass wir heute nicht gewonnen haben».

Vor 38 127 Zuschauern im «Eisschrank» Olympiastadion fanden die Gastgeber lange Zeit keine Mittel gegen die kompakt agierenden Gäste. Hertha fehlten vor allem Tempo und Ideen im Mittelfeld, wo der Schweizer Fabian Lustenberger wegen einer Oberschenkelverhärtung kurzfristig ausgefallen war. Angst und Zurückhaltung legte Hertha zu spät ab, gefährliche Offensivaktionen blieben lange Mangelware, der Endspurt brachte nichts mehr ein. «Es ist kein Fortschritt, aber auch kein Rückschritt», meinte Hertha-Präsident Werner Gegenbauer und versuchte damit weiter, jede Abstiegs-Hektik zu vermeiden.

Erst «nach einer deutlichen Ansprache in der Halbzeit» (Funkel) spielten die Gastgeber couragierter, hatten Cicero (63.) und Friedrich (64.) Riesen-Möglichkeiten. Doch der Brasilianer schoss aus vier Metern VfL-Keeper Philipp Heerwagen an den Kopf; ein Versuch des Hertha-Kapitäns aus sechs Metern wurde in letzter Sekunde abgeblockt. Theofanis Gekas, mit dem VfL 2007 noch Bundesliga-Torschützenkönig, gelang gegen seinen Ex-Club überhaupt nichts.

Die zuletzt in fremden Stadien beeindruckend und erfolgreich aufspielenden Bochumer, die elf Punkte in den vergangenen fünf Auswärtspartien einspielten, erkannten ihre Chance. Ohne die erneut fehlenden Diego Klimowicz (Infekt) und Antar Yahia (Afrika-Cup) starteten sie aus einer sicheren Abwehr ihre Angriffs-Versuche, ohne zunächst wirklich gefährlich zu werden. Der 19-jährige Lewis Holtby, der erst kurzfristig vom Liga-Kontrahenten Schalke 04 verpflichtet worden war, stand noch nicht im Kader. Die beste Möglichkeit für den VfL vergab Stanislav Sestak, der aus sieben Metern eine Eingabe von Roman Prokoph nicht verwerten konnte (65.). Ein Freistoß von Milos Maric landete noch am Pfosten (90.+1) des Hertha-Tores. (dpa)

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