Niederlande Holland will Platz eins - Abschied von Eto'o

Kapstadt. Arjen Robben tritt vielleicht auf, Samuel Eto'o definitiv ab: Nach dem nahezu bedeutungslosen Vorrunden-Abschluss zwischen den Niederlanden und Kamerun gehen die beiden Superstars getrennte Wege.
23.06.2010, 21:50
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Kapstadt. Arjen Robben tritt vielleicht auf, Samuel Eto'o definitiv ab: Nach dem nahezu bedeutungslosen Vorrunden-Abschluss zwischen den Niederlanden und Kamerun gehen die beiden Superstars getrennte Wege.

Robben nimmt mit den «Oranjes» den ersten WM-Titel ins Visier, Eto'o hat den goldenen Pokal nach zwei Niederlagen längst aus den Augen verloren. «Mein Traumfinale ist Holland gegen Deutschland», sagte Robben, der gegen die bereits ausgeschiedenen Afrikaner endlich auf der glitzernden WM-Bühne erscheinen könnte. Für Eto'o fällt der Vorhang nach den 90 Minuten in Kapstadt hingegen viel früher als erwartet.

Trainer Bert van Marwijk stellte nach dem Abschlusstraining in Kapstadt ein Comeback von Robben in Aussicht. «Wir wollen sehen, wie er auf das Training reagiert. Treten keine Probleme auf, steht er in der Mannschaft.» Allerdings ließ van Marwijk offen, ob der Bayern-Star von Beginn an aufläuft. Wie der Coach hofft auch Robben auf ein Ende der Leidenszeit als Zuschauer: «Ich bin bereit. Wir werden aber nach Absprache mit der medizinischen Abteilung entscheiden, ob ich schon spiele», sagte Robben.

Zwar ist die «Elftal» nach den beiden glanzlosen Erfolgen gegen Dänemark (2:0) und Japan (1:0) bereits für die erste K.o.-Runde qualifiziert. Schonung für die Stars ist aber dennoch nicht geplant, auch weil mit dem siebten Sieg in Serie der Landesrekord eingestellt werden kann.

«Erwarten Sie nicht, dass ich jetzt plötzlich eine komplett andere Mannschaft aufs Feld schicke», sagte van Marwijk. Der Ex-Coach von Borussia Dortmund hat die Lehren aus der Vergangenheit gezogen. Bei der WM 2006 und der EM 2008 war der Europameister von 1988 nach den ersten beiden Vorrundenpartien ebenfalls bereits für das Achtelfinale qualifiziert. Van Marwijks Vorgänger Marco van Basten schonte daraufhin seine Stars, das Team verlor den Rhythmus und schied frühzeitig aus.

«Wir haben unsere Erfahrungen damit gemacht, deshalb ist es gut, wenn wir nicht zu viel wechseln», sagte Robben. Der Angreifer hofft dennoch, im Verlauf der Partie erste Spielpraxis bei seiner zweiten WM sammeln zu können. Doch wichtiger ist ihm, dass die «Oranjes» endlich bei einem großen Turnier ihr Potenzial ausschöpfen. «Ich denke, es ist an der Zeit», sagte Robben, der bereits weit vorausblickt. «Das Duell mit Brasilien im Viertelfinale könnte ein Schlüsselspiel sein.»

Doch zunächst müssen die Niederländer Platz eins in der Gruppe E sichern. Am Mittwoch stimmten sich Robben und Co. mit einem Besuch auf der geschichtsträchtigen Robben Island auf das letzte Vorrunden- Duell ein. Die Stars zeigten sich tief beeindruckt von der Historie der Insel, legten am Abend aber wieder den Fokus auf den Sport.

Ein Punkt reicht zum Gruppensieg. «Dann würden wir das Achtelfinale und auch eventuelle Viertel- und Halbfinals auf Meereshöhe spielen und das wäre einfacher», nannte Angreifer Robin van Persie einen weiteren Grund, die letzte Vorrundenbegegnung ernst zu nehmen. Schließlich hatten van Persie und Co. im ersten Spiel gegen Dänemark große Mühe mit der Höhe von Johannesburg. Die möglichen nächsten Spielorte Durban und Port Elizabeth liegen deutlich tiefer.

Van Marwijk wird deshalb wohl nur eine Veränderung vornehmen. Für den gelbvorbelasteten Gregory van der Wiel könnte der Stuttgarter Khalid Boulahrouz auf die rechte Abwehrseite rücken. Van Persie und Nigel de Jong, die beide auch bereits eine Gelbe Karte gesehen haben, werden dagegen ebenfalls beginnen wie der zuletzt leicht angeschlagene Rafael van der Vaart.

Für die Kameruner geht es in ihrem 20. WM-Spiel hingegen nur noch um die Ehre. «Wir werden all unsere Energie einsetzen und zeigen, dass Kamerun eine große Fußballnation bleibt. Die Löwen können noch brüllen», sagte Torhüter Hamidou Souleymanou. Und auch Trainer Paul Le Guen hält wenig vom Gerede über ein «Freundschaftsspiel»: «Wir müssen uns klar machen, dass es ein Privileg ist, hier zu spielen. Darüber hinaus geht es um das Image und das Prestige.»

Für Eto'o wird das Duell mit den Niederländern zum traurigen Abgang von der großen Bühne. Wie Robben wollte der afrikanische Ausnahme-Fußballer die Weltmeisterschaft prägen - doch eines der prominentesten Gesichter auf den Werbepostern ist längst nur noch eine Randfigur. (dpa)

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