Hamburg

HSV-Gala - Nürnberg auf Relegationsplatz

Hamburg. Nicht einmal zwei Tage nach dem Europa-League-Aus in London hat sich der Hamburger SV mit einer 4:0 (3:0)-Gala im letzten Bundesliga-Heimspiel mit seinen Anhängern versöhnt und den 1. FC Nürnberg noch tiefer in den Abstiegsstrudel geschossen.
01.05.2010, 18:44
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
HSV-Gala - Nürnberg auf Relegationsplatz

Hamburger SV - 1. FC Nürnberg

dpa

Hamburg. Nicht einmal zwei Tage nach dem Europa-League-Aus in London hat sich der Hamburger SV mit einer 4:0 (3:0)-Gala im letzten Bundesliga-Heimspiel mit seinen Anhängern versöhnt und den 1. FC Nürnberg noch tiefer in den Abstiegsstrudel geschossen.

Gleichzeitig wahrten die Hanseaten die Minimalchance auf Rang sechs in der Liga, der zur internationalen Teilnahme berechtigt. Mit nunmehr 51 Punkten beträgt der Abstand zum sieglosen VfB Stuttgart vor dem letzten Spieltag bei Werder Bremen drei Punkte. Die harmlosen Franken stürzten nach der vierten Niederlage in Serie auf Relegationsplatz 16 vor der letzten Partie gegen den 1. FC Köln.

«Ich habe daran geglaubt, auch wenn es mit der Entlassung von Bruno Labbadia eine extreme Woche war», sagte Interimscoach Ricardo Moniz, der noch an die kleine Möglichkeit glaubt, im nächsten Jahr auf der internationalen Bühne vertreten zu sein. Sein Gegenüber Dieter Hecking gab sich an der hohen Niederlage sogar eine Selbstschuld, er hätte die Spieler noch mehr motivieren müssen. «Glückwunsch zu einem absolut verdienten Sieg, es war klar, dass sich der HSV gut verabschieden wollte», sagte Hecking, der das Zweikampfverhalten der Franken stark kritisierte.    

«Mr. Europacup» Mladen Petric sorgte mit einem Doppelpack (19./25. Minute) für die Saisontreffer sieben und acht. «Ich muss ehrlich zugeben, wir wussten, dass es schwer wird», sagte der Kroate: «Wir wollten uns aber positiv von den Fans verabschieden, es war ein gutes Erlebnis für alle.»

In Führung gebracht hatte die Norddeutschen Jonathan Pitroipa (9.) - damit untermauerte der HSV seinen Ruf als Frühstarter: Keine andere Mannschaft hat so viele Tore in der Anfangsviertelstunde erzielt. Ruud van Nistelrooy (73.) sorgte für den krönenden Abschluss. Die Gäste-Mannschaft von Trainer Dieter Hecking schien sich ihrem Schicksal fast zu ergeben, einzig der Schweizer Albert Bunjaku zeigte seine Torgefährlichkeit in der 10. Minute, als er das Gehäuse von Frank Rost knapp verfehlte.

Im Gegensatz zu den letzten beiden Heimspielen, in denen die Hamburger torlos geblieben waren, zeigten sie auch nach den internationalen Strapazen eine engagierte Leistung. Bis auf Robert Tesche (Oberschenkelprobleme) und van Nistelrooy (muskuläre Probleme), für die die frischen Piotr Trochowski und Marcus Berg kamen, hatte Interimscoach Ricardo Moniz die gleiche Mannschaft aufgeboten wie beim 1:2 beim FC Fulham. Viele Dauerkartenbesitzer waren aus Enttäuschung über die zuletzt mageren Auftritte in der Liga gar nicht mehr gekommen, die offizielle Zuschauerzahl betrug 53 727.

Doch gegen die Franken, die besonders in den ersten 45 Minuten zu weit weg standen und keine Kontermöglichkeiten suchten, entfachten die Gastgeber einen Angriffswirbel. Schon das Hinspiel hatten die Norddeutschen mit 4:0 für sich entschieden.

Zunächst scheiterte zwar Berg (2./8.) an der Latte und dann an Gästekeeper Raphael Schäfer, doch dann nutzte Pitroipa einen Pass von Trochowski zu seinem dritten Saisontor. Die «Club»-Abwehr um den nach einem Daumenbruch zurückgekehrten Kapitän Andreas Wolf schlief komplett, auch Schäfer machte fälschlicherweise die kurze Ecke auf.

Beim von Guy Demel vorbereiteten 2:0 verschätzte sich Javier Pinola, so dass der Ivorer für Petric auflegen konnte. Eine genaue Flanke von Trochowski nutzte der torgefährliche Kroate zu einem unhaltbaren Kopfball. Unter «Mladen Petric»-Rufen und lautstarkem Applaus wurde der 29-Jährige nach 61 Minuten gegen van Nistelrooy ausgewechselt.

Seine ganze Routine spielte der niederländische Winterzugang aus, als er sowohl Pinola als auch Schäfer bei seinem vierten Bundesliga-Treffer austanzte. Gefeiert wurde die Einwechslung von Bastian Reinhardt (74.), der nach einem Mittelfußbruch zum ersten Saisoneinsatz kam. Wirkungslos blieben auf Nürnberger Seite die HSV- Leihgaben Maxim Choupo-Moting und Mickael Taverez. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+