Hamburg HSV gewarnt vor neuem Schwung in Wolfsburg

Hamburg. Auf dem extra ausgetauschten Rasen will der Hamburger SV den VfL Wolfsburg im Nordderby bezwingen, ist aber vor neuem Schwung durch Lorenz-Günther Köstner gewarnt.
28.01.2010, 22:21
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Hamburg. Auf dem extra ausgetauschten Rasen will der Hamburger SV den VfL Wolfsburg im Nordderby bezwingen, ist aber vor neuem Schwung durch Lorenz-Günther Köstner gewarnt.

«Wir wollen uns nicht auf unserer Position ausruhen. Wenn wir oben dranbleiben wollen, müssen wir Wolfsburg schlagen», sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia, der mit einer defensiven Ausrichtung rechnet. Zwar hat der VfL seit neun Spielen nicht gewonnen, ein 2:4 im Hinspiel kassiert und gilt mit 38 Gegentoren als «Schießbude», der bisherige Amateur-Coach Köstner wird aber bei seinem Debüt auf der Trainerbank bei den Profis genau in der Abwehr die Hebel ansetzen.

«Ich erwarte ein engagiertes und zweikampfbetontes Spiel. Der Wille zum Sieg muss von Anfang an zu spüren sein», sagte der vorrübergehende Veh-Nachfolger Köstner, der sich einen Tag vor seinem 58. Geburtstag mit einem Erfolg zum Einstand beschenken will. «Es geht darum, wieder Boden unter die Füße zu bekommen», forderte der Manager des ins Mittelmaß abgestürzten deutschen Meisters, Dieter Hoeneß, vor dem ersten von vier hochkarätigen Gegnern - danach folgen Bayern, Leverkusen und Schalke. Hauptziel sei es laut Köstner, «dass die Mannschaft kompakter steht als zuletzt».

«Die Mannschaft hat sehr viel Engagement gezeigt. Jeder Spieler läuft jetzt mehr. Aber das ist ja fast normal, wenn ein neuer Trainer da ist», sagte Köstner, der nur drei Trainingstage hatte und zuletzt am 19. Mai 2001 als Coach von Unterhaching bei Schalke 04 Bundesliga- Luft schnupperte. «Die versuchen einen Neustart», meinte Joris Mathijsen, der mit dem HSV seit zwei Heimspielen gegen Wolfsburg ohne Sieg ist.

Nach dem 0:1 in Dortmund muss sich der Tabellen-Fünfte zudem steigern, will er nicht den Anschluss an die Bundesliga-Spitze verlieren. «Wir wissen, dass wir wieder mehr Aggressivität reinbringen müssen», sagte Kapitän David Jarolim. Kein Thema für die Partie ist Ruud van Nistelrooy, der nach seiner Wadenverletzung aber schon mit dem Ball trainiert und im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln am 6. Februar zumindest auf einen Kurzeinsatz hofft. Beim VfL fällt Stammtorhüter Diego Benaglio weiter mit Knieproblemen aus. Er wird wieder durch André Lenz ersetzt.

Gesprächsthema an der Elbe ist zudem der verletzte Paolo Guerrero, dessen Rückkehr aus Peru sich nicht abzeichnet. Weil der unter Flugangst leidende Stürmer nicht allein fliegen will, soll sein Cousin ihn begleiten. «Wir klären jetzt ab, ob wir ein Visum für den Cousin bekommen», sagte Labbadia, «ansonsten fliegt ein Physiotherapeut hin.» Guerreros große Angst rührt auch daher, dass sein Onkel José Gonzales, Nationalspieler und Torwart von Alianza Lima, vor drei Jahren bei einem Flugzeugunfall starb.

Bei Wolfsburg ist der Einsatz des Brasilianers Réver noch kein Thema. Der Innenverteidiger von Gremio Porto Alegre unterschrieb für viereinhalb Jahre beim VfL. Wegen eines Handbruchs fehlt er aber zunächst noch rund drei Wochen. Auch Ricardo Costa ist keine Option mehr. Nach dem Réver-Wechsel wurde der Vertrag mit dem Portugiesen auf dessen Wunsch aufgelöst. Der 28-Jährige spielt von sofort an für den OSC Lille.

Spekulationen gibt es erneut über einen Nachfolger für den beurlaubten Coach Armin Veh. Obwohl Hoeneß erklärt hat, mit Köstner möglicherweise bis zum Saisonende zu arbeiten, brachten lokale Medien Hans Meyer als kurzfristige Lösung ins Spiel, falls auch unter Köstner der Erfolg ausbleibt. Meyer war zuvor auch vom abstiegsbedrohten Lokalrivalen Hannover 96 angesprochen worden, hatte aber dankend abgelehnt. (dpa)

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