Bremen Im Pokal unbezwingbar: Werder frustriert Rangnick

Bremen. Werder strebt mit Macht nach Berlin - der Weg aus der Krise führt für den Titelverteidiger wieder einmal über den DFB-Pokal. So sehr die Bremer in der Fußball-Bundesliga den Ansprüchen hinterherlaufen, im Cup sind sie scheinbar unschlagbar.
10.02.2010, 13:00
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Bremen. Werder strebt mit Macht nach Berlin - der Weg aus der Krise führt für den Titelverteidiger wieder einmal über den DFB-Pokal. So sehr die Bremer in der Fußball-Bundesliga den Ansprüchen hinterherlaufen, im Cup sind sie scheinbar unschlagbar.

Durch das 2:1 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim steht Werder bereits zum 20. Mal im Halbfinale und darf dank des zehnten Pokalsiegs in Serie weiter vom siebten Triumph träumen. «Das ist echt außergewöhnlich. So außergewöhnlich, dass es in Bremen fast schon selbstverständlich ist», jubelte Clubchef Klaus Allofs. Hoffenheims Coach Ralf Rangnick war der Frust nach dem erneuten Verpassen des Semifinals im dritten Versuch nach 2004 und 2008 deutlich anzumerken. «Viel besser können wir nicht spielen», murrte Rangnick.

Seinem Team erging es in Bremen wie in 33 Cup-Spielen zuvor jeder anderen Mannschaft auch. Werder ist vor allem im Weser-Stadion schon seit Jahrzehnten unbezwingbar: Die bisher letzte Heimpleite im Pokal liegt bereits fast 22 Jahre zurück und datiert vom 13. April 1988 (0:1 gegen Frankfurt). «Mit der Unterstützung unserer Fans können wir hier offenbar alles schaffen», frohlockte Allofs. Kaum ein anderer Club schafft es so wie Werder, sich für den Pokal zu motivieren. «Dieser Pokalsieg hat für uns einen Riesen-Stellenwert. Wir haben alle noch die Euphorie aus dem letzten Sommer vor Augen», sagte Per Mertesacker, der bereits vom erneuten Pokalsieg träumt: «Egal, was nun ansteht, ich traue uns auf jeden Fall die Titelverteidigung zu.»

Der Schlachtruf «Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin», dröhnte erstmals nach 26 Minuten durch das mit 25 753 Zuschauern bei eiskaltem Schneegestöber nur mäßig besuchte Stadion. Naldos Traumtor per Freistoß in den Winkel war der Lohn einer bis dahin dominierenden Vorstellung. Hoffenheim kam durch das erste Pflichtspieltor des Ghanaers Prince Tagoe (73.) zum Ausgleich, ehe Edeljoker Hugo Almeida fünf Minuten nach seiner Einwechslung mit einem Fernschuss-Hammer (76.) sein Team der Hauptstadt ein gutes Stück näher brachte.

Dennoch mahnte Allofs, dass die Krise nach dem Pokal-Coup und dem 2:1 in der Liga gegen Hertha BSC nicht überwunden ist. «Wir wissen natürlich, dass wir in der Bundesliga noch Nachholbedarf haben», sagte Allofs. Fünf Punkte Rückstand auf einen Platz im Europapokal sind deutlich zu wenig für die Werder-Ambitionen. Die mit einem Pokalsieg einhergehende Qualifikation für die Europa League ist das Mindeste, was den Ansprüchen genügt. «Wir wollen uns für andere Wettbewerbe qualifizieren als die Euro-Liga», bekannte Mertesacker.

Hoffenheim ist von alldem noch weit entfernt. Zu weit für den ehrgeizigen Coach Rangnick. «Natürlich sind wir enttäuscht, weil wir über weite Strecken die bessere Mannschaft waren», analysierte Rangnick etwas übertrieben. Realistischer war die Einschätzung, mit der ersatzgeschwächten Mannschaft nicht besser spielen zu können. Den Kraichgauern bleibt nur eine Aufholjagd in der Liga, um noch den Europapokal zu erreichen. Angesichts von acht Punkten Rückstand kein leichtes Unterfangen. Doch Rangnick verkündete trotzig: «Ich denke, dass Platz 6 noch möglich ist.» Dieser würde unter bestimmten Umständen auch noch für die Qualifikation zur Europa-League genügen. (dpa)

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