Bundesliga

Investor Kühne will vor HSV-Versammlung beruhigen

Hamburg. Vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV am Dienstagabend versucht Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne, die Bedenken der Mitglieder gegen sein Investoren-Modell zu zerstreuen.
13.07.2010, 13:32
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Hamburg. Vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV am Dienstagabend versucht Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne, die Bedenken der Mitglieder gegen sein Investoren-Modell zu zerstreuen.

«Ich verstehe, dass unser Projekt von den Fans zunächst einmal kritisch beäugt wird. Aber ich bin überzeugt von diesem Modell», sagte er dem «Hamburger Abendblatt». Kühne stellt rund 15 Millionen Euro für Transfers bereit und ist dafür unter anderem an etwaigen Weiterverkäufen von Marcell Jansen, Paolo Guerrero und Dennis Aogo beteiligt. Am Abend sollten die Mitglieder über Vertragsdetails informiert werden.

Der 73 Jahre alte Milliardär, der sich als langjähriger HSV-Fan bezeichnet, jedoch nie Mitglied war, wies auch Befürchtungen der Anhänger zurück, er könne im Verein ein Mitspracherecht fordern. «Ich habe weder Zeit noch Lust dazu, einen Fußballverein mitzuregieren. Niemand braucht sich zu sorgen, dass ich mitreden will», sagte er. Vorstellen könne sich Kühne allerdings eine Ausweitung seines Investments, sofern das Modell funktioniert.

Sein investiertes Geld will Kühne indes nicht als Kredit, sondern als Risiko-Kapital verstanden wissen, «das auch ganz schnell wieder verloren sein kann. Keine Bank der Welt würde einen solchen Kredit gewähren.» Zudem gehe er nicht davon aus, den investierten Betrag in vollem Umfang wiederzubekommen. Dies könne höchstens ein «schöner Nebeneffekt» sein, sagte der Hamburger.

Für eine Zusammenarbeit mit den HSV-Mitgliedern hat er dagegen eine noch weiter reichende Idee: «Ich stelle noch mal einen größeren Betrag zur Verfügung, aber nur, wenn alle Mitglieder zusammen den gleichen Betrag aufbringen.» Die Aussichten für eine solche Kooperation dürften jedoch gering sein.

Geboren worden sei die Idee des Investoren-Modells vor zweieinhalb Jahren, als es darum gegangen sei, Spielmacher und Publikumsliebling Rafael van der Vaart in Hamburg zu halten, berichtete Kühne. «Den wollte ich auch unbedingt schon in der vergangenen Saison zum HSV holen, aber leider war Trainer Bruno Labbadia immer dagegen.» Eine Alternative zu dem Niederländer sei nun dessen Landsmann Ibrahim Afellay. An eine Verpflichtung von Michael Ballack, die diskutiert worden sei, habe Kühne dagegen «nie so wirklich geglaubt».

Weitere Transfer-Kandidaten habe unterdessen Urs Siegenthaler zusammengetragen, auf den der Investor große Stücke hält: «Ich vertraue seiner Expertise. Über Bastian Reinhardt kann ich nicht viel sagen, weil ich ihn nicht kenne. Aber der wahre Sportdirektor beim HSV ist Urs Siegenthaler.» (dpa)

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