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Jansen rechnet mit HSV-Kollegen ab

Hamburg. Knapp drei Wochen nach dem Saison-Finale in der Fußball-Bundesliga hat Marcell Jansen heftige Kritik an seinen Mitspielern beim Hamburger SV geübt.
27.05.2010, 16:13
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Jansen rechnet mit HSV-Kollegen ab

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dpa

Hamburg. Knapp drei Wochen nach dem Saison-Finale in der Fußball-Bundesliga hat Marcell Jansen heftige Kritik an seinen Mitspielern beim Hamburger SV geübt.

«Das ganze Jahr über wird von Führungsspielern geredet und dann ist keiner da. Ich habe nur Frank Rost gesehen, der sich zerrissen hat», sagte Jansen dem Internetportal «ran.de» und ergänzte: «Wir sind völlig zu Recht nicht in die Europa League gekommen.» Der Linksfuß bereitet sich derzeit mit der Nationalmannschaft in Südtirol auf die WM in Südafrika vor.

Die HSV-Spieler hätten «die Saison einfach austrudeln lassen». Jansen stellte die Bereitschaft seiner Kollegen, alles zu geben, infrage. «Man muss wollen und der Charakter der Mannschaft muss stimmen», meinte der Mittelfeld- und Abwehrspieler, der nach einem Riss des Syndesmosebandes im März in der Endphase der Bundesliga nicht mehr eingesetzt werden konnte. Nach einigen Siegen zu Saisonbeginn habe sich die Mannschaft zu sehr auf dem Erfolg ausgeruht, klagte Jansen. «In der Kabine wurde immer wieder von der Meisterschaft geredet.»

Seinen ehemaligen Coach Bruno Labbadia nahm Jansen in Schutz. «Wir hatten kein Recht, uns hinter dem Trainer zu verstecken», sagte der 24-Jährige und gab zu, anfangs selbst Probleme mit Labbadia gehabt zu haben. Es könne aber nicht sein, dass immer nur der Trainer zum Sündenbock abgestempelt werde.

Mit Armin Veh als neuen Trainer und dem Duo Bastian Reinhardt/Urs Siegenthaler als Verantwortliche für den sportlichen Bereich sieht Jansen den HSV vor allem «charakterlich besser aufgestellt». Vom neuen Coach erhofft sich der Verteidiger Impulse für die Mannschaft. «Wenn Veh aus der damaligen VfB-Mannschaft so viel rausholen konnte, dass dieses Team Meister wurde, dann kann er auch für uns ein Gewinn sein.» Veh war 2007 mit dem VfB Stuttgart überraschend deutscher Meister geworden.

Die Hoffnung, die Meisterschale einmal nach Hamburg zu holen, hat Jansen noch nicht aufgegeben. «Wenn wir es schaffen würden, in den nächsten drei, vier, fünf Jahren immer wieder unter den fünf Top-Teams zu sein, dann kommt die Meisterschaft irgendwann automatisch.» Dann könne man, wie Bayern München, auch in Schwächephasen die Gegner besiegen. (dpa)

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