Dänemark Japaner jubeln - Danish Dynamite verpufft

Rustenburg. «Danish Dynamite» hat diesmal nicht gezündet, für die Söhne Nippons geht am Kap die Sonne auf. Dank der beiden Kunstschützen Keisuke Honda und Yasuhito Endo feierten die Japaner bei der Fußball-WM in Südafrika einen verdienten 3:1 (2:0)-Sieg gegen Dänemark.
24.06.2010, 23:46
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Rustenburg. «Danish Dynamite» hat diesmal nicht gezündet, für die Söhne Nippons geht am Kap die Sonne auf. Dank der beiden Kunstschützen Keisuke Honda und Yasuhito Endo feierten die Japaner bei der Fußball-WM in Südafrika einen verdienten 3:1 (2:0)-Sieg gegen Dänemark.

Gleichzeitig stürmten die Japaner zum zweiten Mal nach der Heim-WM 2002 ins Achtelfinale. In der K.o.-Runde trifft die mutige Mannschaft von Trainer Takeshi Okada als Zweiter der Vorrunden-Gruppe E am 29. Juni auf Paraguay. Nach der zweiten Turnier- Niederlage muss die «Olsen-Bande» dagegen die Koffer packen.

Die 27 967 Zuschauer im Royal-Bafokeng-Stadion von Rustenburg sahen ein flottes Spiel und tolle Tore: Der direkte Freistoß von Keisuke Honda aus 25 Metern war schon meisterhaft 17.), dann zielte Yasuhito Endo (30.) mustergültig in die andere Ecke. Shinji Okazaki machte in der 87. Minute alles klar. Auch beim dritten Streich der Samurai war Dänen-Keeper Thomas Sörensen machtlos, bei einem weiteren genialen Freistoß Endos hatte er die Kugel gerade noch an den Pfosten gelenkt.

Ganz Japan fährt nun auf Honda ab, der auch zum Auftakt gegen Kamerun schon getroffen hatte. «Ich bin noch nicht zufrieden. Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen. Ich habe schon vorher gesagt: Es ist nicht unmöglich, die WM zu gewinnen», erklärte der Profi von ZSKA Moskau im Überschwang der Gefühle. Trainer Okada sah seine Taktik bestätigt: «Das erste Ziel ist jetzt erreicht. Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen.» Und auch der Wolfsburger Makoto Hasebe war glücklich: «Ich freue mich sehr. Das ist die beste japanische Mannschaft seit langem.»

Dänemarks Trainer Morten Olsen ergab sich schließlich wie das gesamte Team in sein Schicksal: «An den Toren gegen uns können wir nichts ändern. Wir haben die Waffen eingesetzt, die wir hatten. Japan kam mit dem 2:0 in eine sehr günstige Position. Erst lief es eigentlich gut für uns - und den Rest hat man dann gesehen.» So zum Beispiel den (zu) späten Anschlusstreffer von Jon Dahl Tomasson zum 1:2 - historisch und kurios zugleich: Nach 15 Länderspielen in zweieinhalb Jahren ohne Tor traf der Stürmer von Feyenoord Rotterdam endlich wieder für Dänemark, wenn auch erst im Nachschuss nach einem schlecht platzierten Foulstrafstoß (81.). Hasebe hatte Daniel Agger umgerempelt.

Die Japaner verdienten sich den Sieg durch ihr taktisch diszipliniertes Spiel, sie wirkten zielstrebiger und motivierter als der Überraschungs-Europameister von 1992. Kein Wunder: Nach Doppel- Schock hätten die Dänen gleich drei Tore schießen müssen, um auch bei ihrer vierten WM-Teilnahme nach 1986, 1998 und 2002 das Achtelfinale zu erreichen. Doch die Japaner stürmten geordnet weiter, bei den Skandinaviern ging nach vorn wenig ab.

Trainer Morten Olsen brachte nach 55 Minuten den Duisburger Sören Larsen für Abwehrspieler Per Kröldrup. Kurz zuvor hatte Routinier Tomasson, der mit Nicklas Bendtner und Dennis Rommedahl das Sturm- Trio bildete, seine dritte gute Torchance vergeben: Hasebe rettete in höchster Not. Tomasson hatte zumindest das erste Achtungszeichen gesetzt: Nach einer artistischen «Luftnummer» verpasste er eine abgefälschte Flanke knapp. Und auch sein feiner Schlenzer ging nur um Zentimeter am Pfosten vorbei (14.). Nach dem Rückstand verpasste er das 1:1 (23.) - und 20 Minuten vor Ultimo die bis dahin größte Chance der Dänen im gesamten Spiel.

Okada vertraute jener Elf, die er schon bei der 0:1-Niederlage gegen die Holländer aufs Feld geschickt hatte. Olsen brachte dagegen zwei Neue: Kröldrup spielte im Abwehrzentrum zunächst für den gesperrten Simon Kjär, der Wolfsburger Thomas Kahlenberg kam für Jesper Grönkjär. Stürmerstar Bendtner, der ein «Flanken- und Kopfball-Festival» angekündigt hatte, war zwar rechtzeitig fit, mit seiner kecken Prognose lag der 1,94-Meter-Mann vom FC Arsenal aber gewaltig daneben.

Die Japaner konnten sich bislang auf ihre solide Hintermannschaft verlassen, eine «Mauertaktik» wollte Okada seiner Mannschaft aber nicht aufzwingen. Im Gegenteil: Die wieselflinken Dauerläufer machten der dänischen Defensive ständig zu schaffen. Schon vor dem Geniestreich Hondas hätten die Japaner bei einer Doppelchance innerhalb von 60 Sekunden in Führung gehen müssen (13.). Nach dem Doppelschlag von Honda und Endo lag mehrmals das 3:0 in der Luft. (dpa)

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