Wolfsburg Köstner fordert: «Schlappmachen gilt nicht»

Wolfsburg. Froher Euro-Gewinner gegen traurigen Abstiegskandidaten: Die Gefühlslage vor dem Bundesligaduell zwischen dem VfL Wolfsburg und Hertha BSC könnte unterschiedlicher nicht sein.
20.03.2010, 13:00
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Wolfsburg. Froher Euro-Gewinner gegen traurigen Abstiegskandidaten: Die Gefühlslage vor dem Bundesligaduell zwischen dem VfL Wolfsburg und Hertha BSC könnte unterschiedlicher nicht sein.

Einzige Hoffnung des am Boden liegenden Tabellenletzten aus Berlin ist ein möglicher Kräftemangel beim deutschen Fußball-Meister, der am 18. März in der Verlängerung gegen Rubin Kasan (2:1) den Einzug ins Viertelfinale der Europa League schaffte. «Die Mannschaft musste über 120 Minuten gehen. Das wirkt sich kräftemäßig aus», sagte VfL-Coach Lorenz-Günther Köstner, der ein «Charakterspiel» erwartet: «Schlappmachen gilt nicht. Wir brauchen diesen Erfolg gegen einen sehr angeschlagenen Gegner.»

Der 58-Jährige, der mit einer eingespielten Stammelf zuletzt in der Liga viermal gewann, denkt erstmals über eine Rotation nach. Für den entkräftet ausgewechselten Jan Simunek könnte Mittelfeldspieler Sascha Riether in die Innenverteidigung rücken. Dafür dürfte Makoto Hasebe in die Mannschaft kommen. Für den ebenfalls erschöpften Rechtsverteidiger Peter Pekarik wäre Fabian Johnson eine Option. Ob Torjäger Grafite (Adduktorenprobleme) wieder spielen kann, ist unklar. «Ich bin vorsichtig optimistisch», sagte Köstner. Obafemi Martins wäre erste Alternative. Dafür ist ein Comeback von Stammkeeper Diego Benaglio nach dessen Knie-Operation eher unwahrscheinlich.

Die mit nur 15 Punkten abgeschlagene Hertha plant bereits für die 2. Liga. «Wir müssen uns so aufstellen, dass wir in der Lage sind, nach einem Jahr wieder aufzusteigen», sagte Sport-Geschäftsführer Michael Preetz der Deutschen Presse-Agentur dpa. Eine frühzeitige Beurlaubung von Trainer Friedhelm Funkel schloss Preetz auch im Falle einer Niederlage in Wolfsburg aus. Man wolle die verkorkste Saison mit Funkel beenden. Der Trainer verkündete trotz der heiklen Lage forsch: «Wir werden unsere Chance in Wolfsburg suchen.»

Zum heiklen ersten Wiedersehen mit dem jetzigen VfL-Manager Dieter Hoeneß wollte sich Preetz nicht äußern. Der 57 Jahre alte Hoeneß wurde im Juli nach 13 Jahren bei Hertha im Unfrieden von Preetz abgelöst. «Natürlich, was in Berlin passiert ist, lässt mich nicht kalt. Ich habe mir eine solche Situation für niemanden gewünscht, Hertha hätte etwas anderes verdient», sagte Hoeneß der «Berliner Morgenpost». (dpa)

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