Hamburg Köstner wirbt für sich - Trochowski als Gewinner

Hamburg. Lorenz-Günther Köstner betrieb nach dem Abpfiff noch Werbung in eigener Sache, Bruno Labbadia verzweifelte angesichts der Chancenausbeute und Piotr Trochowski war der große Gewinner eines Unentschiedens, das keinem wirklich weiterhalf.
31.01.2010, 18:50
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Hamburg. Lorenz-Günther Köstner betrieb nach dem Abpfiff noch Werbung in eigener Sache, Bruno Labbadia verzweifelte angesichts der Chancenausbeute und Piotr Trochowski war der große Gewinner eines Unentschiedens, das keinem wirklich weiterhalf.

«Es ist unbefriedigend, klar. Ich hätte natürlich gerne gespielt, zum einen, weil wir diese Saison viel erreichen können, aber auch im Hinblick auf die Nationalmannschaft», gestand Trochowski. Sein sehenswertes Freistoßtor in letzter Sekunde für den Hamburger SV zum 1:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg hat ihn seinem Traum von der WM-Teilnahme in Südafrika möglicherweise ein Stück näher gebracht.

Am Vorabend seines 58. Geburtstags sah sich Köstner um sein Einstandsgeschenk gebracht. «Das war am Ende sehr bitter, einen Freistoß zu bekommen, der keiner war. Nein, das darf man nicht pfeifen», monierte Wolfsburgs Interimstrainer, der sich schon voll mit dem Meisterteam identifiziert: «Nach drei Einheiten ist das schon deine Mannschaft.» Wie lange er seine Rolle auf der Bundesliga-Bank sehe? «Ich habe nichts gefordert. Wenn mir ein Weltkonzern wie VW das Vertrauen ausspricht, bin ich erstmal stolz, werde kämpfen und genießen», sagte der Nachfolger von Armin Veh. Und fügte hinzu: «Man kann, wenn man dabei ist, dafür kämpfen».

Manager Dieter Hoeneß wird die Verweildauer von den folgenden Duellen mit Bayern München, Leverkusen und Schalke abhängig machen: «Wir haben Hammerspiele vor uns, sollten wir die nicht erfolgreich bestreiten, werden wir vielleicht noch reagieren.» Stammkeeper Diego Benaglio, der bereits in Hamburg von Andre Lenz vertreten wurde, fällt auch die nächsten Wochen aus. Er wird am 1. Februar in der Schweiz am Knie operiert. Zudem trennte sich der Meister, der seit zehn Partien ohne «Dreier» ist, von Daniel Baier. Er wechselt zum FC Augsburg in die 2. Liga.

Köstner, der auf Felix Magaths Defensiv-Taktik zurückgegriffen hatte, vermisste nach dem Führungstreffer durch Edin Dzeko (34. Minute) das entschlossene Nachsetzen, das den VfL in seiner Meister-Saison so ausgezeichnet hat. Doch dafür mangelt es in dieser Spielzeit an Leichtigkeit und Selbstbewusstsein. Immerhin präsentierte sich Grafite ein wenig wie in alten Torjäger-Zeiten, seine Schnelligkeit und der Blick für Nebenmann Dzeko waren wieder da. Auch die Abwehr war in Halbzeit eins deutlich verbessert, erst in den zweiten 45 Minuten kam der Gastgeber zu zahlreichen Chancen.

Dass sie alle ungenutzt blieben, ließ Labbadia auf der Bank verzweifeln. Vor allem der Schwede Marcus Berg vergab reihenweise hochkarätige Möglichkeiten. Labbadia trauerte dem verpassten Heimsieg nach, sah aber auch Gutes: «Viele Sachen haben bei uns gestimmt, wir sind sehr dominant aufgetreten und haben nie aufgegeben.» Dennoch ist mit nur 35 Punkten der Meisterschaftszug wohl abgefahren. «Es darf nicht sein, dass wir so viele Chancen auslassen. Das ist unglaublich. Wir hätten zehn Tore schießen können, wir haben überragend gespielt», monierte Abwehrchef Joris Mathijsen, dem ein Punkt viel zu wenig war.

Zumal die Verpflichtung von Torjäger Ruud van Nistelrooy, auf den alle ungeduldig warten, deutlich gemacht hat, wie groß die Ambitionen von Vorstand, Trainer und Mannschaft an der Elbe sind. «Für unsere Ansprüche ist dieser eine Punkt einfach zu wenig, weil wir eine Möglichkeit verpasst haben», befand Mladen Petric, der sich bei einer Top-Platzierung des HSV gut vorstellen kann, zu verlängern. Dass er am Saisonende nicht zum VfL wechselte, der ihm ein Super-Angebot unterbreitet hatte, dürfte der Stürmer nicht bereut haben. (dpa)

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