Freiburg Krisenpatient VfB hofft auf Sechs-Spiele-Rosskur

Freiburg. Null Punkte, Sorgen in allen Mannschaftsteilen und ein Mammutprogramm vor der Brust: Das desillusionierende 1:2 (1:0) im Südwest-Derby beim SC Freiburg lässt den VfB Stuttgart nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga so schlecht dastehen wie noch nie in seiner Vereinsgeschichte.
12.09.2010, 10:40
Lesedauer: 2 Min
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Freiburg. Null Punkte, Sorgen in allen Mannschaftsteilen und ein Mammutprogramm vor der Brust: Das desillusionierende 1:2 (1:0) im Südwest-Derby beim SC Freiburg lässt den VfB Stuttgart nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga so schlecht dastehen wie noch nie in seiner Vereinsgeschichte.

Doch ausgerechnet der kommende Marathon mit sechs Partien in knapp drei Wochen macht den Schwaben Hoffnung. «Die Probleme sind da und wir versuchen sie aufzuarbeiten. Da ist das Beste, was einem passieren kann, dass jetzt viele Spiele anstehen. Da kann man auch ins Rollen kommen», sagte der nach dem erneuten Tiefschlag um Zuversicht bemühte VfB-Manager Fredi Bobic.

Aller Zweckoptimismus glättete seine Sorgenfalten aber ebenso wenig wie die bei Christian Gross. Nach der fulminanten Rückrunde der vergangenen Saison scheint er jetzt vor einem Scherbenhaufen zu stehen. «Der Fehlstart ist perfekt. Das haben wir uns selber eingebrockt», gestand der VfB-Coach ohne Umschweife und forderte: «Jetzt müssen wir auch gemeinsam da wieder rauskommen.»

Kurz hatte es sogar so ausgesehen, als könnte der Tabellenletzte mit seinem von Juventus Turin gekommenen neuen Hoffnungsträger Mauro Camoranesi schon im Badenova-Stadion Punkte gegen die heraufziehende Krise sammeln. Doch nach dem 1:0 des zuvor in 518 Bundesliga-Minuten erfolglosen Pawel Pogrebnjak (27.) ließ sich der VfB vor 23 000 Zuschauern, darunter Bundestrainer Joachim Löw, von den schon zuvor mindestens ebenbürtigen Freiburgern noch in die Knie zwingen.

Die Stuttgarter Defensive war in den entscheidenden Momenten so wirksam wie ein grobmaschiges Fischernetz beim Kaulquappen-Fang. Der starke Papiss Cissé (58.) mit seinem vierten Saisontor sowie der Ex- Stuttgarter Julian Schuster (71.) drehten die Partie. «Da haben wir zu viele Räume gegeben. Das ist im Moment unser Hauptproblem», klagte Bobic.

Freiburgs Trainer Robin Dutt erfreute sich neben «phasenweise richtig gutem Passspiel» vor allem an dem Siegeshunger, mit dem sein Team den Fans den ersten Derbysieg seit Oktober 2004 kredenzte und die Stuttgarter Null-Punkte-Diät verlängerte. «Man hat gesehen, dass die Mannschaft gewillt war, läuferisch und kämpferisch alles zu geben», lobte Dutt.

Zufrieden war Dutt auch mit dem Debüt seines japanischen Neuzugangs Kisho Yano, der kurz nach seiner Einwechslung Cissé (69.) ein weiteres Tor praktisch schon auf den Kopf geflankt hatte. «Schön, dass wir wieder Alternativen haben», erklärte der Coach und blickte zuversichtlich nach vorn: «Wenn man den Klassenerhalt als Ziel hat, sagt man zu sechs Punkten nach drei Spielen natürlich nicht Nein.»

Die gebeutelten Stuttgarter müssen dagegen schleunigst die Kurve kriegen, wollen sie ihre Ziele nicht früh aus den Augen verlieren. Schon Donnerstag empfängt der VfB die Young Boys Bern zum Auftakt der Europa-League-Gruppenphase, Samstag kommt Borussia Mönchengladbach. Gross hofft auf eine baldige Rückkehr von Kapitän Matthieu Delpierre und will intensiv an der Abstimmung im Teamgefüge arbeiten. «Wir sind dabei, eine Mannschaft aufzubauen», sagte er in dem Wissen, dass die Zeit drängt: «Wir müssen da unten raus und das wird sehr, sehr hart.» (dpa)

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