Leverkusen Letzte Chance für Bayer - «Besser als Schalke»

Leverkusen. Alles oder Nichts. Bayer 04 Leverkusen kämpft im Bundesliga-Klassiker gegen den FC Bayern München um die letzte Meisterschafts-Chance und zugleich gegen den Sturz vom dritten Champions-League-Platz.
09.04.2010, 14:15
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Leverkusen. Alles oder Nichts. Bayer 04 Leverkusen kämpft im Bundesliga-Klassiker gegen den FC Bayern München um die letzte Meisterschafts-Chance und zugleich gegen den Sturz vom dritten Champions-League-Platz.

«Ich mache mich nicht verrückt und ich denke, dass ich das auf die Mannschaft übertragen kann», gab sich Bayer- Chefcoach Jupp Heynckes vor dem Topspiel demonstrativ gelassen. «Ich bin sicher und fest davon überzeugt, dass wir Dritter werden und optimistisch, Bayern schlagen zu können.»

Die Münchner reisten nach dem Halbfinal-Einzug in der Champions League bei Manchester United (2:3) via Düsseldorf nach Köln, um zu regenerieren. «Wir müssen im Kopf umschalten, der Körper macht mit», meinte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger am Freitag. «Es nützt uns alles nichts, wenn wir gegen Leverkusen keine drei Punkte holen. Unsere Priorität ist die Meisterschaft.» Bayern-Coach Louis van Gaal hält den Fakt, dass Leverkusen zuletzt dreimal nacheinander verloren hat, für unwichtig. «Ich denke, dass Bayer spielerisch eine bessere Mannschaft als Schalke ist. Das ist eine gefährliche Mannschaft.»

Für die Werkself sind die Vorzeichen für dieses wegweisende Duell mit dem Branchenführer wenig verheißungsvoll. Schließlich verloren die Rheinländer neun der vergangenen zehn Bundesliga-Partien gegen die Bayern, erreichten aber im Hinspiel immerhin ein 1:1. «In München haben wir es auch gekonnt und eine Stunde Klasse-Fußball gespielt. Warum soll es uns das nicht wieder gelingen?», sagte Heynckes, der die Bayern Ende der vorigen Saison noch in die Champions League geführt hatte.

Dass der Rekordmeister nach dem Kraftakt gegen Manchester physisch und psychisch nicht ganz auf der Höhe sein könnte, erwartet Heynckes nicht. «Mit dem Sieg ist der ganze Club in Hochstimmung», meinte der 64-Jährige. Er stellte allerdings auch fest: «Aus dem Spielverlauf hatten die Bayern fast keine Torchance.»

Doch sie haben Arjen Robben, der das Tor zum Weiterkommen schoss, und Franck Ribéry. «Solche Spieler sind eine Delikatesse für die Bundesliga. Nur manchmal spielen sie in den falschen Reihen», scherzte Heynckes. Und fügte hinzu: «Diese Spieler kann man nicht ganz ausschalten, nur im Kollektiv.» Kein Wort sagte sein Kollege van Gaal zur Personalsituation: Nämlich ob Robben von Beginn an spielen wird und der aus dem Flugzeug gehumpelte Ivica Olic mitwirken kann.

Die Leverkusener sind trotz der jüngsten Niederlagen-Serie von ihrer Qualität überzeugt. «Wir müssen uns nicht kleinreden. Dass wir Herbstmeister geworden sind, 24 Spiele unbesiegt blieben und 15 Spieltage auf Platz eins standen, ist kein Zufall», sagte Bayer- Sportdirektor Rudi Völler. «Wir können es ja.» Wie auch immer das Spiel ausgeht, steht für ihn aber fest, wer deutscher Meister wird: «In der Hoffnung, dass wir gewinnen, wird es der FC Bayern München.»

Wichtig ist für Bayer (53 Punkte), die Verfolger Borussia Dortmund (52) und Werder Bremen (48) auf Distanz zu halten. «Da ist eine Anspannung da. Die Mannschaft hat in dieser Woche aber besser trainiert als je zuvor», sagte Heynckes. Dies gelte auch für Leihspieler Toni Kroos, um dessen Verbleib sich Bayer im Gespräch mit den Bayern noch einmal einsetzen will. Da die Zeichen aber eher auf Abschied stehen, wird der Markt bereits sondiert. Völler: «Wir haben schon einige Alternativen kontaktiert.»

Eine Rechnung hat Bayern-Torwart Jörg Butt mit Bayer offen, wo er zwischen 2001 und 2007 spielte. Am Ende wurde er nach einer Rotsperre durch René Adler ausgetaucht - und kündigte. «Das war damals eine Enttäuschung», sagte Butt. «Ich bin zum FC Bayern gekommen, um Titel zu holen, insbesondere die deutsche Meisterschaft.» Um diesem Ziel näher zu kommen und womöglich gar den Traum vom Triple zu erfüllen, fordert Schweinsteiger höchste Konzentration: «Wir haben noch nichts gewonnen und noch nichts erreicht, obwohl wir im Pokalfinale und im Champions-League-Halbfinale stehen.» (dpa)

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