19. Spieltag Leverkusen nach Sieg gegen Gladbach Dritter

Mönchengladbach (dpa) - Die erhoffte Tabellen-Aufholjagd ist für Bayern-Quälgeist Borussia Mönchenladbach durch eine unglückliche Niederlage gegen Bayer Leverkusen erst einmal wieder ausgebremst worden.
15.01.2022, 20:31
Lesedauer: 3 Min
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Von dpa

Im heimischen Stadion kassierte das im Umbau befindliche Team von Trainer Adi Hütter ohne den auf die Bank verbannten Nationalspieler Matthias Ginter ein 1:2 (0:0), obwohl Keeper Yann Sommer zwei Elfmeter hielt.

Beim Startelf-Debüt von Ginter-Nachfolger Marvin Friedrich traf Robert Andrich (51. Minute), nachdem Sommer einen umstrittenen Elfmeter von Torjäger Patrik Schick gehalten hatte. Das zweite Leverkusener Tor wurde dann dem Tschechen zugesprochen, obwohl wohl Gladbachs Neuzugang Friedrich zuletzt am Ball war. Für die Borussia war Nico Elvedi (81.) zu spät erfolgreich. In der Schlussphase hielt Sommer auch den zweiten Elfmeter von Kerem Demribay (88.).

Ginter nur auf der Bank

Damit beendete Leverkusen, das als Tabellendritter nun wieder auf einem Champions-League-Rang steht, die Sieglos-Serie von zuvor fünf Pflichtpartien gegen den Lieblingsgegner. Gegen die Borussia war es der fünfte Sieg in Serie. Dabei hatte es zunächst eher nach einem erneuten Misserfolg ausgesehen. Vor der Pause hatten die nach dem 2:1 bei Bayern München wiedererstarkten Gladbacher die besseren Chancen.

Das erste Ausrufezeichen des Tages setzte Gladbachs Coach Adi Hütter, der Nationalspieler Matthias Ginter nach der Verpflichtung von Marvin Friedrich von Union Berlin auf die Bank verbannte. „Was Matthias Ginter mit der Situation macht - er ist Profi genug, er weiß, dass man ihn noch brauchen kann. Bis zum 31. ist das Transferfenster offen“, sagte Hütter vor dem Spiel dem Bezahlsender Sky.

Neuzugang Friedrich verschuldet Elfmeter

Ginter, der im Sommer ablösefrei ist, könnte die Borussen in den kommenden zwei Wochen noch verlassen. Dafür spielte Friedrich wenige Tage nach seinem Wechsel sogleich erneut von Beginn an gegen Leverkusen. In der Vorwoche hatte er noch beim 2:2 für Berlin in Leverkusen gespielt. „Auf der einen Seite geht es um die Zukunft, auf der anderen Seite um Leistung. Ich habe mich nicht gegen ihn entschieden, sondern schlussendlich auch für die Zukunft und für Marvin Friedrich entschieden“, sagte Hütter weiter.

Friedrich zeigte zunächst eine energische und kämpferisch überzeugende Leistung, verschuldete nach der Pause aber den Elfmeter und war auch am zweiten Gegentor entscheidend beteiligt.

Schon beim 0:4 im Hinspiel hatte die Borussia einen echten Horrortag erlebt: Marcus Thuram, Alassane Plea und Stefan Lainer nach einem brutalen Foul von Mitchel Bakker hatten sich teilweise ernsthaft verletzt. Ginter war am Tag vor einem positiven Corona-Test entkräftet ausgewechselt worden, Kapitän Lars Stindl hatte einen Elfmeter verschossen und zu allem Überfluss hatte Leverkusens Stadionregie die Borussen auch noch verhöhnt und nach dem vierten Bayer-Tor die Gladbacher Torhymne bei deren Heimspielen eingespielt.

Dass diese in der ersten Halbzeit noch nicht für die Borussen erklang, war Pech im Abschluss und fehlender Konsequenz geschuldet. Das Spiel fand weitestgehend auf Augenhöhe statt, doch gefühlt war Gladbach im Angriff deutlich gefährlicher. Am kuriosesten verpasste Routinier Tony Jantschke die Führung, als sein Schuss in der 37. Minute vom Bein des fallenden Jonathan Tah geblockt wurde.

Andrich trifft nach einer Ecke

Nach der Pause hatte Bayer zunächst Glück, dass Schiedsrichter Sascha Stegemann nach einer unglücklichen Aktion Friedrichs auf den Elfmeterpunkt gezeigt hatte. Gladbachs Neuzugang war Karim Bellarabi in unkritischer Position eher unabsichtlich auf den Fuß gestiegen. Den auch vom Video-Schiedsrichter nicht kassierten Strafstoß von Schick hielt Sommer noch bravourös.

Bei der folgenden Ecke wurde die Borussen-Abwehr dann aber überrumpelt und Andrich drückte den Ball über die Linie. Damit ging die Auswärtstor-Serie von Leverkusen weiter. Die Bayer-Elf traf auch im elften Auswärtsspiel in Folge.

Hütter reagierte auf den Rückschlag mit einem Doppelwechsel und einem etwas offensiveren System. Der zuletzt arg kritisierte Marcs Thuram bekam für gut 30 Minuten noch einmal eine Chance, zudem kam der zuletzt mit dem Coronavirus infizierte Joe Scally für den schwachen Luca Netz. Auch Laszlo Benes, der ebenfalls vom Feld musste, war keine echte Alternative für die fehlenden Mittelfeldspieler Christoph Kramer (krank) und Denis Zakaria (Zerrung).

Dies eröffnete Leverkusen Konter-Möglichkeiten, aber Gladbach zunächst kaum mehr Offensivmöglichkeiten. Das zweite Leverkusener Tor war zu dem Zeitpunkt verdient, ehe Elvedi das Prestigeduell noch einmal spannend machte, weil Sommer in der Schlussphase auch den zweiten Leverkusener Elfmeter von Kerem Demribay hielt (88.).

© dpa-infocom, dpa:220115-99-723334/2

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