Bundesliga Mainz - Dortmund: Showdown der Trainer-Aufsteiger

Frankfurt/Main. Das Bundesliga-Gipfeltreffen zwischen dem FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund wird auch zum Duell zweier seelenverwandter Trainer - und fast die ganze Welt schaut beim Showdown der Fußball-Revolutionäre mit Dreitagebart zu.
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Frankfurt/Main. Das Bundesliga-Gipfeltreffen zwischen dem FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund wird auch zum Duell zweier seelenverwandter Trainer - und fast die ganze Welt schaut beim Showdown der Fußball-Revolutionäre mit Dreitagebart zu.

Wenn der frühere Mainzer Kult-Coach Jürgen Klopp am 31. Oktober mit dem Tabellenzweiten BVB auf seinen Nachfolger Thomas Tuchel trifft, werden Fußball-Fans in 185 Ländern die Partie live verfolgen. «Die Beiden sind gleichermaßen überragende Fußball-Fachleute, sind total ehrlich, extrem loyal und absolute Teamplayer», schwärmt Christian Heidel. Kaum jemand kann das besser beurteilen als der Mainzer Manager. Schließlich war er es, der die beiden damaligen Trainer-Nobodys in Mainz zum Chefcoach beförderte. Mittlerweile werden sowohl Klopp als auch Tuchel, mit 37 Jahren jüngster Bundesliga-Trainer, als Trendsetter gefeiert.

Tuchel und Klopp haben sich für die Bundesliga als erfrischende Bereicherung erwiesen. Schubladendenken ist ihnen genauso fremd wie die oftmals marktübliche Phrasendrescherei. Längst hat sich die Fußball-Begeisterung des Duos auf ihre Mannschaften übertragen. Der Lohn: Nach neun Spieltagen führen die Mainzer die Tabelle mit 24 Punkten vor Dortmund (22) an.

Daran soll sich nach dem Willen des ehrgeizigen Tuchel nichts ändern. «Wir werden eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz bringen und ein starkes Spiel abliefern», versprach der Mainzer Coach. Seinen Spielern gab er eine klare Ansage mit auf den Weg: «Wir wollen präsent sein, der Partie den Stempel aufdrücken, das Publikum begeistern und möglichst den Sieg einfahren.»

Das Pokal-Aus beim Zweitligisten Alemannia Aachen ist aus den Köpfen. «Wir haben das sehr kritisch und sachlich aufgearbeitet», erklärte Tuchel. Damit die Niederlage auch physisch keine Spuren hinterlässt, griff der FSV-Trainer zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Am Freitag durften gleich sieben Profis, darunter Kapitän Nikolce Noveski und Spielmacher Lewis Holtby, die Beine hochlegen. «Wir brauchen frische Spieler für eine außergewöhnliche Leistung», sagte Tuchel.

Für Klopp wird die Rückkehr an den seit Wochen ausverkauften Bruchweg wie immer eine höchst emotionale Angelegenheit. Doch dieses Mal ist es nicht ein Mittelfeld-Duell wie in den vergangenen Jahren, sondern das Top-Spiel. «Entscheiden wird sein, wer seinen taktischen Plan besser umsetzt», meinte Klopp.

Im Fall eines Sieges würde der BVB nicht nur an die Tabellenspitze zurückstürmen, sondern auch für einen Ligarekord sorgen: Nie zuvor startete ein Club mit fünf Erfolgen auf des Gegners Platz in die Saison. Allerdings spricht die Statistik gegen die Dortmunder. Von den bisherigen vier Bundesliga-Auftritten in Mainz konnten sie keinen siegreich gestalten. «Bisher waren wir auswärts sehr stabil», äußerte Klopp seine Hoffnung auf ein Ende dieser Serie.

Wie der Gegner gingen auch die Borussen im DFB-Pokal K.o. - beim Drittligisten Kickers Offenbach. «Man muss eine Niederlage richtig fühlen, um daraus eine Antwort für die nächsten Spiele zu gewinnen», erklärte Klopp philosophisch. Zusätzlich anheizen mochte er das Gipfeltreffen nicht: «Nichts ist besser für eine Mannschaft als dumme Sprüche des Gegners. Einen Spruch mit dem Tenor einer Geringschätzung von Mainz wird man von uns nicht hören. Das wäre ein exorbitanter Fehler», meinte Klopp. (dpa)

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