Bundesliga Mission Wiederaufstieg: Funkel soll es richten

Bochum. Mit Hertha BSC stieg er aus der Bundesliga ab, aber mit dem VfL Bochum soll er den direkten Wiederaufstieg schaffen: Friedhelm Funkel ist als neuer Cheftrainer bei dem Revierclub vorgestellt worden.
23.05.2010, 10:51
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Bochum. Mit Hertha BSC stieg er aus der Bundesliga ab, aber mit dem VfL Bochum soll er den direkten Wiederaufstieg schaffen: Friedhelm Funkel ist als neuer Cheftrainer bei dem Revierclub vorgestellt worden.

«Dieser Club passt zu meiner Mentalität. Ich war als Spieler ein Kämpfer und ein Arbeiter. Diese Einstellung verkörpert auch der VfL Bochum», sagte Funkel bei seiner Präsentation. Der 56-Jährige kommt vom Mitabsteiger Berlin nach Bochum und unterschrieb beim künftigen Fußball-Zweitligisten einen Einjahresvertrag, der sich im Aufstiegsfall um weitere zwölf Monate verlängert.

Bochums Aufsichtsratschef Werner Altegoer lobte den Neuen als «fähigsten Mann für unsere Ziele» und als «sehr guten Fachmann». Unter den Trainern in Deutschland ist Funkel der «Rekord-Aufsteiger». Er verhalf dem KFC Uerdingen (1992 und 1994), dem MSV Duisburg (1996), dem 1. FC Köln (2003) und Eintracht Frankfurt (2005) ins Fußball-Oberhaus. «Es reizt mich sehr, zum sechsten Mal einen Club in die Bundesliga zu führen», so der Coach. Allerdings stieg Funkel mit Uerdingen (1991, 1993 und 1996), Köln (2002) und zuletzt Berlin auch schon fünfmal ab. Immerhin einmal weniger als der VfL Bochum.

Doch gerade weil sich der ehemalige Mittelfeldspieler (320 Bundesligaspiele/83 Tore) besonders gut im Auf- und Abstiegskampf auskennt, setzten die Bochumer Verantwortlichen ihre Hoffnungen in den Routinier. Ganz besonders, nachdem in der vergangenen Saison das Experiment mit dem vermeintlichen Trainer-Frischling Heiko Herrlich scheiterte. «Ich freue mich auf eine interessante und spannende Aufgabe», sagte Funkel, der in Bochum seine siebte Trainerstelle im bezahlten Fußball antritt.

Noch am 19. Mai hatte der Coach in Berlin das Abschlusstraining geleitet, am 20. Mai gab es den ersten persönlichen Kontakt mit den VfL-Verantwortlichen und am 22. Mai wurde er der Öffentlichkeit vorgestellt. Das schnelle gedankliche Umschalten von Berlin nach Bochum sei ihm nicht schwer gefallen - im Gegenteil. «Dass ich mich aufgrund der Situation in Berlin schon lange gedanklich mit der zweiten Liga befasst habe, ist sicherlich ein Vorteil», meinte Funkel. Nach der Entlassung von Marcel Koller im September 2009 ist er bereits der vierte VfL-Trainer nach Frank Heinemann, Herrlich und Dariusz Wosz innerhalb weniger Monate.

In Bochum hat Funkel nur wenig finanzielle Mittel zur Verfügung, um die Mannschaft zu verändern. «Wir können nur ausgeben, was wir auch einnehmen», betonte Bochums Sportvorstand Thomas Ernst. Ein Ausverkauf der Mannschaft drohe dennoch nicht, selbst wenn einige Spieler den Verein unbedingt verlassen wollen. Funkel will sich nach seinem zweiwöchigen Urlaub intensiver damit beschäftigen. «Klar möchte ich den ein oder anderen Spieler behalten. Aber ich weiß, dass es bei Spielerverkäufen kein Tabu gibt, wenn ein entsprechender Erlös erzielt werden kann», meinte Funkel. (dpa)

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