Dortmund Mit Rückenwind nach München: BVB meisterlich

Dortmund. Die mächtige Südtribüne des Dortmunder Stadions bebte wie in der Meistersaison. Kaum war nach dem famosen 5:1 (2:0) über den VfL Wolfsburg der Schlusspfiff ertönt, stimmten sich die Borussen-Fans auf die kommende Aufgabe ihrer Mannschaft ein.
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Dortmund. Die mächtige Südtribüne des Dortmunder Stadions bebte wie in der Meistersaison. Kaum war nach dem famosen 5:1 (2:0) über den VfL Wolfsburg der Schlusspfiff ertönt, stimmten sich die Borussen-Fans auf die kommende Aufgabe ihrer Mannschaft ein.

"Zieht den Bayern die Lederhosen aus", forderten sie in lautstarken Sprechchören und animierten die Profis zu Tänzen auf dem Rasen. Die Aufholjagd mit 16 Punkten aus sechs Spielen machte allen Beteiligten Mut für das Duell mit dem Spitzenreiter aus München. Selbst bei Youngster Moritz Leitner ist die Vorfreude größer als der Respekt: "Wir geben Gas und werden versuchen, die Bayern zu ärgern."

Rechtzeitig vor dem Spiel des Meisters gegen den Rekordmeister am 19. November in München hat der BVB zurück zum Powerfußball gefunden. Die sehenswert herausgespielten Tore von Mario Götze (12./78.), Shinji Kagawa (45.), Sven Bender (61.) und Robert Lewandowski (67.) spiegelten das einseitige Kräfteverhältnis sogar nur zum Teil wieder. Angesichts der prächtigen Vorstellung seines Teams geriet selbst BVB-Coach Jürgen Klopp ins Schwärmen: "Das war das, was wir unter BVB-Fußball verstehen. Von der ersten bis zur letzten Minute ein großartiges Spiel - zum Genießen."

Anders als noch zu Saisonbeginn schlägt der Titelverteidiger mittlerweile wieder Kapital aus seinen Stärken. Zurück ist das hohe Tempo, mit dem er nach der Balleroberung auf Angriff umschaltet. Wie Klopp hat Kevin Großkreutz einen deutlichen Aufwärtstrend ausgemacht. "Wir spielen wieder richtig geil", lobte der Dauerrenner, hielt sich aber mit mutigen Prognosen für das Kräftemessen der Branchenführer im Anschluss an die Länderspielpause ungewohnt zurück: "Die Bayern sind Favorit."

Besonders großen Spaß bereiteten Klopp die Jüngsten. Unbeeindruckt von den Schlagzeilen um seine angeblichen Wechselpläne spielte der 19 Jahre alte Götze groß auf. "Man sieht, dass ich hier mehr als glücklich bin", kommentierte Götze die aktuellen Spekulationen, nach denen der FC Arsenal sich weiter intensiv um ihn bemüht. Darüber hinaus schlug sich auch der erst 18-jährige Leitner wie schon beim 1:0 in der Champions League über Piräus prächtig und leitete mit klugem Passspiel den ein oder anderen Konter ein. "Er hat sich auf ein besseres Niveau gebracht, seitdem er hier ist", lobte Klopp.

Allerdings wurde die Freude des Fußball-Lehrers durch die schwere Verletzung von Neven Subotic getrübt. Bei einem Ellbogencheck des Wolfsburgers Sotirios Kyrgiakos erlitt der Abwehrspieler einen Mittelgesichtsbruch und wird seiner Mannschaft zum Leidwesen von Klopp damit mindestens sechs Wochen fehlen. "Das wirft einen Schatten auf diesen Tag."

Anders als den Dortmundern stehen den Wolfsburger Profis ungemütliche Tage bevor. Bleibt Felix Magath seinen Prinzipien treu, werden sie den Unmut ihres Trainers zu spüren bekommen. "Nach solch einer Niederlage kann man sagen, dass es dem ein oder anderen Spieler an der Qualität mangelt, um unsere Ziele umsetzen zu können", klagte Magath.

Langsam aber sicher dämmert es ihm, dass dem deutschen Meister von 2009 ein weiteres Jahr in unerfreulichen Tabellenregionen droht: "Wir stehen kurz vor den Abstiegsplätzen." Vor allem das Abwehrverhalten missfiel Magath: "Nach dem Anschlusstor durch Alexander Hleb haben einige wohl geglaubt, dass wir das Spiel noch gewinnen können und den BVB zum Toreschießen eingeladen." (dpa)

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