Fußball-WM „One Love“-Verbot: Queeres Fanbündnis fordert Aufarbeitung

Der WM-Streit um die „One Love“-Kapitänsbinde ist noch nicht erledigt. Ein Bündnis queerer Fans schreibt einen offenen Brief an die Verbände.
26.11.2022, 12:58
Lesedauer: 1 Min
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Von dpa

Nach dem FIFA-Verbot der „One Love“-Kapitänsbinde bei der Weltmeisterschaft in Katar erwartet das Netzwerk der schwul-lesbischen Fußball-Fanclubs (QFF) vom Deutschen Fußball-Bund und den Verbänden Englands, der Niederlande und der Schweiz eine intensive Aufarbeitung der Causa. 

„Wir fordern die nationalen Verbände unserer Mitgliedsorganisationen DFB, FA, KNVB und SFV dazu auf, die Vorkommnisse, die zu der Entscheidung geführt haben, transparent und umfassend darzulegen und aufzuarbeiten“ sowie „sämtliche rechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen, um gegen die Direktive vorzugehen“, heißt es in einem offenen Brief des Bündnisses.  

Der Weltverband FIFA hatte das Tragen der „One Love“-Armbinde unter Androhung von Sanktionen untersagt. Sieben europäische Verbände, darunter der DFB, hatten daher auf die geplante Aktion verzichtet. Die deutsche Nationalmannschaft hatte sich vor der 1:2-Auftaktniederlage gegen Japan stattdessen aus Protest die Hände vor den Mund gehalten.

„Mit großer Frustration und Enttäuschung haben wir die Entscheidung unserer nationalen Verbände zur Kenntnis genommen, wegen der von der FIFA angedrohten Sanktionen auf das Tragen der „One Love“-Kapitänsbinde zu verzichten“, schrieb QFF. „Das ist umso ärgerlicher, weil dieses Symbol ohnehin schon den größtmöglichen Konsens beschreibt. Gleiche Rechte sind Menschenrechte, das muss klar sein. Das gilt für alle Geschlechter und Orientierungen, auch im Fußball und gerade bei einer Weltmeisterschaft.“

Scharfe Kritik wurde auch am Weltverband geäußert. Die FIFA habe „ihren eigenen Anspruch, eine WM für alle zu veranstalten, endgültig aufgegeben und sich zur willfährigen Partnerin katarischer Interessen gemacht“, heißt es in dem offenen Brief. „Dies ist für die queere Community allgemein, ganz speziell aber für queere Menschen in Katar ein fatales Zeichen.“ Das Vorgehen des Weltverbandes dürfe „nicht legitimiert werden“. Es müsse „mit aller Kraft dagegen vorgegangen werden, um dies zu korrigieren und auch für die Zukunft auszuschließen.“

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