Niederlande - Japan 1:0 "Oranje" nach zweitem Sieg vorzeitig im Achtelfinale

Durban. Auch beim zweiten WM-Sieg verbreitete die Niederlande wenig Glanz, doch steht "Oranje" nach dem 1:0 (0:0) gegen Japan vorzeitig im Achtelfinale - auch dank dänischer Schützenhilfe.
19.06.2010, 15:18
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Durban. Nicht schön, aber erfolgreich. Ein toller Schuss von Wesley Sneijder und ein katastrophaler Fehler des japanischen Torhüters Eiji Kawashima haben den Niederlanden den Einzug ins WM- Achtelfinale beschert. Fünf Tage nach dem glanzlosen 2:0-Auftakt gegen Dänemark brannte "Oranje" erneut kein Feuerwerk ab, steht nach nach dem nüchternen 1:0 (1:0) in Durban über den dreimaligen Asienmeister Japan mit zwei Siegen aber so gut da wie sonst nur der WM-Favorit Argentinien. Das vorzeitige Weiterkommen bescherte dem Team von Bondscoach Bert van Marwijk am Abend Dänemark mit dem 2:1 (1:1) gegen Kamerun.

"Man muss auch hässliche Spiele erfolgreich gestalten können. Schließlich sind wir mit dem Ziel nach Südafrika gekommen, den Titel zu gewinnen. Unsere Partien sind vielleicht nicht so attraktiv. Aber bei einer Weltmeisterschaft Spiele zu gewinnen, ist nicht so einfach", verteidigte van Marwijk die über weite Strecken uninspirierte Vorstellung seiner "Elftal". "Natürlich müssen wir viel besser spielen. Zwei Spiele, zwei Siege, drei Tore, kein Gegentor. Andere Länder stehen schlechter da."

Matchwinner war Wesley Sneijder, der die "Oranje"-Fans unter den 62 010 Zusachern im Moses Mobihda Stadion am Samstag mit dem Siegtor in der 53. Minute erlöste. Beim Treffer des Mittelfeldstars vom Champions-League-Sieger Inter Mailand half Japans Keeper Kawashima allerdings kräftig mit. "Es war ein guter Schuss von Sneijder", sagte Japans Trainer Takeshi Okada und stellte sich damit schützend vor seine Nummer eins. Sneijder gab zu, dass auch Glück im Spiel war. "Ich habe den Ball gut getroffen und er ist ganz schön geflattert. Aber ich bin froh, dass er reingegangen ist."

Die Holländer, die seit nunmehr 21 Spielen in Serie unbesiegt sind, gehen als Spitzenreiter gelassen in ihr letztes Spiel der Gruppe E am Donnerstag gegen Kamerun. Die tapfer kämpfenden und rennenden Japaner müssen gegen Dänemark dagegen noch einmal alle Kräfte bündeln, um bei ihrer vierten WM-Endrunde den dritten Vorrunden-Knockout zu vermeiden. "Im Moment sind die Spieler geschockt. Aber es gibt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Wir müssen gegen Dänemark wieder alles geben", befand Okada.

Fast 70 Prozent Ballbesitz der Holländer konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie sich gegen die massive und kompakte Defensive der Japaner unglaublich schwertaten. Nicht eine hochkarätige Torchance sprang vor der Pause heraus. "Es war ein Geduldsspiel. Wir wussten: Wenn wir Geduld haben, werden wir auch irgendwann erfolgreich sein. Danach wollten wir das 1:0 verwalten, hätten aber mit einem unserer Konter das zweite Tor machen müssen", sagte Bayern Münchens Kapitän Mark van Bommel.

Die bereits gegen Dänemark enttäuschenden Rafael van der Vaart und Robin van Persie erhielten von van Marwijk eine neue Chance, doch ohne den gerade erst von einem Muskelfaserriss genesenen und noch geschonten Arjen Robben verbreitete das einst für seinen tollen Geschwindigkeitsfußball gelobte Team erneut keinen Glanz. "Sicher können wir besser spielen und werden es in diesem Turnier auch noch zeigen" versprach van der Vaart nach seinem 80. Länderspiel.

Da die emsigen Japaner nach vorn völlig harmlos blieben und erst nach dem 0:1 ihre Offensivbemühungen verstärkten, musste die Niederlande allerdings nie um den Sieg bangen. Auch Kesuke Honda, der gegen Kamerun den 1:0-Siegtreffer erzielte, hatte keinen guten Tag. Der agile Yoshito Okube (56./57./64.) vergab seine Chancen überhastet. Shinji Okazaki hatte in der letzten Minute dennoch die Riesenchance zum Ausgleich, zielte aber zu hoch.

In der Schlussphase sorgten die für den schwachen Ex-Hamburger van der Vaart und Sneijder eingewechselten Eljero Elia und Ibrahim Afellay (85./88.) für neuen Schwung bei "Oranje". "Wenn wir konsequenter gewesen wären, hätten wir noch zwei, drei Tore schießen können. Aber ich bin zufrieden", bilanzierte van Marwijk. Wichtig sei auch, dass man nicht viel zugelassen und zu Null gespielt habe, betonte HSV-Verteidiger Joris Mathijsen, und fügte hinzu: "Wir haben auf dem Platz nie das Gefühl gehabt, dass wir verlieren können."(dpa)

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