Hannover Psychologe soll Hannovers Sturzflug stoppen

Hannover. Ein Psychologe soll den Sturzflug von Hannover 96 stoppen und den Club vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit bewahren.
14.02.2010, 15:40
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Hannover. Ein Psychologe soll den Sturzflug von Hannover 96 stoppen und den Club vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit bewahren.

Einen Tag nach dem 1:5-Debakel stellte der Fußball-Bundesligist, der in dieser Saison bereits zweimal den Trainer gewechselt hat, den Kölner Andreas Marlovits vor und will mit seiner Hilfe eine Wende einleiten. «Wir haben in den vergangenen Wochen das Training intensiviert, vieles im Umfeld des Teams verändert und sind entschlossen, alle Möglichkeiten auszunutzen, um den Klassenerhalt zu sichern», sagte Trainer Mirko Slomka. «Die enge Zusammenarbeit mit Doktor Marlovits wird dazu beitragen und weitere neue Impulse für das Team geben.»

Die Verzweiflung in Hannover ist groß. Seit dem Selbstmord von Nationaltorwart Robert Enke am 10. November gelang nur ein Punktgewinn, der Club stürzte von Platz 10 auf 16, die Mannschaft wirkt immer verunsicherter. «Doktor Marlovits und sein Team werden in den nächsten Tagen versuchen, in Gesprächen mit unseren Spielern mögliche individuelle Probleme zu lösen», kündigte Manager Jörg Schmadtke an.

Der Kölner Sportpsychologe hat die Hannoveraner bereits länger beobachtet. Er hat «dabei verschiedene wiederkehrende Verhaltensmuster festgestellt». Marlovits sagte: «Jetzt gilt es durch den direkten Kontakt zu den Spielern, mögliche Gründe für diese vorliegenden Probleme herauszufiltern, zu besprechen und zu lösen. Unser Ziel ist es, die momentane Negativspirale der Leistungsentwicklung bei jedem Einzelnen - und darüber dann auch für die Mannschaft - zu stoppen und eine Trendwende herbeizuführen.»

Hannover spielte erschütternd schwach, so dass Per Mertesacker trotz der Bremer Galavorstellung Mitleid hatte. «Das sind keine leichten Stunden», sagte der Nationalspieler, nachdem er mit Werder seinen ehemaligen Club vorgeführt und geradezu gedemütigt hatte. «Die sind alle sehr niedergeschlagen», berichtete Mertesacker über die Stimmung bei seiner ehemaligen Mannschaft: «Ich wünsche dem Club alles Gute, mehr kann ich nicht tun.»

Der Werder-Verteidiger hätte allen Grund zu guter Laune gehabt. Seine Bremer spielten sich in der ersten Halbzeit fast in einen Rausch, nahmen die Hannoveraner nach allen Regeln der Fußball-Kunst auseinander und schossen Tor um Tor. «Wir haben unsere Überlegenheit durch Tore sprechen lassen», sagte der in der 96-Jugend groß gewordene Mertesacker. Die Treffer von Peter Niemeyer (11.), Naldo (18.), Leon Andreasen (26./Eigentor), Aaron Hunt (44.) und Claudio Pizarro (68.) drückten das Übergewicht der Bremer nur unzureichend aus. Die Hannoveraner, die durch den Ex-Bremer Christian Schulz (59.) zum Ehrentreffer kamen, wirkten hoffnungslos überfordert.

«Es war relativ ruhig», beschrieb Mertesacker die Abwehrarbeit der Bremer und sagte auf sein sauberes Trikot angesprochen: «Es gab nicht viele Situationen, bei denen man schmutzig werden konnte.» Werder durfte wie im Training kombinieren, die Tore fielen fast von alleine.

«Nach dem 0:1 sind wir in eine Schockstarre gefallen», kommentierte der neue 96-Trainer Mirko Slomka, mit dem Hannover in vier Spielen vier Niederlagen kassierte. «Wir sind ziemlich auseinandergenommen worden. Wir haben die erste Halbzeit komplett versagt.» So hilflos sein Team auf dem Platz auftrat, so ratlos wirkte Slomka und antwortete auf die Frage, welcher Spieler seiner Mannschaft eine ordentlich Leistung abgeliefert habe: «Keiner!» (dpa)

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