Hamburg Real-Connection: Van Nistelrooy weist Raul ein

Hamburg. Wer Ruud hat, braucht Raúl nicht. Beim Ehemaligen-Treffen von Real Madrid hat Ruud van Nistelrooy seinen einstigen Torjägerkollegen Raúl Gonzales Blanco in die Grundlagen der Bundesliga eingewiesen und glatt in den Schatten gestellt.
22.08.2010, 10:10
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Hamburg. Wer Ruud hat, braucht Raúl nicht. Beim Ehemaligen-Treffen von Real Madrid hat Ruud van Nistelrooy seinen einstigen Torjägerkollegen Raúl Gonzales Blanco in die Grundlagen der Bundesliga eingewiesen und glatt in den Schatten gestellt.

Der 2:1 (1:0)-Sieg des Hamburger SV über Vizemeister FC Schalke 04 im ersten Bundesliga-Spitzenspiel war der Spürnase und dem rechten Fuß des Niederländers zu verdanken. Die 34 Jahre alte HSV-Torfabrik brummt schon beim Start, während der 33 Jahre alte Neuankömmling Raúl bei Schalke erst auf Betriebstemperatur kommen muss.

«Wir waren beide bei Madrid. Jetzt spielen wir bei einem Duell Hamburg gegen Schalke - das ist unfassbar», sagte van Nistelrooy. «Wir sind Kumpel, Freunde. Es war ein schöner Moment, ihn umarmen und begrüßen zu können.» Bei aller Freude empfand er auch Mitleid mit Raúl, der in Spanien als dreimaliger Saisontorjäger und fünfmaliger Fußballer des Jahres eine lebende Legende ist. «Heute habe ich die Tore gemacht, das nächste Mal macht er sie», glaubt van Nistelrooy.

Dass er Gelb kassiert hatte, weil er - für ihn völlig unüblich - im Rausch des ersten Tores an den Zaun gesprungen war und sich von den Zuschauern feiern ließ, verkraftete van Nistelrooy. «Das war blöd. Aber ein Supertag, eine fantastische Stimmung. So kann's weitergehen.» Während DFB-Sportdirektor Matthias Sammer van Nistelrooy als «weltweit einen der Besten» adelte, spuckte Schalkes Nationaltorhüter Manuel Neuer dem Holländer in die Suppe: «Das waren keine großartigen Tore. Einfach den Fuß hingehalten...»

Raúl, der nach einer guten Stunde ausgewechselt wurde, trollte sich schweigend in die Kabine. «Er ist kein Konterspieler. So konnte er gar nicht in Erscheinung treten», entschuldigte Trainer Felix Magath seine Neuerwerbung. «Seine Leistung ist nicht so richtig zu bewerten.»

Hätte der überlegene HSV beim zwischenzeitlichen 1:1 gegen nur noch zehn «Königsblaue» - Benedikt Höwedes sah wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot - lediglich einen Punkt gewonnen, wäre die Fußball-Welt aus den Fugen geraten. «Aus vielen Chancen haben wir nur zwei Tore gemacht», haderte HSV-Neuverpflichtung Heiko Westermann, der bei Schalke Kapitän war und es auch jetzt in Hamburg ist.

Nicht nur van Nistelrooy erntete bei der Bundesliga-Premiere von Trainer Armin Veh auf der HSV-Bank Lob. «Dass der Zé Roberto in dem Alter noch so schnell ist - hervorragend.» Der 36 Jahre alte Brasilianer hatte den zweiten Ruud-Treffer mit einem Sprint am linken Flügel vorbereitet. Auch Mladen Petric auf der Position hinter der Spitze bewährte sich. «Wenn es so läuft wie heute, mache ich die Drecksarbeit gerne», versicherte der Kroate.

Schalke-Trainer Magath, der von einer Fan-Gruppierung als Diktator gegeißelt wird, beklagte bei den Seinen Defizite auf den Außenbahnen, weil die angestammten Verteidiger Tim Hoogland und Christian Pander verletzt sind. «Diese Positionen sind ein kleines Problem bei uns», bekannte Magath, der nicht müde wird, Verstärkungen zu fordern. «Wir brauchen noch den einen oder anderen. Da müssen wir in den nächsten Tagen tätig werden.» Allerdings will der 57-Jährige vor allem die Offensive aufrüsten.

Beim HSV ist ein Verkauf von Flügelflitzer Eljero Elia an den VfL Wolfsburg oder Juventus Turin kein Thema. «Ausgeschlossen. Den geben wir nicht her», beteuerte Veh. «Dann bräuchten wir ja wieder einen Neuen. Wir hätten doch überhaupt keine Zeit, einen zu finden.» (dpa)

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