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Reizklima bei «96» - Kind: Coach muss härter sein

Hannover. Bei der «Betriebssportgruppe» Hannover 96 ist das Arbeitsklima gereizt. Sportdirektor Jörg Schmadtke hat mit seiner spontanen Wutrede nach der 1:2-Pleite im Testspiel beim Zweitligisten 1. FC Union Berlin Feuer unterm Dach des Bundesligisten entfacht.
07.01.2010, 14:41
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Reizklima bei «96» - Kind: Coach muss härter sein

Arbeitsklima

dpa

Hannover. Bei der «Betriebssportgruppe» Hannover 96 ist das Arbeitsklima gereizt. Sportdirektor Jörg Schmadtke hat mit seiner spontanen Wutrede nach der 1:2-Pleite im Testspiel beim Zweitligisten 1. FC Union Berlin Feuer unterm Dach des Bundesligisten entfacht.

Als «niveaulos» und «Betriebssport» bezeichnete Schmadtke den Auftritt seiner Mannschaft. Dafür erhielt er Rückendeckung von Clubchef Martin Kind («Das finde ich gut»), der die Gelegenheit zugleich dazu nutzte, Trainer Andreas Bergmann in die Pflicht zu nehmen.

«Bergmann muss härter arbeiten und stärker handeln. Und er muss sich in die Linie von Schmadtke hineinentwickeln», erklärte Kind im Interview mit der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». Damit setzte der Vereinspräsident seinen Trainer mitten in der Winterpause mächtig unter Druck. Bereits der nächste Test am 09. Dezember beim Zweitligisten Arminia Bielefeld könnte eine Nagelprobe für den 50 Jahre alten Bergmann werden, der seit August 2009 als Nachfolger von Dieter Hecking die 96-Mannschaft trainiert.

«Das beeinflusst meinen Job nicht. Ich bleibe so, wie ich bin. Und unter Druck stehe ich immer», sagte Bergmann zu Kinds Aussagen. «Der Präsident darf sich so äußern», fügte der Coach hinzu. Bei seiner Verpflichtung hatte Vereinschef Kind noch den «richtigen Draht» von Bergmann zu den Profis gelobt. In seiner Vorrunden-Bilanz räumte der 96-Trainer selbstkritisch ein, nach dem tragischen Tod von Torwart Robert Enke öfter ein Auge zugedrückt zu haben. Deshalb wollte er den Profis wieder klare Regeln vorgeben.

Die Spieler haben das aber wohl noch nicht verstanden, was Kind und Schmadtke auf den Plan rief. Beide eint die große Sorge um den Klassenverbleib. Die letzten 45 Minuten der Hinrunde, als «96» eine 2:0-Führung gegen Bochum verspielte und 2:3 verlor, haben die Lage mit einem Schlag verändert. Statt mit 20 Punkten im Soll zu sein, trennt die Niedersachsen nach sechs sieglosen Spielen nur ein Punkt von Relegationsplatz 16.

Seitdem wird in Hannover nur über die Abstiegsgefahr gesprochen. Clubchef Kind will den Gang in die Zweitklassigkeit mit allen Mitteln vermeiden. Trotz klammer Kasse würde er auch Geld für neue Spieler ausgeben. Doch bis auf Ersatztorwart Uwe Gospodarek wurde bisher in der Winterpause kein Akteur geholt. Der Verein wird wahrscheinlich den Rückrundenstart gegen Hertha BSC abwarten. Sollte der misslingen, bleibt immer noch Zeit, um auf dem Transfermarkt tätig zu werden. (dpa)

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