Dänemark Routinier Olsen und Eto'os Löwen im Psychokrieg

Pretoria/Knysna. Psychokrieg vor dem «Verlierer-Duell» der Gruppe E zwischen Dänemark und Kamerun: Sowohl die Skandinavier um Trainerfuchs Morten Olsen als auch die «unzähmbaren Löwen» von Sturm-Samuel Eto'o wollen in Pretoria um jeden Preis eine Niederlage vermeiden, die praktisch das frühzeitige WM-Aus bedeuten würde.
18.06.2010, 15:21
Lesedauer: 2 Min
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Pretoria/Knysna. Psychokrieg vor dem «Verlierer-Duell» der Gruppe E zwischen Dänemark und Kamerun: Sowohl die Skandinavier um Trainerfuchs Morten Olsen als auch die «unzähmbaren Löwen» von Sturm-Samuel Eto'o wollen in Pretoria um jeden Preis eine Niederlage vermeiden, die praktisch das frühzeitige WM-Aus bedeuten würde.

Olsen greift dabei tief in die Trickkiste. «Ich werde den Kamerunern doch nichts verraten», erklärte der frühere Kölner Spieler und Trainer auf die Frage, ob Kapitän Jon Dahl Tomasson von Feyenoord Rotterdam nach seiner Verletzung erstmals in Südafrika stürmen wird. Im heftigen Duell der Worte stecken die Afrikaner allerdings nicht zurück. «Wir sind bereit und wir wollen weit kommen», kündigte Abwehrmann Gaëtan Bong großmundig an.

Olsen, für seine Psychospielchen bekannt, verpasste seinen Schützlingen einen Maulkorb. «Wer den Medien zuviel verrät, fliegt nach Hause», soll der 60-Jährige die Profis nach dänischen Medienberichten gewarnt haben. Beim letzten Training der «Danish Dynamite» im WM-Quartier in Knysna am Indischen Ozean ließ Olsen außerdem Sturmstar Nicklas Bendtner im Hotel. «Er trainiert im Kraftraum», so der Coach, der den Gegner gern in Unsicherheit wiegt. Der Arsenal-Profi hatte nach seiner Leistenverletzung bei der 0:2-Niederlage gegen die Niederlande nur 62 Minuten durchgehalten. «Ich kann jetzt 90 Minuten spielen», versicherte der 22-jährige Newcomer. Der Bremer Daniel Jensen ist dagegen wohl noch nicht einsatzfähig.

Trotz seines Lazaretts gibt sich Olsen entspannt und optimistisch. «Kamerun hat eine sehr gute Mannschaft, aber wir können gewinnen. Dazu müssen wir aber alles geben», sagte er. Der Coach ließ durchblicken, dass er gegen die mit einer 0:1-Schlappe gegen Japan gestarteten Kameruner dem jungen Christian Eriksen eine Chance in der Startelf geben könnte. Der erst 18-jährige Mittelfeldspieler von Ajax, einer der jüngsten WM-Akteure, habe ihn im Training «sehr beeindruckt», sagte der Trainer. «Der Junge muss noch an seiner Kraft arbeiten, aber das kommt noch mit der Zeit», betont Olsen.

Die Dänen müssen mit heftigem Widerstand rechnen. Noch einmal wollen die «Löwen» den Platz nicht wie geprügelte Hunde verlassen müssen. Vor allem für Coach Paul Le Guen schlägt die Stunde der Wahrheit. Eine weitere Pleite und Kamerun wäre schon aus dem Rennen. Offenbare Dissonanzen einiger Profis mit Champions League-Sieger Eto'o sind rechtzeitig vor dem Aufeinandertreffen in Pretoria ausgeräumt. «Wir sind alle wieder vereint», sagte Achille Emana. «Wir haben miteinander gesprochen.» Möglich ist, das Alexandre Song in die Startelf zurückkehrt und im Mittelfeld für neue Inspiration sorgen soll. Schalkes Joel Matip müsste dann wohl weichen.

Olsen will sich unterdessen nicht nur auf Inter-Mailand-Star Eto'o, sondern auf die gesamte Elf des Gegners konzentrieren. Eto'o sei zwar ein «fantastischer Fußballer». «Aber ein Spieler allein gewinnt kein Spiel, die ganze Mannschaft tut es», betonte er. Und Simon Kjær ergänzt, ganz im Stil des von seinem Coach vorgegebenen Psychokriegs: «Eto'o ist ein schneller Spieler. Aber lasst ihn nur kommen. Ich habe aus früheren Duellen gegen ihn in Italien gelernt», tönt der Verteidiger von US Palermo. (dpa)

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