Champions League Rummenigge: Über Ribéry-Ausfall nicht lamentieren

München. Den Kampf um die Endspiel-Teilnahme von Franck Ribéry hat der FC Bayern München verloren, aber trotzdem weitere Pluspunkte beim Kampf um eine Vertragsverlängerung des Franzosen gesammelt.
18.05.2010, 14:23
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München. Den Kampf um die Endspiel-Teilnahme von Franck Ribéry hat der FC Bayern München verloren, aber trotzdem weitere Pluspunkte beim Kampf um eine Vertragsverlängerung des Franzosen gesammelt.

Noch auf dem Rückflug aus der Schweiz nach München bedankte sich der 27-Jährige bei Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge für den letztlich zwar erfolglosen, jedoch entschlossenen Einsatz des deutschen Fußball-Meisters vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen die Rot-Sperre. «Er weiß sehr wohl, welche Qualitäten diese FC-Bayern-Familie hat», sagte Rummenigge am Dienstag in München. Er wiederholte mit Blick auf die Zukunft des vielerorts umworbenen Ribérys seine Zuversicht. «Unser Ziel ist klar. Wir wollen den Vertrag mit Franck verlängern und ich sehe diese Vertragsverlängerung durchaus optimistisch.»

Der gesperrte Ribéry soll mit den Bayern nach Madrid reisen, um zumindest als Glücksbringer gegen Inter Mailand dabei zu sein. Natürlich fehlt der Franzose auf dem Feld, aber das soll kein Grund zum Jammern sein. «Wir dürfen nicht den Fehler machen und lamentieren, dass mit Franck Ribéry ein sehr wichtiger Spieler am Samstag nicht zur Verfügung steht», betonte Rummenigge. «Man darf in solchen Tagen nicht die Bewertung abgeben, dass jetzt die Welt untergeht.» Zumal sich der FC Bayern im Vorfeld des Mailand-Spiels «unglaublich hoher positiver Imagewerte» erfreuen kann, wie Rummenigge meinte. «Ich habe den Eindruck, dass uns die ganze Nation am Samstag die Daumen drückt.»

Auch ohne Ribéry, der in dieser Saison verletzungsbedingt oft fehlte, lieferten die Münchner schon den Beweis der Extra-Klasse ab. Zuletzt im Halbfinal-Rückspiel bei Olympique Lyon. Damals bot Hamit Altintop eine starke Leistung. Er dürfte den Franzosen auch beim Finale von Madrid vertreten. Und für Ribéry, da war sich Rummenigge am Dienstag sicher, wird es eines Tages eine neue Endspiel-Chance geben - mit den Münchnern. «Das ist nicht das letzte Mal, dass er mit Bayern ein Finale erreichen kann. Beim nächsten bin ich sicher, dass er dann auf dem Platz stehen kann», prophezeite Rummenigge.

Das Team hatte vier Tage vor der Partie gegen Inter Mailand am Samstag in Madrid am Dienstag noch einmal trainingsfrei. Von diesem Mittwoch an wird dann der Feinschliff für das «Spiel des Jahres» vorgenommen. «Ich glaube, es ist ohne Übertreibung der wichtigste Titel, den man im Club-Fußball holen kann», hob Rummenigge hervor. Schon früher im Europapokal der Landesmeister sei es nicht einfach gewesen, den Pott zu holen, doch seit Einführung der Champions League sei die «Qualität noch einmal dramatisch gestiegen». Nicht verändert hat sich das Kribbeln vor besonderen Spielen im Europapokal. Rummenigge selbst war als 20-Jähriger einmal so nervös, «dass mir damals Cognac eingeflößt wurde». Immerhin reichte es zum Sieg.

Keiner in Europa hätte mit dem Endspiel Bayern gegen Inter gerechnet. «Riesenkompliment, dass wir das Finale erreicht haben», sagte Rummenigge vor der Partie gegen seinen Ex-Verein, «bei dem ich drei sehr schöne, sehr interessante Jahre verbracht habe». Doch trotz aller Freundschaft will Rummenigge in den Geschichtsbüchern «gerne Triple-Gewinner FC Bayern lesen, das ist klar», betonte der 54- Jährige.

«Man hat den Eindruck, dass Bayern München etwas widerfährt, was in der Vergangenheit eigentlich noch nie der Fall war. Bayern München war immer bekannt als Club, der sehr polarisierend in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird», beschrieb Rummenigge. «Man hat jetzt fast den Eindruck, dass die ganze Republik uns Pluspunkte verteilt. Selbst die größten Konkurrenten haben uns alles Gute für das Spiel in Madrid gewünscht.» (dpa)

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