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Schalke unkonstant: Neuer beklagt "zwei Gesichter"

Gelsenkirchen. In der Bundesliga im Niemandsland, im Pokal vor einer hohen Hürde - dem FC Schalke 04 drohen innerhalb weniger Tage der Totalabsturz und eine Saison ohne Europapokal.
27.02.2011, 10:20
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Schalke unkonstant: Neuer beklagt "zwei Gesichter"

Fleißarbeiter

dpa

Gelsenkirchen. In der Bundesliga im Niemandsland, im Pokal vor einer hohen Hürde - dem FC Schalke 04 drohen innerhalb weniger Tage der Totalabsturz und eine Saison ohne Europapokal.

Nur ein Sieg im Halbfinal-Knüller am Mittwoch beim FC Bayern München und die Aussicht auf einen Titel mit dem abermaligen Einzug ins lukrative internationale Geschäft könnten die aufgebrachten Fans noch beruhigen. "Die Stimmung ist zurzeit bei uns nicht gut. Wenn wir oben stehen würden, würde eine positive Stimmung im ganzen Verein herrschen", beklagte Schalkes Kapitän Manuel Neuer nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg die bedrückende Atmosphäre.

45 Minuten lang zeigte die "Jugendgruppe" aus Franken dem mit Stars gespickten Vizemeister im eigenen Stadion die Grenzen auf. Wie schon beim 1:2 in Mönchengladbach wirkten die "Königsblauen" unengagiert, uninspiriert und überfordert. Die Folge: laute Pfiffe und die Aufforderung der Fans: "Wir wollen euch kämpfen sehen."

Doch Trainer Felix Magath hatte die vorsichtige Marschroute mit Blick auf die Partie in München und das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions-League gegen Valencia am 9. März wohl absichtlich gewählt. "Vor den englischen Wochen war es wichtig, verhalten zu beginnen und die Partie erstmal zu kontrollieren", gab Magath zu. Das Konzept schlug fehl. So musste die Elf nach dem Treffer von Jens Hegeler (37.) erneut einem Rückstand hinterherlaufen. Was zusätzlich Kraft und Energie kostete, wie Neuer betonte. "Wir müssen zu Hause von Anfang an ganz anders auftreten. Man kann nicht immer zurückkommen. Erst in der zweiten Hälfte hat man gesehen, dass wir die Heimmannschaft sind. Da haben wir unser zweites Gesicht gezeigt."

Bezeichnend, dass es erneut der älteste Schalker war, der die Ärmel aufkrempelte: Raúl rackerte, schlug geniale Pässe und nutzte seine Ausgleichschance eiskalt (52.). Während der spanische Musterprofi sein 11. Saisontor bejubelte, blieb sein Sturmpartner Klaas-Jan Huntelaar erneut glück- und torlos. Rekordverdächtige 1001 Bundesliga-Minuten wartet der 14-Millionen-Mann schon auf ein Erfolgserlebnis. Dreimal scheiterte er am großartig aufgelegten "Club"-Keeper Raphael Schäfer, der zudem mögliche Siegtreffer von Raul, Jose Manuel Jurado und Benedikt Höwedes glänzend verhinderte.

"Dafür haben wir einen Torwart. In den letzten Wochen hatte er nicht so viel zu tun. Heute hat er uns im Spiel gehalten", lobte Trainer Dieter Hecking, der den ersten Punktverlust nach vier Siegen verschmerzen konnte. Vor allem, weil neben Gündogan, Bunjaku, Frantz und Cohen (Gelbsperre) in Julian Schieber (Meniskusriss) auch noch der bester Torjäger (7) und Vorlagengeber (9) ausgefallen war. Zudem humpelte Juri Judt wegen eines Muskelfaserrisses nach 32 Minuten vom Feld. "Wenn man sieht, mit welchem Kindergarten wir gespielt haben, dann war das richtig gut. Am Ende waren lauter 18-, 19-Jährige auf dem Platz. Hut ab vor den jungen Leuten", lobte Hecking.

Zehn Punkte hinter dem Tabellen-Fünften Mainz - an den Einzug in die Europa League über die Liga glaubt niemand mehr. So bleibt Schalke nur die vage Hoffnung auf den Pokalcoup. Und da wartet laut Christoph Metzelder mit den Bayern eine "herausragend besetzte Mannschaft". Sollte sich der "kürzeste Weg nach Europa" als Sackgasse erweisen, stehen dem Revierclub und Magath unruhige Tage bevor. Da kann auch die Königsklasse nicht trösten: "Ich bin kein Fantast zu glauben, dass wir die Champions League gewinnen", sagte Metzelder. (dpa)

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