Traumtor von Schick

Tschechien schockt Schottland - "Tor des Turniers" aus 50 Metern

Dank eines Bundesliga-Profis nimmt Tschechien Kurs auf das Achtelfinale, Schottlands EM-Comeback nach mehr als zwei Jahrzehnten Turnier-Tristesse ist dagegen kräftig missglückt.
14.06.2021, 16:55
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Von dpa

Patrik Schick klatschte nach seinem großen Auftritt die Teamkollegen ab und ließ sich von den Fans für sein 50-Meter-Traumtor für die EM-Ewigkeit feiern.

Tschechiens Bundesliga-Profi hat Schottland mit seinem Doppelpack die Stimmung bei der ersehnten Rückkehr auf die EM-Bühne verdorben. Beim 2:0 (1:0)-Sieg am Montag im Glasgower Hampden Park war der Leverkusener Stürmer mit seinen zwei Toren der herausragende Mann des Spiels (42./52. Minute). Das zweite Tor beim Vorrundenstart wird in jedem Rückblick auf das Turnier zu sehen sein - eine Bogenlampe fast von der Mittellinie.

Schick erkannte beim genialen Distanzschuss zum 2:0 aus rund 50 Metern, dass Schottlands Torhüter David Marshall zu weit vor dem Tor stand. «Es ist klar, dass wir bereits das Tor des Turniers gesehen haben. Niemand braucht zu versuchen, das noch zu schlagen», sagte Tschechiens Mittelfeldspieler Tomas Soucek. Schick setzte damit die gute Tor-Bilanz der Bundesliga fort: Es war der achte Turniertreffer eines in Deutschland angestellten Profis.

Schottlands erste EM seit 1996

Trotz aufopferungsvollen Kampfes blieb die Hoffnung der Schotten auf einen erfolgreichen Auftakt in ihre erste Fußball-EM seit 1996 unerfüllt. «Wir haben noch zwei Chancen, eine gute Leistung zu zeigen und etwas daraus zu machen», sagte Mittelfeldakteur Stuart Armstrong. Vor dem britischen Duell am Freitag gegen England, das Kroatien 1:0 bezwungen hatte, sind die Chancen auf den ersten Einzug in eine K.o.-Runde rapide gesunken. Dagegen ließen sich die Tschechen vor ihren wenigen Fans unter den von 9847 Zuschauern feiern.

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Viel Herz und Leidenschaft reichte Schottland im vom deutschen Schiedsrichter Daniel Siebert gut geleiteten Spiel gegen die cleveren Tschechen nicht. Der besondere Tag der ersten Turnier-Teilnahme nach der WM 1998 war den Bravehearts aber in jeder Sekunde des Spiels anzumerken. «Ich hoffe, dass wir die Nation inspirieren und die Leute glücklich machen», sagte Kapitän Andy Robertson. Zumindest zum Auftakt glückte das nicht, umso wichtiger wird jetzt das prestigeträchtige Duell im Londoner Wembley-Stadion.

Dann müssen die Schotten mehr Klasse und vor allem Abschlussstärke zeigen. Gepusht von emotionalen Gesangseinlagen und Anfeuerungsrufen hatte sich die Tartan Army gegen Tschechien sehr leidenschaftlich präsentiert. Gefährlich wurde es meist, wenn Liverpool-Star Robertson auf der linken Seite in Aktion trat. Sein Schuss aus 16 Metern als größte schottische Chance vereitelte Tomas Vaclik glänzend (32.).

Herthaner Darida als Fixpunkt

Was Klopp-Schützling Robertson bei den Schotten war, war Herthas Vladimir Darida bei den Tschechen, die im Gegensatz zu den Schotten seit 25 Jahren EM-Dauergast sind. Darida war Fixpunkt im Spiel der Gäste, doch er stand wie alle im Schatten von Schick.

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Der Leverkusener Schick präsentierte sich nicht nur wegen seiner Treffer stark. Zuvor scheiterte er mit einer Direktabnahme nur knapp an Schottlands Torhüter Marshall, der als Elfmeterheld in den Playoffs die Endrunden-Teilnahme ermöglicht hatte (16.). Beim platzierten Kopfball von Schick nach einer perfekten Flanke von Vladimir Coufal war Marshall dann machtlos.

Hendry trifft die Latte

Nach der kampfbetonten und insgesamt prüfte Schick den schottischen Schlussmann erneut (46.). Fast im Gegenzug meldete sich der Gastgeber zurück, als Jack Hendry aus 17 Metern die Latte traf (48.). Und nachdem Vaclik so gerade noch mit einer Glanztat ein Eigentor durch Tomas Kalas verhindert hatte, kam die Kulisse nochmal mit Gänsehautatmosphäre zurück (49.). Bis Schick erneut zuschlug.

Ihrem Naturell entsprechend gab Schottland nicht auf. Nachdem die Tartan Army im Herbst beide Nations-League-Duelle hatte gewinnen können, gab es diesmal aber einen kräftigen Stimmungsdämpfer.

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