Relegation Serie beendet: Bochum verliert im Millionenpoker

Bochum. Enttäuschung, Trauer und Frustration: Der VfL Bochum muss sein Projekt Aufstieg verschieben und schafft erstmals nach einem Abstieg nicht die direkte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga.
26.05.2011, 14:11
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Bochum. Enttäuschung, Trauer und Frustration: Der VfL Bochum muss sein Projekt Aufstieg verschieben und schafft erstmals nach einem Abstieg nicht die direkte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga.

"Das ist frustrierend, innerlich ist nur Leere", beschrieb VfL-Sportvorstand Thomas Ernst nach dem 1:1 im Relegations-Rückspiel gegen Borussia Mönchengladbach seine Gefühlslage. "Natürlich ist es bitter, dass wir jetzt mit leeren Händen dastehen", meinte VfL-Stürmer Mirkan Aydin. Trotzdem feierten die Anhänger ihre Spieler hinterher minutenlang mit Ovationen.

Torwart Andreas Luthe fand aber die Art und Weise, wie der Aufstieg verpasst wurde, ungerecht. "Die Relegation ist eine Belohnung für den Erstligisten und eine Strafe für den Zweitligisten", sagte der Keeper. "Wer die Relegation verliert, ist der Arsch", meinte Bochums Finanz-Vorstand Ansgar Schwenken. Dieses Schicksal trifft nun die Bochumer, die in der 2. Liga auf viel Geld verzichten müssen.

Auf mindestens 12,5 Millionen Euro bezifferte Ernst die Summe, die für den Club den Unterschied zwischen Bundesliga und 2. Liga ausmacht. "Es droht aber kein Szenario wie bei Arminia Bielefeld oder 1860 München", versicherte Ernst. Der Gesamtetat des Vereins für die neue Saison sinkt um 2,5 Millionen Euro auf maximal 22,5 Millionen Euro, davon entfallen neun Millionen Euro auf die Profis.

Bei Trainer Friedhelm Funkel, der bislang alle fünf Aufstiege im Verlauf seiner Karriere gleich im ersten Jahr schaffte, war am Morgen nach der Relegation der Frust besonders groß. "Gestern Abend war ich von dem Spiel und der Stimmung noch euphorisiert, doch heute Nacht kam die große Enttäuschung", sagte Funkel am Donnerstag. "Das wird auch ein paar Tage dauern, bis ich das verarbeitet habe."

Viel Zeit zum Trauern bleibt nicht. Schon in sieben Wochen fängt die neue Zweitligasaison an. "So wenig Zeit zum nächsten Pflichtspiel, das habe ich noch nie erlebt", sagte Funkel. Seinen Spielern gibt er darum nur drei Wochen Urlaub, Funkel selbst verzichtet auf Ferien. Trainingsstart in Bochum ist am 15. Juni. "Dann greifen wir wieder an und wollen Versäumtes nachholen und aufsteigen", sagte der Coach. Dabei setzt Funkel nicht nur auf altbewährte Kräfte. "Wir holen drei, vielleicht vier neue Spieler", sagte der Trainer. Auf der Wunschliste stehen ein Stürmer, ein Innenverteidiger, ein defensiver und ein offensiver Mittelfeldspieler. (dpa)

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