TV-Einnahmen

Spannende Milliarden-Frage: Wer bekommt wie viel Geld?

Die Corona-Krise hat das Wachstum im deutschen Profifußball gebremst. Am Montag erfahren die Vereine, mit welchen Beträgen aus der TV-Vermarktung sie in den kommenden vier Jahren ungefähr rechnen können. Die bisherige Verteilung spaltet die Branche.
06.12.2020, 13:19
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Die beliebte Showfrage „Wer wird Millionär?“ stellt sich für die 36 Profivereine bei der Mitgliederversammlung am Montag nicht.

Schließlich verteilt die Deutsche Fußball Liga in den kommenden vier Spielzeiten insgesamt 4,4 Milliarden Euro allein aus der nationalen TV-Vermarktung. Hinzu kommt ein dreistelliger Millionenbetrag aus den internationalen TV-Erlösen. Und doch birgt das virtuelle Treffen viel Brisanz, denn es geht darum: Wer bekommt wie viel Geld - und wie gehen die Vereine mit der Entscheidung des neunköpfigen DFL-Präsidiums um?

Geschäftsführer Christian Seifert kommt die heikle Aufgabe zu, den in zwei Lager gespaltenen Vereinen das Ergebnis zu präsentieren und mögliche Streitigkeiten zu moderieren. Schließlich hat die Auseinandersetzung ums Geld die Branche in zwei ungefähr gleich große Lager gespalten.

Vier Erst- und zehn Zweitligisten entwickelten ein Konzept für eine Umverteilung von oben nach unten. Das erzürnte vor allem den FC Bayern. Der Champions-League-Gewinner aus München lehnt es rundweg ab, von seinen üppigen Einnahmen etwas abzugeben. „Es ist das erste Mal, dass sich Clubs außerhalb dieser Solidargemeinschaft positioniert haben“, rügte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge den öffentlichen Vorstoß der Reformer.

Die Zahlen für die laufende Saison sehen laut „Kicker“ so aus: Die Bayern kassieren mit 105,4 Millionen Euro aus der gesamten TV-Vermarktung am meisten, Arminia Bielefeld mit 34,31 Millionen von den Erstligisten am wenigsten. Der Erste kassiert also ungefähr dreimal so viel wie der Letzte. Schlusslicht bei den TV-Einnahmen ist Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig mit 9,42 Millionen.

Kein Wunder, dass sowohl die Ostwestfalen als auch die Niedersachsen ihre Forderung nach einer gerechteren Ausschüttung am Wochenende noch einmal untermauerten. In Bielefeld war auf einem Banner zu lesen: „Faire TV-Geldverteilung für einen spannenden Wettbewerb!“ Und in Braunschweig hieß es auf einem Spruchband: „Für eine faire Verteilung der TV-Gelder.“

Zumal der Unterschied bei der Verteilung der internationalen TV-Einnahmen noch krasser ist. Da erhalten die Münchner mit 31,1 Millionen Euro mehr als das Zehnfache als Aufsteiger Bielefeld, bei dem es nur 2,38 Millionen Euro sind. Die 18 Zweitligisten müssen sich 8,01 Millionen Euro teilen.

Geht es nach den Bayern, soll das Verhältnis so bleiben. Unterstützt wird der Rekordmeister in seiner Position von 13 weiteren Bundesligisten und dem Zweitligisten Hamburger SV. Die rebellische G14 hat unter anderem die Fan-Vereinigung „Unsere Kurve“ im Rücken, die ebenfalls eine Neuverteilung fordert. Sie appellierte, sich „nicht von Machtdemonstrationen leiten zu lassen, sondern mutig und mit klarem Blick die Zukunft des Profifußballs zu gestalten“.

Die spannende Frage lautet also: Haben sich die großen Vereine mit den Bayern an der Spitze durchgesetzt - oder wurden die Begehrlichkeiten der kleineren Clubs von der DFL-Führung berücksichtigt? Die Antwort gibt es am Montag.

© dpa-infocom, dpa:201206-99-591177/2 (dpa)

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