Wer im Stadion des FC St. Pauli künftig Werbung schaltet, muss sich an klare Vorschriften halten. Der Hamburger Fußballverein hat in Zusammenarbeit mit der Protestorganisation Pinkstinks ein Regelwerk gegen Sexismus im Stadion herausgegeben. Die Broschüre richtet sich vor allem an Werbepartner und Sponsoren des Vereins, heißt es auf der Internetseite.
Bereits am 1. März gab der Verein den Start der Aktion bekannt und zeigte ein erstes Beispiel aus der Broschüre, die Sie hier einsehen können.
In der Broschüre werden drei Regeln aufgestellt: Aus dem Stadion verbannt wird künftig Werbung, die Menschen als sexuelle Gebrauchsgegenstände darstellt, Menschen aufgrund ihres Geschlechts bestimmten Rollen zuordnet oder ein generelles geschlechtsbezogenes Über-/Unterordnungsverhältnis darstellt. Außerdem stellt der Verein klar, dass er bei "geschmacklosen oder einfach stumpfen" Werbemaßnahmen mithilfe des Hausrechts einschreiten werde.
Göttlich begrüßt Kooperation
Die Zusammenarbeit der Organisation Pinkstinks, die sich bereits seit langem gegen sexistische Werbung einsetzt, begrüßt der Verein: „Wir freuen uns sehr, für dieses Projekt nicht nur Pinkstinks gewonnen zu haben, sondern mit dem Fanladen und unserem Aktionsbündnis gegen Sexismus und Homophobie auch die aktive Fanszene“, erklärt Präsident Oke Göttlich. „Uns als Verein ist es wichtig, hier noch einmal mit Nachdruck klare und nachvollziehbare Regeln gegen Sexismus im Stadion festgelegt zu haben."
Das Regelwerk soll nicht nur für die Werbung im Stadion maßgeblich sein: Mit der Initiative wolle man auch eine Selbstverpflichtung eingehen, in Zukunft noch klarer und konsequenter für eine bunte, tolerante Welt einzustehen, erklärte der Verein.