St. Pauli Strafe muss sein - "Stani" bittet zum Oster-Video

Hamburg. Werder Bremen feierte fröhliche Ostern, beim FC St. Pauli stand dagegen eine Strafsitzung an. Nach der folgenschweren 1:3-Heimpleite im Nord-Derby sprach Trainer Holger Stanislawski von einer "unterirdischen zweiten Halbzeit" und setzte für den Feiertag eine außerordentliche Videoshow an.
24.04.2011, 10:10
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Hamburg. Werder Bremen feierte fröhliche Ostern, beim FC St. Pauli stand dagegen eine Strafsitzung an. Nach der folgenschweren 1:3-Heimpleite im Nord-Derby sprach Trainer Holger Stanislawski von einer "unterirdischen zweiten Halbzeit" und setzte für den Feiertag eine außerordentliche Videoshow an.

"Wir tolerieren es nicht, dass das Team nicht an die kleine Chance für den Klassenverbleib geglaubt hat", monierte Stanislawski, der sich trotz der vielen Rückschläge bisher immer hinter seine Mannschaft gestellt hatte. Diesmal aber nicht: "Wenn man eine Mannschaft von der Qualität Werder Bremens spielen lässt, dann wird man bitterböse bestraft."

Stanislawski ärgerte sich vor allem darüber, dass sich seine sonst so kampfstarken Kicker nach der verdienten 1:0-Pausenführung durch Fin Bartels (29. Minute) nach der Pause beinahe wehrlos ihrem Schicksal ergaben. 24 487 Fans im ausverkauften Millerntor-Stadion mussten mit ansehen, dass das ebenso unglückliche wie schnelle 1:1 durch Markus Thorandts Eigentor (51.) das gesamte Match kippte. "Wenn man ein Gegentor bekommt, darf man nicht gleich einbrechen. Meine Jungs sind einfach weggesackt", stellte Stanislawski fest.

Dass ausgerechnet der "Hamburger Jung" Philipp Bargfrede, Sohn des St. Pauli U17-Trainers Hansi Bargfrede, den wohl spielentscheidenden Ausgleich mit einem tollen Solo plus Maßflanke auf Pechvogel Thorandt einleitete, empfand St. Pauli-Sportchef Helmut Schulte als "besonders bitter". Dass für sein Team nach den Saisontreffern sieben und acht des wiedererstarkten Torjägers Claudio Pizarro (73./74.) am Ende die achte Niederlage aus neun sieglosen Partien zu Buche stand, ist aber weitaus bitterer. Zumal nach Gladbachs 1:0 über Borussia Dortmund St. Pauli Tabellenletzter ist. Schulte: "Zugegeben: Es wird immer enger."

Beim Kiezclub machen vor den letzten drei Spielen Durchhalteparolen die Runde. "Warum sollen wir in Kaiserslautern und Mainz sowie daheim gegen den FC Bayern nicht gewinnen?", fragte Schulte nach Paulis 50. Erstliga-Heimpleite. Und Aufstiegs-Held Stanislawski, der im ersten Heimspiel seit Bekanntwerden seines Wechsels nach Hoffenheim vom eigenen Anhang gefeiert wurde, erwartet von seinen "Jungs", dass sie - ganz anders als gegen Werder - bis zur letzten Sekunde an die sportliche Rettung glauben. "Wenn sie gesehen haben, wie sie das abgeschenkt haben, wird das einmalig bleiben. Und dann bereiten wir uns auf unser Final-Spiel in Kaiserslautern vor."

Die Bremer konnten sich nach ihrem achten Punktspiel in Serie ohne Niederlage beruhigt auf den Heimweg machen. Denn die Hanseaten dürfen nach einigen Wochen des Zitterns allmählich für eine weitere Saison im Oberhaus planen. Auch, weil ihr Goalgetter Pizarro nach mehreren Verletzungen zur alten Form zurückfindet. "Ein Torjäger muss Tore machen, wenn er die Chance hat", meinte Kapitän Torsten Frings und brachte Pizarros Tor-Formel auf einen einfachen Nenner.

In Hamburg sorgte der Peruaner mit seinem ersten Doppelpack dieser Saison für den am Ende verdienten Sieg. "Jetzt können wir in Ruhe atmen", sagte er. Ganz auf der sicheren Seite wähnen sich die Bremer jedoch noch nicht. "Wir sind froh, dass wir die drei wichtigen Punkte geholt haben, aber das Rennen geht weiter", betonte Trainer Thomas Schaaf. Und Manager Klaus Allofs befand: "Wenn man die anderen Ergebnisse sieht, weiß man, wie wichtig der Sieg hier heute war." (dpa)

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