DFB-Pokal Torjäger ohne Tore: Ibisevic auf Formsuche

Sinsheim. Die Szene hatte Symbolcharakter: Vedad Ibisevic zog von links in den Hannoveraner Strafraum, ließ zwei Gegenspieler stehen, passte zu Teamkollege Maicosuel, der den Ball per Hacke abtropfen ließ und Hoffenheims Stürmer schoss ... um Zentimeter am Tor vorbei.
09.02.2010, 13:23
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Sinsheim. Die Szene hatte Symbolcharakter: Vedad Ibisevic zog von links in den Hannoveraner Strafraum, ließ zwei Gegenspieler stehen, passte zu Teamkollege Maicosuel, der den Ball per Hacke abtropfen ließ und Hoffenheims Stürmer schoss ... um Zentimeter am Tor vorbei.

In dieser 57. Minute bündelte sich alles, was der Bosnier zurzeit durchmacht. Ibisevic zeigt stark ansteigende Form, macht nicht nur in dieser Situation alles richtig, doch der Ball will einfach nicht ins Tor. «Im Training mache ich die Dinger rein». haderte der 25-Jährige nach dem 2:1-Sieg gegen Hannover 96 mit sich.

In der vergangenen Saison gelang dem jetzt verhinderten Torjäger in der Hinrunde praktisch alles. 18 Treffer erzielte er für die Hoffenheimer Himmelsstürmer, deren Sturmlauf vor allem dank Ibisevic bis zur Herbstmeisterschaft führte und scheinbar keine Grenzen kannte. Doch dann zog sich Ibisevic im Wintertrainingslager 2009 in einem unbeutenden Testspiel im spanischen La Mange gegen den Hamburger SV einen Kreuzbandriss zu und fiel für den Rest der Spielzeit aus.

Mit der schweren Verletzung ihres Sturmführers begann auch die Talfahrt der Kraichgauer, zumal Ibisevic zu Beginn der neuen Saison seiner Form noch hinterherlief. «Ich brauche noch ein bisschen Zeit», bat er nach den ersten holprigen Einsätzen um Geduld. Die Spritzigkeit, das Durchsetzungsvermögen und vor allem seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor - all das musste sich erst langsam wieder entwickeln.

Sechs Treffer hat Ibisevic in der laufenden Saison bislang erzielt, allein drei davon am siebten Spieltag beim 5:1 gegen Hertha BSC Berlin. Das letzte Tor datiert nun schon vom 21. November des vergangenen Jahres, als er beim 4:0 in Köln per Foulelfmeter traf. «Wichtig ist, dass Vedad sich die Chancen überhaupt erspielt. Er ist auf dem richtigen Weg», sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick.

Der 1899-Coach setzte den bosnischen Nationalspieler bislang in allen 21 Spielen ein, doch zwischenzeitig hatte selbst Rangnick das Vertrauen in den kriselnden Angreifer verloren. Am neunten Spieltag setzte er Ibisevic erstmals nur auf die Bank, auch danach spielte der Publikumsliebling nicht immer von Anfang an.

Nach dem Dreierpack gegen Hertha BSC schien der Knoten endlich geplatzt, doch es folgten nur zwei weitere Treffer. Im neuen Jahr wartet Ibisevic noch immer auf sein erstes Erfolgserlebnis, die Formkurve zeigt aber endlich nach oben. Gegen Hannover sahen die Zuschauer in Ansätzen bereits wieder den alten Ibisevic, was fehlte war nur ein Tor. «Wir würden Vedad kritisieren, wenn er nicht gut spielen und nicht alles für die Mannschaft geben würde. Doch genau das tut er und irgendwann wird der Knoten bei ihm auch wieder platzen», sagte Manager Jan Schindelmeiser.

Rangnick fügte hinzu: «Um ihn mache ich mir überhaupt keine Sorgen.» Der Unglücksrabe selbst hatte bei soviel Rückendeckung trotz des achten torlosen Spiels in Serie immerhin wieder ein Lächeln im Gesicht als er die Rhein-Neckar-Arena verließ. Jetzt fehlen ihm nur noch die Tore. (dpa)

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