Nach Sieg in Augsburg

Trapp spielt Weihnachtsmann: Xbox-Konsolen für Kollegen

Ein „schwieriges“ Jahr endet für Eintracht Frankfurt in gelöster Festtagsstimmung. Die Sieglos-Serie reißt beim letzten Spiel in Augsburg. Lag's an einer Wette und einem orangefarbenen Trikot?
20.12.2020, 09:49
Lesedauer: 2 Min
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Kevin Trapp schlüpfte in die Rolle des Frankfurter Weihnachtsmannes.

Der Nationaltorhüter hatte seinen Teamkollegen vor dem ersehnten Ende der Sieglos-Serie gegen den FC Augsburg ein ganz besonderes Geschenk in Aussicht gestellt, das er nach dem 2:0 (0:0) der Eintracht nun noch flott beim Online-Shopping besorgen muss.

„Vor dem Spiel bin ich mit den Jungs eine Wette eingegangen: Wenn wir ohne Gegentor bleiben, kaufe ich ihnen drei Xbox-Konsolen“, erzählte der 30-jährige Trapp: „Das war es mir wert!“ Die Aussicht auf das bei Fußball-Profis beliebte Spielzeug half: Am 13. Spieltag spielten die Hessen erstmals in dieser Bundesliga-Saison zu Null, mit Glück, Kampfgeist und auch dank des Torwarts. „Wir haben einen guten Kevin Trapp gebraucht, um zu Null zu spielen“, sagte Trainer Adi Hütter.

Weihnachtsmann Trapp trug zwar auf dem Spielfeld keinen roten Mantel und auch keinen weißen Rauschebart, aber extra eingekleidet hatte er sich schon. Erstmals habe er in einem orangefarbenen Torwarttrikot gespielt. Dazu trug er ein neues Paar Handschuhe. Zu Torwartcoach Jan Zimmermann hatte er gesagt: „Das werden die Zu-null-Handschuhe!“

Gesagt, getan. Trapps Weihnachtsgeschichte passte zur gelösten Stimmung, die der dritte Saisonsieg bei den Remiskönigen der Liga bewirkte. „Das ist ein absoluter Befreiungsschlag, der uns gelungen ist, nachdem wir in den vergangenen Wochen nicht immer vom Glück verfolgt waren“, sagte Hütter glücklich und erleichtert zugleich.

Diesmal begünstigte die Glücksgöttin die Eintracht. So entsprang das 1:0 einem kuriosen Eigentor, als Augsburg Kapitän Jeffrey Gouwelleuw seinen Abwehrkollegen Raphael Framberger unglücklich anschoss. Und bevor der eingewechselte Stefan Ilsanker in der 87. Minute das 2:0 erzielte, hätte der Schiedsrichter auch auf den Elfmeterpunkt zeigen können, als Verteidiger Tuta seinen brasilianischen Landsmann Iago im Strafraum zu Boden riss. „Da haben wir Glück gehabt“, räumte Hütter nach Ansicht der TV-Bilder ein.

Dass im letzten Spiel des Jahres ein Zu-Null-Sieg gelang, war ohnehin komisch. „Das Spiel hätte auch locker 4:4 ausgehen können“, bemerkte Augsburgs Angreifer Alfred Finnbogason angesichts des Chancenwuchers auf beiden Seiten. Tore bejubelten aber allein die Gäste, und allein das zählte für sie. „Wir haben viel Negatives hinter uns“, erinnerte Trapp an die zweieinhalb erfolglosen Monate mit nur zwei Niederlagen, aber neun Unentschieden und späten Gegentoren wie zuvor gegen Gladbach.

Der letzte Eindruck, das letzte Ergebnis, das prägte auch Hütters Fazit am Ende eines „schwierigen“ Corona-Jahres. „Mit diesem Sieg geht es sportlich für uns gut zu Ende“, resümierte der 50 Jahre alte Österreicher. Mit 17 Punkten zog die Eintracht immerhin noch am FCA vorbei. Die Europapokal-Plätze sind wieder in Reichweite. Man habe wieder „ein bisschen den Anschluss nach oben“, stellte Abwehrrecke Martin Hinteregger an der früheren Augsburger Wirkungsstätte fest.

Weiter aufwärts soll es nach der nur zwei Wochen kurzen Winterpause gehen. Trapp hat für 2021 jedenfalls weitere Zu-Null-Pläne - und ein neues Lieblingsdress: „Ob es am orangenen Trikot lag, weiß ich nicht. Aber ich werde es in Zukunft sicher öfter tragen.“

© dpa-infocom, dpa:201220-99-760478/2 (dpa)

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