Berlin Tristesse bei Hertha BSC - Herrlich wird mutig

Berlin. Wieder kein Tor, wieder kein Sieg, wieder ein «Endspiel» vermasselt: Jetzt glauben nur noch die kühnsten Optimisten an das «Wunder von Berlin». Die Fakten nach den beiden Heimspielen gegen die Abstiegs-Kontrahenten aus Mönchengladbach und Bochum sind frustrierend für Hertha BSC.
31.01.2010, 09:52
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Berlin. Wieder kein Tor, wieder kein Sieg, wieder ein «Endspiel» vermasselt: Jetzt glauben nur noch die kühnsten Optimisten an das «Wunder von Berlin». Die Fakten nach den beiden Heimspielen gegen die Abstiegs-Kontrahenten aus Mönchengladbach und Bochum sind frustrierend für Hertha BSC.

Auch nach 175 Tagen gelang kein Meisterschafts-Sieg im Olympiastadion; seit 133 Tagen quälen sich die Berliner als «Schlusslicht» der Fußball-Bundesliga. Nicht nur Kapitän Arne Friedrich hat nach dem 0:0 gegen die von Trainer Heiko Herrlich runderneuerten Bochumer eine «große Tristesse» bei Hertha ausgemacht. «Der lange Abstiegskampf frustriert natürlich. Wir stehen ja schon ewig auf dem letzten Platz», bekannte Nationalspieler Friedrich nach dem 20. Spieltag, fügte aber kämpferisch an: «Wir müssen einfach noch mehr aus dem Arsch kommen, dürfen jetzt nicht aufgeben.»

Zwar hat Trainer Friedhelm Funkel seiner 39-Gegentore-Defensive aus der Hinrunde inzwischen das erfolgreiche Verteidigen eingeimpft: Hertha ist nach der Winterpause noch ohne Gegentreffer. Dafür hat die Abteilung Attacke nach dem 3:0-Hoffnungsfunken zum Rückrundenstart in Hannover das Toreschießen eingestellt. «Nach vorn in der Effektivität müssen wir deutlich besser werden», bemerkte Funkel nach der zweiten Heimspiel-Nullnummer nacheinander, «es reicht nicht, defensiv stabil zu stehen». Das Zweitliga-Gespenst lähmte gegen Bochum lange Zeit das Angriffsspiel, Friedrich stufte das als «nicht würdig» für den Abstiegskampf ein. Tempo und Torraumszenen brachten die Hertha-Profis erst nach einer «deutlichen Ansprache» von Trainer Funkel nach der Pause in die Partie - allerdings ohne zählbaren Erfolg.

«Der Platz hat sich nicht verändert, aber der Abstand. Es hört sich ein bisschen skurril an, ist aber so», erklärte Hertha-Präsident Werner Gegenbauer trotz allen Frustes und verwies auf die Tabelle. Zwar steht sein Club mit 11 Zählern noch immer auf Platz 18, doch der Rückstand auf Relegationsrang 16 ist auf sechs Punkte geschrumpft; nach der Hinrunde waren es noch zehn. Die schwache Vorstellung der Hertha-Offensive einschließlich des Ex-Bochumers Theofanis Gekas, der von Funkel eine Viertelstunde vor dem Ende mit der Auswechslung erlöst wurde, erwähnte der Hertha-Chef nicht. Dafür erklärte Funkel: «Gerade in unserer Situation ist es schade, dass Cicero aus drei Metern den Ball nicht im Tor untergebracht hat. Aber ich bin sicher, dass unsere Stürmer bald wieder treffen.»

Die besseren Chancen besaßen am Ende vor 38 127 Fans im kalten Berlin sogar die Bochumer, die nicht so recht wussten, ob sie das 0:0 als Erfolg oder Misserfolg werten sollten. «Wenn man den Spielverlauf sieht, haben wir zwei Punkte verloren. Ein Unentschieden war das Minimalziel», sagte Paul Freier, während Trainer Herrlich «insgesamt zufrieden» war. Einig waren sich die seit vier Partien unbezwungenen Gäste in der Bewertung der sportlichen Entwicklung seit dem Einstieg von Chefcoach Herrlich. «Unsere 21 Punkte reichen zwar noch nicht, aber ein positiver Trend ist erkennbar. Die Handschrift des Trainers ist inzwischen deutlich zu sehen», sagte Verteidiger Marcel Maltritz.

Die starke Auswärtsbilanz von elf Punkten in den vergangenen fünf Spielen will der VfL nun auch im eigenen Stadion bestätigen - und Herrlich wird vor dem Gastspiel von Bayer Leverkusen am Samstag in Bochum mutig. «Wir werden sicher nachholen, dass wir einen Heimsieg feiern. Jetzt kommt Leverkusen. Wir müssen schauen, ob wird da anfangen», sagte der neue VfL-Coach nach dem Punktgewinn von Berlin. (dpa)

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