Löw Tunnelblick bei Löw - «Alles offen» nach WM

Aachen . Joachim Löw hat schon den Tunnelblick. Und auch die ungeklärte Zukunft wird den Bundestrainer bei seiner WM- Titelmission nicht ablenken. «Für mich ist das Thema nicht vorhanden», erklärte der 50-Jährige kategorisch vor dem ersten WM-Test gegen Malta.
13.05.2010, 12:00
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Aachen . Joachim Löw hat schon den Tunnelblick. Und auch die ungeklärte Zukunft wird den Bundestrainer bei seiner WM- Titelmission nicht ablenken. «Für mich ist das Thema nicht vorhanden», erklärte der 50-Jährige kategorisch vor dem ersten WM-Test gegen Malta.

Mit Nachdruck wies er anderslautende Darstellungen zurück: «Ich lese, Löw macht sich Gedanken über seine Zukunft nach der WM. Das ist falsch, das ist nicht so. Ich kann es ausblenden, ich bin konzentriert auf die WM.»

Die der zu Jahresbeginn geplatzten Vertragsverlängerung mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) kann Löw leben. «Mich belastet das nicht», versicherte er trotz der damaligen Misstöne und Verwerfungen. An dem Schwebezustand werde sich bis zum Turnierende auch nichts ändern. «Man wird vorher keine Gespräche mehr führen und auch vorher die Verlängerung nicht mehr anstreben», stellte Löw klar.

Allein einen direkten Anschluss-Job als Vereinstrainer hat der Badener ausgeschlossen - sonst nichts. «Der Status quo ist, es ist alles möglich, weil mein Vertrag ja ausläuft», betonte Löw bei der Zusammenkunft seines vorläufigen WM-Kaders in Düsseldorf.

Mit DFB-Präsident Theo Zwanziger hat er ein Gespräch nach der WM vereinbart. Das Verhältnis habe wieder eine tragfähige Basis, versicherte der Chefcoach: «Mit Dr. Zwanziger habe ich mehrmals gesprochen. Wir haben uns über die Dinge ausgesprochen. Dass da Fehler passiert sind, ist klar.» Er ging sogar soweit zu sagen: «Von unserer Seite aus blieb nichts hängen.»

Löw ist auch ohne Anschlussvertrag in einer sehr komfortablen Position. Der 50-Jährige hat für das Südafrika-Projekt eine völlige Unabhängigkeit gewonnen. Und er weiß, dass mit oder ohne Vertrag ohnehin alles vom WM-Abschneiden abhängt. So war es auch 2006 bei seinem Vorgänger Jürgen Klinsmann, der ebenfalls mit einem auslaufenden Vertrag ins Turnier ging und seine Zukunft in der Euphorie des deutschen WM-Sommermärchens allein bestimmen konnte. Gehen oder bleiben? «Es ist alles möglich, das ist Fakt», betonte Löw, der das Bundestrainer-Amt seit vier Jahren ausübt.

Vor den Nationalspielern hat er seine persönliche Situation nur einmal angesprochen, beim Länderspiel Anfang März gegen Argentinien (0:1) in München. «Mich stört die Situation nicht, die Spieler auch nicht», berichtete Löw nun vor dem Start in die WM-Vorbereitung. Eine Belastung erkennt er nicht: «Wir wollen ein gutes Turnier spielen. Das ist der Stand und damit gehen wir alle professionell um.»

Einen Monat vor dem Ernstfall am 13. Juni in Durban gegen Auftaktgegner Australien zerbricht sich Löw den Kopf über andere Dinge als auslaufende Verträge, die auch seine engsten Mitarbeiter von Assistent Hans-Dieter Flick über Torwartcoach Andreas Köpke bis hin zu Teammanager Oliver Bierhoff betreffen. Der 50-Jährige muss seine WM-Startelf finden, aus 27 Kandidaten die 23 Südafrika-Fahrer ausfiltern und Sorgenkinder wie Lukas Podolski fitmachen. Noch hält sich die Anspannung in Grenzen, aber sie ist da. «Völlig entspannt ist man vor einem Turnier natürlich nie», gab Löw zu.

Er ist voller Tatendrang. «Man freut sich, dass man jetzt agieren kann», sagte er, als er in Düsseldorf den WM-Startschuss gab. «Jetzt steht die Arbeit an.» Sizilien, Südtirol, Südafrika - das sind die drei entscheidenden Stationen. Die Zukunft kann warten. (dpa)

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