Manchester Turbo- und Traumtore - Robben unbezahlbar

Manchester. Traumtor gegen Florenz, Turbo-Solo gegen Schalke - und jetzt der nächste Geniestreich im Viertelfinale: Arjen Robben ist für den FC Bayern München unbezahlbar.
08.04.2010, 11:40
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Manchester. Traumtor gegen Florenz, Turbo-Solo gegen Schalke - und jetzt der nächste Geniestreich im Viertelfinale: Arjen Robben ist für den FC Bayern München unbezahlbar.

Sekundenlang segelte die Ecke von Franck Ribéry in Old Trafford durch die Luft, Robben fixierte den Ball, dann schloss der 26-Jährige technisch perfekt und spektakulär mit einem Volley-Linkschuss ab. «Der Ball kommt und ich habe versucht, ruhig zu bleiben. Man kann mit Kraft schießen, aber man kann auch mit Technik schießen. Technik war die bessere Lösung», sagte er - und grinste. Sein 15. Pflichtspieltor - und wieder ein entscheidendes.

Auch beim Torjubel blitzte die Freude nur so im Gesicht des Niederländers schelmisch auf. Denn beinahe wäre es zu dem Treffer, der für Franz Beckenbauer Marke «Tor des Jahres» war, fast gar nicht gekommen. «Eigentlich sollte ich schon ausgewechselt werden, aber ich habe gesagt, warte noch ein bisschen, es geht noch», verriet Robben, der das Signal zur Bank gab, weiter spielen zu wollen und Hamit Altintop draußen an der Linie noch ein bisschen warten ließ. «Normalerweise hat der Doktor gesagt, Maximum 60, 70 Minuten. Es waren 75. Und es war gut.»

Fast sofort nach dem Treffer war dann auch Schluss in der Partie für den 24-Millionen-Mann, der die Ablöse Tor um Tor zurückzahlt. In Florenz war er schon der Kicker, der die Münchner ins Viertelfinale schoss. Im DFB-Pokal auf Schalke brachte sein schier endlos langer Solo-Lauf die Bayern ins Finale. Und auch in der Bundesliga war er mit Siegtreffern gegen Bremen oder Freiburg schon an vielen Punkten entscheidend beteiligt.

Nach seinem Eingriff am Knie im Oktober spielt Robben mit Ausnahme kleinerer Blessuren kontinuierlich bei den Bayern - anders als bei seinen bisherigen Stationen, wo er beim FC Chelsea oder bei seinem bis zu den Bayern letzten Club Real Madrid immer wieder länger verletzt war. In München fühlt er sich pudelwohl, sein zweites Kind wurde dieser Tage dort geboren.

Von den Fans wird er für seine Tore und Sololäufe geliebt, die Mitspieler haben Nachsicht, dass er nicht der fleißigste nach hinten ist - und gestaunt wird immer wieder. «Ich habe zunächst gedacht, was macht der Franck denn da. Dann habe ich gemerkt, dass das mit Arjen abgestimmt war und dass er ihn dann so unglaublich trifft, das war einfach - wie die zwei halt sind - Weltklasse», schilderte Präsident Uli Hoeneß einen Treffer, der in die Vereins-Geschichte eingehen wird. Und alle Tage macht man so ein Ding sowieso nicht.

Aber, warnte Robben, noch habe man nichts erreicht. Denn er sei schließlich nach München gekommen, nicht nur um Fußball zu spielen, sondern um Titel zu gewinnen. «Ich habe schon zweimal mit Chelsea auch das Halbfinale erreicht und nicht gewonnen. Ich hoffe, es jetzt besser zu machen. Bis heute ist es eine super Saison, aber wir müssen noch weitergehen», betonte der Nationalspieler, der sich im Finalort Madrid bestens auskennt. Er habe schon eine SMS von einem Freund bekommen: «Du kennst den Weg nach Madrid schon». (dpa)

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