UEFA UEFA erstattet Anzeige, FIFA findet keine Ruhe

Berlin. Die UEFA kämpft um ihren «guten Namen», die FIFA gegen immer neue Enthüllungen.
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Berlin. Die UEFA kämpft um ihren «guten Namen», die FIFA gegen immer neue Enthüllungen.

Auch zwei Wochen nach Bekanntwerden der Korruptionsaffäre im Weltverband und wenige Tage nach Ablauf des Ultimatums der Europäischen Fußball-Union an einen zyprischen Funktionär ranken sich Gerüchte, Vorwürfe und Halbwahrheiten um die EM 2012 und die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022. Während sich FIFA-Präsident Joseph Blatter mehr als einmal zerknirscht zu Wort gemeldet hat, schweigt UEFA-Boss Michel Platini bisher zu den Vorgängen in seinem Verband.

Die UEFA erstattete nach den Bestechungsvorwürfen im Zusammenhang mit der EM 2012 Anzeige gegen Spyros Marangos. Der Ex-Schatzmeister des zyprischen Verbandes hatte behauptet, bei der Vergabe der EM- Endrunde 2012 an Polen und die Ukraine hätten vier gekaufte Stimmen für den Sieg der osteuropäischen Bewerber über Italien gesorgt. Bis zum Ablauf des UEFA-Ultimatums in der vergangenen Woche hatte Marangos allerdings keine Beweise für seine Vorwürfe vorgelegt.

«Die UEFA war zu rechtlichen Schritten gezwungen, um erstens herauszufinden, ob die Vorwürfe von Marangos gerechtfertigt sind und es auch konkrete Beweise dafür gibt. Zweitens soll dadurch die Integrität und der gute Name der UEFA und des europäischen Fußballs im Allgemeinen geschützt werden, der durch diese Anschuldigungen ernsthaft beschädigt worden ist», hieß es in einer Pressemitteilung.

Deshalb habe man beim zuständigen Schweizer Strafgericht eine Rechtsbeschwerde gegen Marangos eingelegt und sich zudem an den Generalstaatsanwalt von Zypern gewandt. Marangos hatte zuvor erneut erklärt, er vertraue der UEFA nicht und wolle keine Beweise in die Schweiz schicken. Er sei aber bereit, in Zypern Belege vorzulegen.

Der ukrainische Verbandschef Grigori Surkis wies die Vorwürfe erneut zurück: «Mich erstaunt schon lange nichts mehr. In diesem großen Spiel namens Fußball wird es immer Gerüchte und schmutzige Anschuldigungen geben - völlig unabhängig davon, wer heute oder morgen Vorsitzender in der Ukraine, der UEFA oder der FIFA ist.»

Bei der FIFA wiederum brodelt es weiter rund um die gemeinsame Vergabe der WM-Turniere 2018 und 2022 am 2. Dezember. Am Wochenende musste sich das russische Bewerbungskomitee gegen Bestechungsvorwürfe wehren. Laut «Sunday Times» soll das mittlerweile vorläufig suspendierte Exekutivkomitee-Mitglied Amos Adamu aus Nigeria in den Gesprächen mit den Undercover-Reportern der Zeitung von Bestechungsversuchen russischer Funktionäre berichtet haben.

Demnach sollen Mitglieder des WM-OKs Adamu Hilfe beim Bau einer Fußball-Akademie und bei der Ausbildung von Spielern angeboten haben, wenn er im Dezember für Russland als Ausrichter der WM 2018 stimmt. «Wir haben der FIFA bereits mitgeteilt, dass das in Wirklichkeit alles dummes Zeug ist», sagte der russische Sportminister Witali Mutko nach Angaben der Agentur Interfax. Russland sei nicht das erste Land, das von britischen Massenmedien der Bestechung bezichtigt werde. «Das folgt alles dem immer gleichen Schema.» (dpa)

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