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Uefa-Pläne: So funktioniert die neue Super-Liga

Europapokal-Abende können magisch sein - das hat die vergangene Woche gezeigt, auch Werder will das wieder erleben. Ab 2024 gibt es jedoch eine reformierte Super-Liga. Wir erklären, wie sie aussieht.
14.05.2019, 14:33
Lesedauer: 3 Min
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Uefa-Pläne: So funktioniert die neue Super-Liga
Von Jan-Felix Jasch
Uefa-Pläne: So funktioniert die neue Super-Liga

Die Uefa will die europäischen Wettbewerbe verändern - am Freitag werden Pläne dafür vorgestellt.

Julian Stratenschulte/dpa

Gerade erst haben drei besondere Europapokal-Abende die Fans verzückt. Liverpool, Tottenham und Eintracht Frankfurt haben mit ihren Auftritten in der Champions- beziehungsweise Europa-League gezeigt, wie attraktiv europäische Vereinswettbewerbe sein können. Das wird sich jedoch bald verändern.

Am 17. Mai stellt Uefa-Boss Aleksandar Ceferin die Pläne für die neue Super-Liga vor, die ab 2024 an die Stelle der beiden Wettbewerbe treten sollen - das berichtet die New York Times. Wochenend-Spiele soll es demnach nicht geben.

Eine dreistöckige Pyramide soll an die Stelle der bisherigen europäischen Vereinswettbewerbe treten: League 1 wird dabei der neue Name der aktuellen Champions League, die Europa League heißt dann League 2 und die ab 2021 neu eingeführte Europa League 2 wird dann als League 3 ausgetragen.

Wer spielt in den Ligen?

In der League 1 sollen alle 32 Teilnehmer der Champions League spielen. Für die erste Zusammensetzung ist dabei eine Vierjahreswertung, die sich aus dem Abschneiden zwischen 2020 und 2024 zusammensetzt. Maximal dürfen fünf Vereine aus einem Land antreten - das ist auch zurzeit in der Champions League so. Gespielt wird in Achtergruppen, die vier Gruppenbesten ziehen ins Achtelfinale ein. Somit sind für jede teilnehmende Mannschaft 14 Gruppenspiele garantiert - und damit auch entsprechende Fernseheinnahmen.

Am Ende der Saison sind die 24 besten Klubs auch wieder für die League 1 qualifiziert. Dazu kommen vier Aufsteiger aus der League 2 und vier Teams, die sich über die nationalen Ligen qualifizieren können.

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Wie setzen sich die Ligen zusammen?

In der League 2 spielen 32 Teams. Die Zusammensetzung ergibt sich ebenfalls aus einer Vierjahreswertung. 20 Teams können sich jeweils über die nationalen Ligen qualifizieren, dazu kommen vier Absteiger, vier Aufsteiger aus League 3 und vier Teams, die durch Vorjahresergebnisse in der League 2 bleiben. Die vier Halbfinalisten steigen im Folgejahr in die League 1 auf.

Die League 3 setzt sich kompletten aus Qualifikanten über die nationalen Ligen zusammen, zunächst sollen das 32 Teams sein - ab 2024 dann sogar 64. Damit würde die Zahl der Europapokalteilnehmer von derzeit 80 über 96 (ab 2021) auf 128 steigen. Gespielt wird in der League 3 ebenfalls in Vierergruppen, die in regionale Zonen aufgeteilt sind. Auch aus der League 3 qualifizieren sich die vier Halbfinalisten für die höhere League 2.

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Wie geht es weiter?

Die Uefa will die Pläne ihren 55 Mitgliedsverbänden in Budapest vorstellen. Präsident Aleksander Ceferin hatte zuletzt betont, dass "lediglich Ideen und Meinungen im Raum" stehen würde. Die europäischen Ligen kündigten bereits Widerstand an. Eine endgültige Entscheidung über die Reform trifft das Exekutivkomitee, in dem der Deutsche Fußball-Bund nach dem Rückzug von Ex-Präsident Reinhard Grindel derzeit nicht vertreten ist, womöglich erst im kommenden Jahr. Bei einem Treffen in Madrid hatte die European Leagues, ein Zusammenschluss von 36 Profiligen in Europa, bereits in der Vorwoche Protest gegen eine mögliche Reform des Europapokals angekündigt.

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